„Ich bin ein Berliner!“ – John F. Kennedy vor 50 Jahren in Berlin

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Als John F. Kennedy 1963 Berlin besuchte, begeisterte er die Deutschen mit seinem legendären Satz „Ich bin ein Berliner!“

Der 26. Juni 1963 ging in die Geschichte ein: Als John F. Kennedy „Ich bin ein Berliner!“ ins Mikro rief, waren Hunderttausende begeistert. In eindrucksvollen Bildern hält der Band „Kennedy in Berlin“ des Hirmer Verlags jenen historischen Moment und die Deutschland-Reise des Präsidenten fest.

Es war das bis dahin größte Ereignis der Nachkriegsgeschichte: Vom 23. bis zum 26. Juni besuchte John F. Kennedy die damals noch recht junge Bundesrepublik Deutschland. Anlass war der 15. Jahrestag der Berliner Luftbrücke.

Das Ereignis des Deutschland-Besuchs bewirkte einen mehrtägigen Ausnahmezustand im Land: John F. Kennedy hatte bereits während seiner Präsidentschaft die Aura einer Legende. In Amerika wurde er als Held gefeiert, war der Popstar unter den Politikern.

John F. Kennedy und sein Verhältnis zu den Deutschen

John F. Kennedy hatte Deutschland bereits vor seiner Präsidentschaft dreimal besucht: 1937, 1939 und 1945. Besonders die letzte Reise in das zerstörte Deutschland hatte ihn offenbar tief bewegt: Trostlose Ruinen, traumatisierte Menschen – allem Anschein nach empfand er Deutschland als tristes, hoffnungsloses Land.

Die Deutschen ihrerseits nahmen dem Präsidenten die lasche Reaktion auf den Bau der Mauer übel: „Keine sehr schöne Lösung, aber tausendmal besser als Krieg“. Sicher, einen vielleicht sogar atomaren Krieg zwischen der Sowjetunion und den USA fürchtete man auch in der Bundesrepublik. Die Deutschen fühlten sich dennoch im Stich gelassen.

Der Neubeginn: „Ich bin ein Berliner!“

Die Deutschland-Reise von John F. Kennedy veränderte alles: Rund 450.000 Menschen – so viele wie niemals zuvor – drängten sich an jenem historischen 26. Juni 1963 vor dem Rathaus Schöneberg, als der mächtigste Mann der Welt an die Mikrofone trat. Er sicherte den Berlinern die volle Solidarität der USA zu und schloss mit den berühmtesten Worten seiner Amtszeit: „Ich bin ein Berliner“. Die Deutschen waren begeistert – vergessen war die Betroffenheit über Kennedys Kommentar zum Mauerbau.

Der Präsident hatte ein anderes, neues Deutschland kennengelernt. Nicht verängstigte, verzweifelte Augen blickten ihn an. Überall begegnete er begeisterten, hoffnungsvollen Menschen. Beim Abflug aus Deutschland verriet er Willy Brandt, er werde seinem Amtsnachfolger einen Brief hinterlassen, den dieser öffnen solle, wenn er sich in einer mutlosen Lage befinde. „Go to Germany, go to Berlin!”, solle darin stehen.

Der Bildband: Kennedy in Berlin

Während der gesamten Deutschland-Reise war der Fotograf Ulrich Mack an der Seite des Präsidenten. Zum 50-jährigen Jubiläum der Deutschland-Reise bringt der Hirmer Verlag den Bildband „Kennedy in Berlin“ mit vielen von Macks bisher unveröffentlichten Aufnahmen heraus.

Mit der Kamera fing der Fotograf die Höhepunkte der hochemotionalen Reise ein, bewies aber auch seinen Blick für das Geschehen am Rand: ergriffene Bürger, konzentrierte Sicherheitskräfte, vor Begeisterung ohnmächtige Frauen. Macks Bilder geben einen bewegenden Einblick in die emotionale Spannung jener historischen Ereignisse vor 50 Jahren – als John F. Kennedy sein Verhältnis zu den Deutschen neu erfand.

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