"Tomas" wird vor Haiti zum Hurrikan

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Die Meteorologen rechneten mit gefährlicher Brandung entlang der Küste und Erdrutschen im Landesinneren.

Port-au-Prince - Mit Windgeschwindigkeiten von 130 Stundenkilometern hat der Wirbelsturm “Tomas“ am frühen Freitagmorgen den Süden Haitis erreicht. Es werden Überflutungen befürchtet.

Wie das US-Hurrikanzentrum in Miami am Morgen berichtete, hatte das Tief kurz zuvor über dem warmen Wasser der Karibik Kraft getankt und war zu einem Hurrikan der Stufe 1 geworden. Das rund 60 Kilometer große Sturmzentrum schob sich an der Südwestspitze Haitis vorbei in Richtung Norden auf den Osten Kubas und die Bahamas zu. Vor allem im Südwesten Haitis zwischen den Städten Les Cayes und Jacmel werden schwere Regenfälle und Überflutungen befürchtet.

Haiti: Der Kampf ums Überleben

Haiti: Der Kampf ums Überleben
Männer suchen unter den Toten Angehörige © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Auch eine junge Frau vermisst Angehörige © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Identifizierte Tote werden mit einem Band um den großen Zehen markiert © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Ein Mann schützt sich mit Kleiderfetzen vor dem Verwesungsgeruch © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Ein Mann hat sich an einer Tankstelle zwei Kanister Benzin abgefüllt. Vielerorts wurden Geschäfte geplündert © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Fast alle Anwesenden versuchen, sich umsonst Benzin abzuzapfen © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Ein Mann steht einer verletzten Frau bis zu deren Behandlung bei © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Nur der Arm eines verschütteten Opfers ragt aus den Trümmern © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Ein verletztes Kind wird notdürftig genäht © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Ein spanischer Helfer rettet den Zweijährigen Redjeson Hausteen © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Der Kleine klammert sich an seinen Lebensretter © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Schnell durfte er wieder in die Arme seiner Mutter © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Ein Kind wird unter mütterlichem Beistand vom Arzt behandelt © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Ein Überblick des Grauens © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Gladys Louis Jeune ist eine der Überlebenden © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Die Retter haben sie nach 43 Stunden aus den Trümmern befreit © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Prominenter Beistand: Rapper Wyclef Jean reist in seine Heimat © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Ein chinesischer Arzt versorgt ein verletztes Kind © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
In einer notdürftig errichteten Klinik werden Verletzte so gut es geht versorgt © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Der Franzose Pascal Simon koordiniert die Versorgung mit Arzneimitteln © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Auch Sarla Chand, 65, aus New Jersey zählt zu den Geretteten © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Französische Feuerwehrmänner haben sie von den Trümmern befreit und bringen sie ins Krankenhaus © AP

In der 280 Kilometer entfernten Hauptstadt Port-au-Prince herrschte in der Nacht völlige Windstille, dann setzten starke Windböen ein. Es regnete seit Donnerstagabend unaufhörlich. Regierung und die in dem Karibikstaat stationierte UN-Mission Minustah befürchteten, dass vor allem die tiefliegenden Slums und teilweise auch die Zeltstädte der Opfer des verheerenden Erdbebens vom Januar durch den Sturm verwüstet werden könnten.

Der Flughafen war bereits am Donnerstagabend vorsorglich für den zivilen Luftverkehr geschlossen worden. Die USA waren nach Angaben der UN bereit, im Notfall erneut - wie schon im Januar - vorübergehend die Kontrolle über den Flughafen-Tower zu übernehmen, um die Hilfe von dort aus zu steuern. Der Chef der UN-Mission Minustah, Edmond Mulet, sagte der Nachrichtenagentur dpa, es sei zu befürchten, dass Haiti vom Wirbelsturm “Tomas“ schwer getroffen wird.

Der höchste UN-Repräsentant in Haiti sagte weiter, dass die Wassermengen viele Straßen und Brücken zerstören könnten, darunter auch die Strecke in die benachbarte Dominikanische Republik. Dann sei der Flughafen von Port-au-Prince die einzige Möglichkeit, um Hilfsgüter schnell ins Land zu bringen. Es seien daher bereits Schiffe mit Gütern aus den USA, Großbritannien und Frankreich nach Haiti unterwegs, sagte Mulet weiter. Außerdem sei ein in Puerto Rico stationierter Hubschrauber- Träger nach Haiti beordert worden und die Minustah habe Ingenieure und Bautrupps in den gefährdeten Gebieten im Landessüden in Stellung gebracht. Sie sollen im Falle von Zerstörungen schnell eingreifen.

In Port-au-Prince hatten sich die Menschen am Donnerstag mit Lebensmitteln eingedeckt. Die Schulen wurden geschlossen, vor allem, um auch Platz für Obdachlose zu schaffen. In Port-au-Prince und Umgebung leben immer noch über eine Million Erdbebenopfer in provisorischen Zeltlagern. Der Wirbelsturm war in der vergangenen Woche vor den Kleinen Antillen entstanden und hatte dort auf der Insel St. Lucia elf Menschen getötet.

dpa

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