450 000 Euro für Lierhaus: Kritik und Rechtfertigung für Fernsehlotterie-Vergütung

Lierhaus-Vergütung: „Honorar sollte maßvoll sein“

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„Ein Platz an der Sonne“: Monica Lierhaus löst im April Frank Elstner, hier bei einem gemeinsamen Auftritt 2003, als Werbegesicht für die ARD-Fernsehlotterie ab.

Berlin/Kassel. „Bei uns kommt das Geld auch dort an, wo es gebraucht wird.“ So wirbt die ARD-Fernsehlotterie „Ein Platz an der Sonne“ für die Lose, die sie verkauft und verweist damit zugleich auf ihre Gemeinnützigkeit zugunsten hilfsbedürftiger Menschen.

Kommentar zum Thema

Überzogene Summen

Monica Lierhaus (40) soll ab April im Ersten jeweils sonntags die Wochengewinner bekannt geben und zweimal pro Woche Werbung für die Lotterie machen. Seit jedoch bekannt wurde, dass sie nach Angaben des „Spiegel“ für ihre neue Aufgabe als Botschafterin der Lotterie 450 000 Euro Honorar pro Jahr bekommen soll, wird auch Kritik laut.

So meint der medienpolitische Sprecher der FDP, Burkhardt Müller-Sönksen: „Ich habe generell keine Einwände gegen ein Honorar, aber es sollte maßvoll sein. Es gäbe sicherlich auch A-Prominente in der ARD, die das für eine wohltätige Veranstaltung wie die Fernsehlotterie unentgeltlich machen würden.“

Für Lierhaus, die nach einer schweren Erkrankung zwei Jahre nicht mehr öffentlich aufgetreten war, scheint ihre neue Aufgabe für die eigenständige ARD-Organisation nicht nur Herzensangelegenheit, sondern auch ein neuer Job zu sein. Arbeit, die sie sich bezahlen lassen will wie ihr Vorgänger Frank Elstner. Doch ist eine solche Summe nicht viel zu hoch?

Hintergrund

Die ARD-Fernsehlotterie ist als gemeinnützige GmbH ein eigenständiges Unternehmen. Es finanziert sich aus Einnahmen der Losverkäufe. Davon gehen 17 Prozent als Lotteriesteuer an den Fiskus, mindestens 30% werden als Gewinne ausgeschüttet, 45% gehen ans Deutsche Hilfswerk. Sieben Prozent behält die Lotterie, um Verwaltungskosten und und Marketingmaßnahmen zu bezahlen. 2010 nahm die Lotterie über Losverkäufe 170 Mio. Euro ein.

Der Spendenexperte Christoph Müllerleile hält das für angemessen. „Man muss den Bekanntheitsgrad von Lierhaus sehen und den Marktwert taxieren“, erläutert er gegenüber unserer Zeitung. Ohne ihren Einsatz hätte die Lotterie durch ihren Losverkauf nicht die Einnahmen, die sie braucht, um die Erträge dann an die gemeinnützigen Einrichtungen zu zahlen. „Wer nichts investiert, bekommt auch nichts raus“, verteidigt Müllerleile, der Spendenberater für Non-Profit-Organisationen wie WWF und die Deutsche Herzstiftung ist, die Höhe des Honorars.

Die Fernsehlotterie wiederum beeilt sich zu versichern, dass Lierhaus’ Lohn nicht aus Gebührengeldern der ARD finanziert werde, sondern aus dem Marketing- und Werbebudget (siehe Fakten). „Wir müssen Lose verkaufen“, meint Mario Czipull von der ARD-Fernsehlotterie zur HNA. „Je mehr wir verkaufen, desto mehr kommt dabei rum - und das tun wir mithilfe einer prominenten Persönlichkeit.“ Lierhaus werde auch mehr als dreimal die Woche im Fernsehen erscheinen, sagte der Sprecher. Die genauen Konditionen ebenso wie die Honorarhöhe will man im März bekannt geben.

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