Hoffnung für wilde Hunde: Ukraine will Tötung der Tiere stoppen

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Gefährliches Leben: Ein Straßenhund inspiziert eine Kiewer Mülltonne nach Nahrung.

Die Bilder sind schockierend. Vergiftete oder sterbende Hunde im Todeskampf zeigt ein Video der Tierschutzorganisation Peta (People for the Ethical Treatment of Animals) im Internet.

Vor der Fußball-EM im Sommer 2012 sollen die Tiere systematisch aus dem Straßenbild der Ukraine verbannt werden. Zwar gibt es in dem Land seit fünf Jahren ein Tierschutzgesetz, das auch den Umgang mit streuenden Hunden regelt. Doch die darin vorgesehenen Kastrationsprogramme seien zu aufwendig und zu teuer. Daher würden Behörden ihren „Reinigungskommandos“ pro Hund - ob tot oder lebendig - knapp 40 Euro zahlen, heißt es in dem Film.

Verfolgt und vergiftet

Rund eine Viertelmillion wilder Hunde soll nach Angaben des Online-Portals der österreichischen Zeitung Der Standard bislang in der Ukraine von staatlichen Hundefängern verfolgt worden sein. Vor allem in den ärmeren Regionen würden die Tiere auch vergiftet oder lebendig begraben. Das Peta-Video zeigt sogar mobile Krematorien.

Die Kritik an diesen Zuständen ist groß. Das bisherige Vorgehen der Behörden gegen die Hunde sei ekelhaft und unangemessen, kritisierte die Tierschützerin Brigitte Bardot in einem Brief an Präsident Viktor Janukowitsch. Und die Sängerin Nina Hagen sagte aus Protest ihr Konzert in Kiew ab.

Auch Nationalspieler und Hundebesitzer wie Lukas Podolski, Toni Kroos und Miro Klose verurteilten das Vorgehen der Behörden. „Das ist schrecklich. Hunde nehmen einen Großteil meines Lebens ein. Es ist sehr schlimm, wenn man so etwas hört,“ meinte Kroos.

Im Internet unterschrieben bislang über 462 000 Empörte einen Brandbrief gegen die Ausrottung der Vierbeiner. Auf Facebook engagieren sich Zehntausende User. Besonders ins Visier der Tierschützer geriet EM-Sponsor Adidas. Auf der Facebook-Seite des Unternehmens fordern die Teilnehmer den Stopp der Tierquälerei.

Der Protest zeigt Wirkung: Ministerpräsident Nikolai Asarow wies das Innenministerium jetzt zu schärferen Kontrollen an, um die streunenden Tiere zu schützen. Es müsse zudem alles getan werden, um die Täter, die Hunde töten, zu bestrafen. Die Behörden seien angewiesen, den Bestand an herrenlosen Hunden zu ermitteln. Die Daten sollen als Grundlage für den Bau von Tierheimen sowie für die Sterilisierung der Streuner dienen. „Das Strafmaß für Verstöße gegen die Gesetze in diesem Bereich wird deutlich schärfer“, kündigte Asarow an.

Tierschützer skeptisch

Peta bleibt skeptisch und spricht unter Berufung auf Einheimische von Lippenbekenntnissen. „Die Tötungen gehen weiter, jetzt in diesem Moment“, erklärt Kampagnenleiterin Carola Schmitt gegenüber unserer Zeitung. Auch sei das Vorhaben, mehr Tierheime zu schaffen, der falsche Ansatz, da die Tiere von dort aus nicht weitervermittelt würden. Sinnvoller sei die konsequente Umsetzung eines Programmes, das die Population nachhaltig senken könne. Dieses Konzept beinhalte die Kastration und tierärztliche Versorgung der Hunde sowie das Wiederaussetzen im vertrauten Revier. Infos, Kampagnen im Internet:

http://www.peta.de

http://de-de.facebook.com/Stop.Killing.Dogs.EURO2012

http://alturl.com/qu3tj

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