Nordhessen und Südniedersachsen

Hochwasser in der Region - Radlerin in Hannover gestorben

Kassel/Göttingen. Die Hochwasserlage hat sich in der Region kaum entspannt. Die Wasserstände bleiben auf hohem Niveau. Mit Sorge blicken die Einsatzkräfte weiterhin dem Wochenende entgegen, für das wieder Regen vorhergesagt wird. Hier die aktuelle Hochwasser-Übersicht.

+++ Donnerstag, 30.05.2013 +++

Hannover:Eine Radfahrerin ist bei Hannover auf einer überfluteten Straße gestürzt und von der Strömung fortgerissen worden. Im Hochwasser verlor sie zuerst ihr Bewusstsein - und dann den Kampf mit dem Tod.

Felsberg/Melsungen: Um für die erwarteten Regenmengen am Wochenende Platz zu schaffen, wird Wasser vom Edersee abgelassen. Entlang des Flusses Eder sind Feuerwehren und THW in Alarmbereitschaft. Eine mögliche Flutwelle wurde in Felsberg erwartet.

Hann. Münden: An der Wanfrieder Schlagd in Hann. Münden wird es eng. Die Werra reicht fast bis an die Bebauung ran. Mutige Autofahrer wagen trotzem die Fahrt durch die Fluten.

Im Internet sind unter www.nlwkn.niedersachsen.de und www.pegelonline.nlwkn.niedersachsen.de die Daten der Wasserstände von 56 Binnenpegeln, die alle 15 Minuten gemessen und zeitnah eingestellt werden, abrufbar.

Für Hessen: Karte mit Pegel-Status, Aktuelles von den Hochwassergebieten

Göttingen: Mit bangem Blick schauen die Hochwasser-Experten des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) auf die Entwicklung der Wetterlage.

Hann. Münden: Der Steinweg in Hann. Münden, ein Abschnitt der Bundesstraße 80 an der Werra, ist derzeit für den Verkehr gesperrt. Das Werrawasser hat sich stellenweise bis über die Straße ergossen. Der Verkehr wird über die Parallelstraße Hinter der Blume umgeleitet. 

Lage in Niedersachsen:

Nach einer leichten Entspannung in den Hochwassergebieten Niedersachsens wächst in den überschwemmten Gebieten die Angst vor neuen Regenfällen. Der niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) warnte, dass jeder weitere Tropfen Regen zu viel sein könnte. „Alle Böden sind gesättigt wie ein nasser Schwamm“, sagte Helma Heyken vom NLWKN. „All das Wasser weiß ja gar nicht mehr wohin.“ Weil die Felder völlig durchnässt seien, bahne sich das Wasser seinen Weg in die umliegenden Flüsse.

Eine Besserung der Wetterlage ist nicht in Sicht. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) kündigte an, dass in der Nacht zu Freitag mit weiteren starken Regenfällen zu rechnen sei.

Vor allem die Regionen um Braunschweig, Göttingen und den Harz seien betroffen. Die Vorbereitungen der Rettungskräfte auf neue Regenfälle liefen auf Hochtouren.

Unwetterwarnung für Nordhessen:

In der ersten Hälfte der Nacht zu Freitag kommt von Osten gewittriger, schauerartig verstärkter und mitunter ergiebiger Dauerregen auf, der teils bis in die Nacht zum Samstag anhält. Dabei sind innerhalb von 24 Stunden Regenmengen zwischen 50 und 80 Litern pro Quadratmeter möglich. Die zeitliche Entwicklung sowie die genaue räumliche Verteilung des Dauerregens sind noch nicht exakt zu prognostizieren.

Der tagelange Dauerregen hat die hessischen Flüsse anschwellen lassen - und es schüttet weiter. Für Freitag sagte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach kräftige Regengüsse voraus. „Gebietsweise sind 30 bis 70 Liter Regen auf den Quadratmeter möglich“, berichtete Meteorologin Johanna Anger am Donnerstag in Offenbach.

Auch am Samstag kann es vereinzelt regnen. Der Sonntag bleibt dann bei maximal 13 bis 17 Grad überwiegend trocken und heiter.

„Für die Werra gilt überwiegend Meldestufe zwei, so dass Keller und ufernahe Grundstücke gefährdet sind.“ Die Städte entlang der Werra rüsteten sich für weitere Überschwemmungen. Die Wasserstände der Fulda sanken dagegen zunächst wieder, auch wenn der Fluss wie etwa in Rotenburg an der Fulda noch über die Ufer getreten war.

Fotos: Felsberg rüstet sich für Flutwelle

Hochwasser: Felsberg rüstet sich für die Flutwelle

Fotos: Hochwasser in Hann. Münden

Hochwasser in Hann. Münden: Wasser reicht fast bis an Bebauung

Hochwasser-Meldungen 29.05.2013

Göttingen: Eine Entspannung der Hochwasserlage rund um Göttingenist aufgrund der Wettervorhersage von Donnerstag bis Samstag nicht zu erwarten.

Uslar: Weitere Wege müssen die Verkehrsteilnehmer nach einem Hangrutsch an der Oberweser im schlimmsten Fall wohl auch in der kommenden Woche noch in Kauf nehmen.

Homberg: Die anhaltenden Regenfälle sorgten am Mittwoch vor allem in Homberg wieder für Alarmbereitschaft bei den Feuerwehren. In den Stadtteilen Berge, Mühlhausen und Caßdorf stieg der Pegel der Efze erneut auf ein bedrohliches Niveau an.

Kassel: Wegen des schlechten Wetters fällt das Sattelfest, das immer tausende Radler und Inliner anlockte, aus. Am Sonntag, 2. Juni, hätte es stattfinden sollen

Werra-Meißner: Hier geht das Hochwasser derzeit leicht zurück.

Rotenburg: Entlang der Fulda gibt es vorläufig Entwarnung: Am Donnerstag wird das Hochwasser nicht weiter steigen, sagt der Experte Heinrich Wacker. Der Pegel in Rotenburg sinkt seit Mittwochmittag. Doch bei anhaltendem Regen kommt die nächste, noch höhere Welle am Wochenende.

Wolfhagen: Nach Hangrutsch: Auch Höhenstraße teilweise gesperrt.

Schwalmstadt: Wasserverband stellt sich auf neuen Regen oder Unwetter ein.

Hochwasser in der Region: Hier der Übersichtsartikel von Montag, 27. Mai.

Fotos: Hochwasser in Homberg

Hochwasser in Homberg

Fotos: Hochwasser in Rotenburg

Hochwasser in Rotenburg

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Rubriklistenbild: © dpa

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