Unterstützung aus dem Netz

Unterstützung aus dem Netz: Facebook und Twitter verändern Fluthilfe

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Kassel. Die Flutwelle rollt weiter durch Deutschland: Im Kampf gegen die Wassermassen hat sich neben dem Sandsack das Soziale Netzwerk Facebook zu einem der wichtigsten Helfer entwickelt.

Dammbrüche, Pegelstände, Notunterkünfte – über Facebook und den Kurznachrichtendienst Twitter tauschen sich die von der Flut bedrohten Menschen aus.

Facebook

Das soziale Netzwerk ist die wichtigste Austauschplattform in Zeiten des Hochwassers. Häufig finden die Nutzer dort noch schneller Informationen als über die offiziellen Internetseiten von Städten und Gemeinden.

Für fast jede Stadt gibt es inzwischen eine Facebook-Gruppe. Auf den Seiten „Passau räumt auf“ oder „Hochwasser Dresden“ gibt es Infos zur Höhe des Wassers, dringend benötigten Gummistiefeln oder Sandsäcken.

Digitale Hilfe: Beispiele

Die Menschen nutzen das Netzwerk aber auch, um ganz konkret zu helfen. So wie Gabriele Schindler aus Brand-Erbisdorf in Sachsen. Die 57-Jährige bietet über Facebook in der Gruppe „Hochwasser Dresden“ eine Zweizimmerwohnung in der Neustadt an. „Die Wohnung ist zurzeit nicht vermietet, aber möbliert“, sagt sie. Deshalb könnten Menschen dort für einige Zeit übernachten. Ihr Sohn brachte sie schließlich auf die Idee, das Angebot auf Facebook zu veröffentlichen. „Bisher hat sich noch niemand gemeldet“, sagt die 57-Jährige.

Heide Bräunling dagegen brauchte Hilfe. Sie suchte bei „Hochwasser Dresden“ auf Facebook freiwillige Helfer. Ihre Erdgeschosswohnung ist mit Wasser vollgelaufen. Nun stehen für die 68-Jährige die Aufräumarbeiten an. Doch die gestalteten sich bis zum Facebookaufruf schwierig. „Durch einen Unfall habe ich Knie- und Rückenprobleme“, sagt sie. Einige Stunden nach virtuellen Aufruf standen die Helfer vor der Tür. „Ich habe mich so gefreut“, sagt die 68-Jährige.

Twitter

Neben Facebook spielt der Mikroblog Twitter eine wichtige Rolle. Gibt man in die Suche das Stichwort (Hashtag) Hochwasser ein, gibt es aktuelle Infos aus ganz Deutschland über Flusspegel, Umleitungen und Evakuierungen von Stadtteilen.

Da die Zeilenanzahl begrenzt ist, gibt es hier eher weniger persönliche Anliegen. Helfer und Betroffene organisieren sich eher über Facebook.

Googlemaps

In Dresden haben Privatpersonen zur besseren Koordinierung eine Googlemaps-Karteüber die Innenstadt angelegt.

Dort werden überflutete Straßen, Spendenstellen, Notunterkünfte und Sandsackfüllstationen angezeigt.

Im Webmagazin analysiert außerdem ein Autor die Verbindung von Social Media und dem Hochwasser.

Von Max Holscher

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