Werbeindustrie auf Hochtouren versetzt

Gelb und allgegenwärtig: Der Hype um die Filmfiguren Minions

Fahren im Minion-Look: Autozubehör. Foto: Kaufmann/ nh

Die Minions sind kleine, gelbe Trickfilm-Figuren, die einem bösen Herrscher dienen. Dabei haben sie ihre eigene Sprache „Banana“ entwickelt. Bekannt wurden sie aus den Filmen: „Ich - Einfach unverbesserlich 1 und 2“ (2010, 2013). Kürzlich haben die einstigen Nebenfiguren mit „Minions 3D“ ihren eigenen Film bekommen.

Man kann sie anziehen, essen oder anschauen: die Minions. Die kleinen, gelben Trickfilm-Helden sind aktuell auf so gut wie jedem Produkt zu finden: ob auf Socken, Keksen, als Plüschfigur oder „Baboy“ - wie die Minions auf ihrer Banana-Sprache für Spielzeug sagen würden. Etwa 700 Produkte gibt es derzeit.

Was dieser Hype für ein Unternehmen bedeutet, weiß Oliver Kaufmann. Er ist der Geschäftsführer der Firma Kaufmann Neuheiten in Baden-Württemberg und darf jegliches Autozubehör mit Minions darauf verkaufen. „Wir beschäftigen uns seit knapp 20 Jahren mit Lizenzprodukten rund ums Auto. Dann hat uns die Filmfirma Universal gefragt, ob wir das machen wollen“, erklärt er. Und 2013 wollte sein Unternehmen -und bekam die Minions-Lizenz für Deutschland und Österreich.

Das schlägt sich positiv auf die Verkaufszahlen nieder: „Wir vertreiben die Produkte über Handelskanäle. Zum Beispiel haben wir Aktionen mit Real oder Toys’ R’ Us gemacht. Man sieht, dass der Verkauf dort zunimmt, weil der Endverbraucher die Charaktere einfach mag. Unsere Handelspartner bestellen dann nach.“ Was das für dieses Jahr finanziell bedeutet, weiß er noch nicht. Nur so viel: Im Online-Shop von Toys ’R’ Us wird ein Kindersitz momentan für 15,98 Euro das Stück verkauft.

Aber wieso gerade die eigentlichen Nebenfiguren der „Ich - einfach unverbesserlich“-Filme? „Die Charaktere sind sehr witzig. Wir haben gedacht, dass sie eine breite Zielgruppe abdecken - also nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene“, beschreibt Oliver Kaufmann die Entscheidung seines Unternehmens für die Minions.

Das große Interesse wird anhand der Kino-Besuche deutlich: Über 5,14 Millionen Personen haben den Kinofilm „Minions 3D“ bisher in Deutschland gesehen, allein 535 000 Zuschauer waren am Premierentag da. Im Vergleich: Insgesamt sahen sich „Fifty Shades of Grey“ 4,4 Millionen Besucher an, bei „Fast & Furious 7“ waren es 4,2 Millionen.

Ein Durchbruch, der Kaufmann begeistert: „Wir haben uns sehr gefreut, als der eigene Film herauskam. Wir sind darin bestrebt, die Zusammenarbeit mit Universal weiter auszubauen, würden sie gern verlängern, weil die Minions gut laufen.“ So habe sein Unternehmen die Lizenz bis 2016 erworben, danach werden sie wieder neu auf dem Markt angeboten.

2017 sollen die Minions wieder als Nebendarsteller aus ihrem Ursprungsfilm „Ich - einfach unverbesserlich“ auf die Kinoleinwände kommen, denn dann startet der dritte Teil. Bleibt wohl nur zu sagen „Poopaye!“ oder auf Nicht-Banana: „Auf Wiedersehen“.

Drei Fragen an Susanne Rieschel vom Elternratgeber „Schau hin!“

Wieso kommen die Minions allgemein so gut an?

Susanne Rieschel: Das liegt an der Mischung der tollpatschigen und mutigen Helden, die ihre Schwächen zeigen. Gleichzeitig gibt es eine actionreiche Handlung mit einem Gut-und- böse-Schema. Sowohl Kinder als auch Erwachsene werden durch die zwei Ebenen angesprochen. Kinder lachen über die reine Handlung, für ältere sind Anspielungen versteckt.

Wie schätzen Sie den Hype um die gelben Trickfilm-Helden ein?

Rieschel: Es ist kritisch zu bewerten, dass die Minions flächendeckend auf die Produkte verteilt werden. Für Eltern ist es sehr anstrengend dagegenzuhalten und nicht alles zu kaufen. Sie müssen ihren Kindern erklären, dass damit nur Geld gemacht werden soll und dass die Minions-Kekse beispielsweise, nicht besser schmecken als andere, günstigere Plätzchen. Ein Tipp: Im Internet gibt es Anleitungen, nach denen man einige Produkte mit den Kindern selbst basteln kann.

Ist „Minions 3D“ ein guter Film für Kinder?

Rieschel: Auch wenn er keine Altersbeschränkung hat, eignet er sich nicht für Vorschulkinder, sondern frühestens ab acht Jahren. Es gibt Kommentare zu dem Film, in denen sich Kinder zwischen neun und 13 Jahren positiv dazu äußern. Gleichzeitig hat sich aber auch eine Mutter beklagt, dass ihr vierjähriger Sohn davon traumatisiert sei. Für so junge Kinder sind 90-minütige Filme nicht geeignet. Eltern sollten mit ihnen erst einmal kürzere Episoden anschauen.

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