Ahrweiler

Hochwasser-Katastrophe: Arzt verliert seine Frau und seine Tochter in den Fluten

Aufgrund von Hochwasser kam es beispielsweise im Landkreis Ahrweiler zu vielen Dramen. Ein Arzt verlor in den Fluten Frau und Kind.
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Aufgrund von Hochwasser kam es beispielsweise im Landkreis Ahrweiler zu vielen Dramen. Ein Arzt verlor in den Fluten Frau und Kind.

In Brück im Landkreis Ahrweiler ist während der Hochwasser-Katastrophe eine Frau mit ihrem Kind gestorben. Ihr Mann und Sohn überlebten nach stundenlangem Kampf.

Brück/Kassel – Aufgrund des Hochwassers in Deutschland kam es in vielen Orten in NRW und Rheinland-Pfalz zu schlimmen Dramen. Viele Häuser wurden zerstört, verwüstet oder sind verschwunden. Die Zahl der Todesopfer lag zuletzt bei 164 (Stand: 20.07.2021). Eine unbekannte Zahl an Menschen gilt weiterhin als vermisst. Die Menschen stehen vielerorts noch unter Schock. So auch im Ortsteil Brück im rheinland-pfälzischen Ahrweiler, den die Flut sehr hart getroffen hat. Das berichtet der TV-Sender RTL. Offenbar hat dort ein Assistenzarzt nach stundenlangem Kampf in den Fluten einen Teil seiner Familie verloren.

Im Gespräch mit dem TV-Sender erzählt der Hausarzt Klaus Korte vom schrecklichen Drama seines Mitarbeiters. Der Mann konnte noch mit seiner Frau und seinen beiden vierjährigen Kindern auf das Dach fliehen. Allerdings konnte sie in der Nacht, inmitten der Wassermassen niemand retten. „Mein Assistenzarzt hat sich die ganze Nacht auf einem Ast hängend und stehend mit seinem vierjährigen Sohn über Wasser halten können“, erzählt der Hausarzt. Seine Frau und seine vierjährige Tochter seien ertrunken. Elf Stunden kämpfte der junge Arzt und sein vierjähriger Sohn ums Überleben. Erst am nächsten Morgen konnten die beiden von einem Hubschrauber gerettet werden.

Hochwasser: Notfallpraxis für seelsorgerischen Betreuung und medizinische Versorgung

Nun sei Hilfe im komplett zerstörten Brück im Landkreis Ahrweiler besonders benötigt. In der Grundschule wurde nach der Flut-Katastrophe eine Notfallpraxis eingerichtet. „Ich behandle seit drei Tagen Menschen en masse mit posttraumatischen Belastungsstörungen, mit schwersten seelischen Beeinträchtigungen, die Nahtoderfahrungen gemacht haben, die gar nicht mehr mit einer Rettung gerechnet hatten, die in ihren Kellern halb ertrunken sind. Es ist wirklich Apokalypse, das kann ich nicht anders beschreiben“, sagt der Arzt RTL.

Neben der seelsorgerischen Betreuung muss Hausarzt Klaus Korte nun die übliche medizinische Versorgung aufrechterhalten. Allerdings fehlt es der Notfallpraxis an den einfachsten medizinischen Dingen. „Impfstoffe fehlen im Moment, insbesondere Tetanus. Ich habe Kinder, die insulinpflichtig sind, die viermal am Tag messen müssen, die haben keine Messstreifen mehr, kein Insulin mehr. Die älteren Leuten, die das Sauerstoffgerät brauchen, die haben keinen Strom,“ so Korte.

Hochwasser-Katastrophe: Mann und Sohn körperlich wohlauf

Auch das nahegelegene Krankenhaus bietet keine Hilfe, weil es evakuiert werden musste. In dem Krankenhaus wurden auch der Assistenzarzt und sein Sohn erstversorgt. Nach Informationen des TV-Senders sind beide zumindest körperlich wohlauf und konnten bei Freunden eine vorübergehende Unterkunft finden.

Nach der Hochwasser-Katastrophe verspricht Angela Merkel schnelle Hilfe. Zusammen mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer besuchte sie einen Ort in Rheinland-Pfalz. (ebb)

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