Hertha-Investor

Horror-Haus sorgt in Hannover für Ärger – „eine Sauerei für den ganzen Stadtteil“

Horror-Haus in Hannover: Das Ihme-Zentrum soll saniert werden. Jetzt hat die Stadt den Druck auf Investor Lars Windhorst erhöht.
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Horror-Haus in Hannover: Das Ihme-Zentrum soll saniert werden. Jetzt hat die Stadt den Druck auf Investor Lars Windhorst erhöht.

Das Ihme-Zentrum gilt als Schandfleck in Hannover - ein echtes Horror-Haus. Hertha-Investor Lars Windhorst wollte das ändern - passiert ist wenig. Das sorgt für Ärger.

Hannover - „Es ist eine Sauerei für den ganzen Stadtteil“, empört sich der Architekt und Anwohner Gerd Runge über das Ihme-Zentrum in Hannover. Bei einem Rundgang macht er gegenüber der Wirtschaftswoche deutlich, was er von der Immobilie im Stadtteil Linden und Investor Lars Windhorst hält.

Linden gilt als Szene-Stadtteil von Hannover mit teuren Altbauwohnungen und schönen Cafés. Das Ihme-Zentrum ist alles andere als das: heruntergekommen, verwahrlost und eine wahre Horror-Kulisse. Gebaut wurde das Haus in den 1970er-Jahren – es sollte eins von mehreren riesigen Wohn-, Arbeits- und Einkaufszentren in Hannover werden. Gebaut wurde am Ende nur das Ihme-Zentrum.

Horror-Haus sorgt in Hannover für Ärger – Investor Lars Windhorst verpasst Sanierungs-Frist

Als eine „Stadt in der Stadt“ geplant, besteht es aus Wohnhochhäusern, Bürogebäuden und einem Einkaufszentrum. Sogar eine Weberei befand sich früher auf dem Gelände, das direkt neben seinem namensgebenden Fluss, der Ihme, liegt. Mittlerweile ist von den früheren Plänen für das Gebäude nicht mehr viel übrig. Ein neuer Investor sollte das vor etwa zwei Jahren ändern. Lars Windhorst, der auch Investor des Fußballvereins Hertha BSC ist, kündigte an, das Ihme-Zentrum wiederzubeleben. Passiert ist jedoch wenig.

 „Er hat Gerüste aufstellen lassen und wieder abbauen lassen. Da steckt keine Systematik dahinter, und er hat damit die vereinbarten Zeitpläne verfehlt“, kritisiert Runge. Eine Frist zur Fassadensanierung hat Windhorst verpasst. Bis zum 30.06.2021 sollten die Arbeiten im ersten Obergeschoss und im Erdgeschoss bis zu 70 Prozent fertigstellt sein, teilt die Linksfraktion mit.

Ärger um Ihme-Zentrum - Pläne des Investors sorgen für Unmut

Hannovers Bürgermeister Belit Onay (Grüne) handelte daraufhin einen neuen Vertrag mit Windhorst aus - mit einer Verpflichtung des Investors die Gewerbefläche innerhalb von zwei Jahren zu sanieren. Sollte das nicht geschehen werden Vertragsstrafen fällig. „Das Verhandlungsergebnis sichert uns den Einfluss auf das Ihme-Zentrum, indem wir weiterhin Ankermieterin bleiben – unter der Maßgabe, dass die PIZ liefern muss“, erklärt Belit Onay laut dem Online-Magazin Stadtreporter.

Doch auch die Pläne für das Ihme-Zentrum stoßen auf Unverständnis. In der Immobilie soll erneut ein Shopping-Zentrum entstehen. „Das ist totaler Schwachsinn“, sagt Architekt Gerd Runge der Wirtschaftswoche. Runge ist Teil des Vereins Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum, der sich dafür einsetzte das Zentrum wiederzubeleben und eine bessere Einbindung in den Stadtteil anstrebt.

Hertha-Investor Lars Windhorst über Ihme-Zentrum in Hannover: „Projekt ist sicher und solide“

Für Hertha-Investor Lars Windhorst sieht die Sache anders aus, berichtet die Wirtschaftswoche.  „Auch wenn das vor Ort vielleicht blöd klingt, verglichen mit anderen Investments ist das Ihme-Zentrum eher unkompliziert“, so Windhorst. Er ist sich sicher, dass die Geschäfte bald vermietet werden können. Es habe lediglich Verzögerungen gegeben, weil Wohnungseigentümer gegen die Sanierung geklagt hatten. „Dieses Projekt ist sicher und solide“, meint Windhorst.

Zuletzt hatte es Gerüchte über Zahlungsschwierigkeiten des Investors gegeben. Das Manager Magazin und der Spiegel hatten berichtet, dass es wegen ausstehenden Raten über insgesamt 60 Millionen Euro zu einem Riss zwischen Investor und Bundesliga-Club Hertha BSC kommen könnte. (sne)

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