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Spektakuläres Werk: Wissenschaftler rekonstruieren Gesicht von Steinzeitmensch

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Von: Sandra Kathe

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Der schwedische Archäologe und Bildhauer Oscar Nilsson gibt Menschen, die vor Jahrtausenden gestorben sind, ihr Gesicht zurück.
Der schwedische Archäologe und Bildhauer Oscar Nilsson gibt Menschen, die vor Jahrtausenden gestorben sind, ihr Gesicht zurück. (Archivbild) © Clare Kendall/English Heritage/AFP

Ein Archäologe und Künstler hat im Auftrag eines schwedischen Museums einer seit 4000 Jahren toten Schwedin ihr Gesicht zurückgegeben.

Sundsvall/Stockholm – Für eine Ausstellung des historischen Museums Murberget Länsmuseet Västernorrland in der schwedischen Provinz Västernorrland hat der schwedische Künstler und Archäologe Oscar Nilsson das Gesicht einer Frau aus der Steinzeit rekonstruiert. Dazu nutzte der Wissenschaftler neben der modernen Technik von 3D-Druckern auch klassische Techniken und Fähigkeiten aus dem Feld der Archäologie.

Wie das Naturwissenschaftsmagazin National Geographic berichtet, habe der Wissenschaftler einen Großteil der Informationen über das Aussehen der Frau auf Basis der Knochenstruktur ihres Schädels bezogen: Eine etwas asymmetrische Nase, tiefstehende Augen und vorstehende Zähne gaben ihm Hinweise, wie das Gesicht der Frau in etwa aussehen würde. Ihr Skelett ließ außerdem auf eine Größe von etwa 1,70 Meter schließen.

350 Stunden Arbeit: Schwedischer Wissenschaftler rekonstruiert archäologische Funde

Gefunden wurden die sterblichen Überreste der Frau nach Angaben aus wissenschaftlichen Dokumentationen im Jahr 1923 in Lagmansören unweit der schwedischen Hafenstadt Sundsvall. Ihr Fundort liegt wie das Museum, in dem ihre Rekonstruktion nun ausgestellt ist, in der Provinz Västernorrland. Die Gebeine der Frau, die laut Angaben der Archäologen etwa 30 Jahre alt geworden sein soll, waren gemeinsam mit dem Leichnam eines siebenjährigen Jungen, wahrscheinlich ihrem Sohn, begraben.

Für die Rekonstruktion der Frau hat Nilsson Berichten zufolge etwa 350 Stunden an dem Projekt gearbeitet. Die Basis für die Arbeit sei eine per 3D-Drucker angefertigte Kopie des Originalschädels gewesen. Aufgrund der festgestellten Merkmale an der Knochenstruktur konnte Nilsson dann Gesichtszüge wiederherstellen. Wie der Bericht des National Geographic erläutert, sei es Wissenschaftlern wie Nilsson mithilfe von DNA-Spuren heute sogar möglich, die Augen- und Haarfarbe längst Verstorbener festzustellen. Dies sei bei der „Frau aus Lagmansören“, wie das Museum sie nennt, wegen fehlender DNA-Funde nicht möglich gewesen. Auch bei ihrer Kleidung hätten Nilsson und seine Kollegin Helen Gjaerum kreativ werden müssen.

Ärchologie trifft Kunst: Wissenschaftler rekonstruiert für schwedisches Museum Steinzeitfrau

Stattdessen haben sie sich mit historischen Migrationsdaten beholfen, die etwa belegen können, woher die Menschen stammten, die zu dieser Zeit in der schwedischen Region lebten. Mit großer Wahrscheinlichkeit, stellte das Wissenschaftsteam fest, sei die Frau etwa dunkelhaarig gewesen. Bekleidet wurde die Nachbildung der Frau mit gegerbten Tierhäuten, die Gjaerum mithilfe steinzeitlicher Techniken hergestellt hat, als Schmuck trägt sie eine Halskette aus Vogelklauen. (ska)

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