Die aktuelle Lage

Hochwasser in der Region: Lage etwas entspannter

Kassel/Göttingen. Die Hochwasserlage in der Region wird in weiten Teilen wohl doch nicht so dramatisch wie zunächst befürchtet. Es werde weniger spannend als bislang erwartet, sagte am Freitag ein Sprecher des Regierungspräsidiums (RP) Kassel. Hier die aktuelle Hochwasser-Übersicht.

Die Lage in Kassel hat sich am Freitag etwas entspannt. Der Pegelstand der Fulda an der Messstelle in Guntershausen lag am Freitagvormittag bei 3,30 Meter. Die erste Warnstufe werde erst bei 3,80 Meter ausgerufen.

Entwarnung an der Fulda, Alarm an der Werra: Das Hochwasser ist im Landkreis Hersfeld-Rotenburg weiterhin ein Thema. Während die Feuerwehr an der Werra im Dauereinsatz ist, dürfte die erwartete zweite hohe Welle an der Fulda flacher ausfallen als befürchtet.

Die Forstämter in Bad Hersfeld und Rotenburg warnen vor Fahrten und Spaziergängen durch den Wald. Wegen der starken Regenfälle der vergangenen Tage seien die Böden aufgeweicht. Bäume könnten jederzeit umstürzen.

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Kommunen, Feuerwehren und Anwohner entlang der Weser bereiten sich auf ein größeres Hochwasser vor. Zwar hat sich die Situation am Freitag zunächst kurzzeitig entspannt. Aber mittags stiegen die Pegel angesichts der starken Niederschläge wieder an, und Anrainer rechnen für Samstag mit neuen Höchstmarken.

Im Kreis Northeim ist es verhältnismäßig ruhig. Aktuell sind die Pegelstände zumindest an Leine und Rhume nicht mehr gestiegen, in einigen Bereichen sogar gesunken. Einzig für den Bereich Greene gilt noch die Meldestufe 1.

Im Internet sind unter www.nlwkn.niedersachsen.de und www.pegelonline.nlwkn.niedersachsen.dedie Daten der Wasserstände von 56 Binnenpegeln, die alle 15 Minuten gemessen und zeitnah eingestellt werden, abrufbar.

Für Hessen: Karte mit Pegel-Status, Aktuelles von den Hochwassergebieten

In Hann. Münden hat sich die Hochwasserlage an Fulda, Werra und Weser am Freitag leicht entspannt, Grund zur Entwarnung gibt es aber nicht. Mehrere Straßen wurden in Hann. Münden gesperrt.

Nach den schweren Regenfällen der vergangenen Tage war die Hochwasserlage in Niedersachsen sonst in der Nacht zum Freitag etwas entspannter. Die Feuerwehren in Hannover, Braunschweig und Göttingen verzeichneten eine ruhige Nacht.

Das Hochwasser der Werra steigt wieder. Die Stadt Bad Sooden-Allendorf hat daher Rufbereitschaft für ihre Einsatzkräfte angeordnet. Nach einem Wasserschaden sind in der Unibibliothek in Witzenhausen etwa 1000 Bücher beschädigt worden.

Auf der Bahnstrecke zwischen Hann. Münden und Kassel ist ein Baum in die Oberleitung gestürzt. Der Zugverkehr stand deshalb am Morgen still, mittlerweile ist die Strecke aber geräumt.

In Baunatal sind die Regenmengen bisher nicht so groß gewesen, dass die großen Hochwasserpolder angesprungen sind.

Die Flüsse und Bäche im Kreisteil Fritzlar-Homberg führen auch am Freitag noch viel Wasser, die Lage hat sich nach Angaben der Feuerwehr aber zunächst entspannt.

Aus Schwalmstadt kam am Morgen die Meldung, dass sich die Lage in den nächsten Tagen entspannen soll.

Vorsorglich war am Donnerstag der Ablauf aus dem Edersee erhöht worden, damit der Stausee weitere Regenmassen aufnehmen kann. Der Ablauf sei am Freitag aber wieder auf ein Normalmaß heruntergefahren worden, sagte ein Sprecher des Regierungspräsidiums.

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Stärker betroffen sind laut RP voraussichtlich der Vogelsberg und die Rhön in Osthessen. Am Fulda-Oberlauf seien die Pegelstände zuletzt wieder deutlich gestiegen, teilte auch das Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie in Wiesbaden mit.

Felsberg bereitete sich am Freitag dennoch auf Hochwasser vor - eine Vorsichtsmaßnahme, wie es hieß. „Gestern klang es dramatischer, es geht in Richtung Entspannung“, sagte Bürgermeister Volker Steinmetz (parteilos). „Wir haben Sandsäcke aufgebaut, um das Rathaus zu schützen.“ Zudem habe die Stadt zwei Sanddepots eingerichtet, bei denen Bewohner ihre Sandsäcke füllen können, das Technische Hilfswerk stehe mit einer Schmutzwasserpumpe bereit.

Artikel aktualisiert um 16.50 Uhr.

Laut Vorhersage ziehe das Regengebiet vorbei. In Felsberg im Edertal kommen drei Flüsse zusammen, die über die Ufer treten könnten: Eder, Schwalm und Efze.

Fotos: Die Lage am Freitag in Hann. Münden

Hochwasser in Hann. Münden - die Lage am Freitag

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