"Ihr seid alle geliefert!"

Ebola-"Scherz" sorgt für Panik auf US-Flug

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Ein Sondereinsatz-Team der örtlichen Gesundheitsbehörde in blauen Schutzanzügen ging an Bord und führte den Scherzbold ab.

Washington. Mit Ebola spaßt man nicht. Der geschmacklose Scherz eines Passagiers auf einem Flug von den USA in die Dominikanische Republik ist gewaltig nach hinten losgegangen.

„Ich habe Ebola, ihr seid alle geliefert“, soll der Mann in einer US-Maschine auf dem Weg von Philadelphia nach Punta Cana gesagt haben. Unter den mehr als 200 Passagieren und Besatzungsmitgliedern habe Beklemmung und Empörung über den 54-Jährigen geherrscht, hieß es in Medienberichten. „Ich habe nur Spaß gemacht, ich bin nicht aus Afrika“, soll der Mann dann gerufen haben.

Hier geht es zum Video eines Passagiers

Nach der Landung sei ein Sondereinsatz-Team der örtlichen Gesundheitsbehörde in blauen Schutzanzügen an Bord gegangen und habe ihn abgeführt, berichtete der US-Sender CNN am Donnerstag (Ortszeit). Die Fluggesellschaft US Airways teilte mit, sie habe angesichts eines möglichen Gesundheitsproblems an Bord die Richtlinien der US-Gesundheitsbehörde CDC im Kampf gegen Ebola angewandt.

Ein Passagier filmte den Vorfall mit seinem Handy und stellte den Clip anschließend auf Youtube. Dort wurde er in 24 Stunden über anderthalb Millionen-mal geklickt.

Statt wie geplant zwei Wochen Urlaub in der Dominikanischen Republik zu verbringen, sei der 54-Jährige einen Tag nach dem Vorfall vom Mittwoch in die USA zurückgeschickt worden, sagte ein Verantwortlicher des Flughafens von Punta Cana nach einem Bericht der dominikanischen Zeitung „Diario Libre“. Eine Untersuchung habe zuvor ergeben, dass der Mann tatsächlich nicht mit dem Virus infiziert sei.

"So etwas kann man doch nicht machen“, wurde ein Fluggast zitiert. In 36 Berufsjahren habe sie nichts dergleichen erlebt, erklärte demnach eine Stewardess: „Der Mann, der das gesagt hat, ist ein Idiot.“

Ebola-Witz im Flugzeug kann teuer werden

Reisende sollten auf Ebola-Witze an Bord eines Flugzeugs besser verzichten. Sie können sonst für die Kosten herangezogen werden, die einem Staat etwa für die Quarantäne und Überprüfung der Passagiere und der Maschine entstehen. Darauf weist Prof. Ronald Schmid von der Deutschen Gesellschaft für Reiserecht hin. „Das ist vergleichbar mit einem Scherzanruf bei der Feuerwehr.“ Auch in einem solchen Fall könne der Verursacher ganz oder in Teilen für die entstandenen Kosten herangezogen werden. Die genaue Bewertung hänge zwar vom Einzelfall ab. „Aber die Gefahr besteht grundsätzlich.“ (dpa)

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