Er ist immer der Böse: Uwe Bohm im Leipziger „Tatort“

Dreimal Uwe Bohm: Vorigen Sonntag als Verdächtiger im Bodensee-„Tatort“ (von links), dieses Wochenende tickt er in Leipzig aus, privat ist er aber ganz anders. Fotos: dpa/ard

Zum dritten Mal in drei Wochen ist Uwe Bohm als Fiesling im Fernsehen zu sehen. Im Leipziger "Tatort" spielt er einen Ingenieur unter Mordverdacht. Einen besseren Bösen gibt es nicht im TV.

Vorigen Sonntag postete eine Kollegin bereits um viertel nach acht bei Facebook, dass sie wisse, wer der Mörder im Bodensee-„Tatort“ sei. Sie hatte im Vorspann gelesen, dass Uwe Bohm mitspielt. „Der ultimative Mörderdarsteller im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Wetten, er war’s?“, schrieb die Kollegin.

Bohm war dann doch nicht der Täter, genauso wenig wie vor zwei Wochen im ZDF-Taunus-Krimi „Tiefe Wunden“ mit der Nordhessin Felicitas Woll, wo seine Figur ebenfalls in den Fokus der Ermittlungen geriet. Diesen Sonntag ist er schon wieder im „Tatort“ zu sehen - bereits zum neunten Mal. Die sympathischen Typen hat er in all den Jahren selten gespielt. Der 53-Jährige ist der meistgebuchte Fiesling im deutschen Fernsehen.

Im vorletzten Leipziger „Tatort“ mit Simone Thomalla und Martin Wuttke spielt Bohm einen Ingenieur, dessen Tochter bei einem Verkehrsunfall starb, der seinen Job verloren hat und dessen Frau weggelaufen ist. Dieser Christian Scheidt hätte also einige Gründe gehabt, seinen Ex-Geschäftspartner, der den Tod seiner Tochter verursachte, zu ermorden.

Autor und Regisseur Stefan Kornatz trägt in „Blutschuld“ ganz schön dick auf. Mit Bohm hat er aber einen tollen Darsteller gefunden, dem es egal ist, dass viele ihn sofort für den Bösen halten. „Ich bin Charakterdarsteller, nicht derjenige, der immer nett ist. Mir geht’s nicht um Quoten, sondern um Qualität“, sagt der Hamburger.

Bekannt wurde Bohm 1976. Da war er gerade 14, hieß noch Uwe Enkelmann und spielte in Hark Bohms „Nordsee ist Mordsee“ den Anführer einer Jugendbande, die alle abzockt. Der Regisseur drehte weitere tolle Filme mit dem Jungen und adoptierte ihn sogar. Zuvor hatte Enkelmann/Bohm nach dem Tod seiner Mutter drei Jahre im Heim gelebt.

Nach einer Lehre zum Maler und Lackierer machte er groß Karriere, spielte unter Peter Zadek, am Wiener Burgtheater, am Berliner Ensemble - und im Fernsehen immer wieder den Bösen. Wie es ist, mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten, weiß der mit der Schauspielkollegin Ninon Held verheiratete Bohm. Auf die Frage, womit er sein erstes Geld verdient habe, sagte er einmal: „Ich habe es geklaut.“

Von Matthias Lohr

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.