EU hat vorbestellt

Impfstoff von Johnson & Johnson zu 66 Prozent wirksam

Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson
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Zwei Ampullen mit dem Corona-Impfstoff von Janssen, der Pharmasparte des US-Konzerns Johnson & Johnson. Foto: Cheryl Gerber/Johnson & Johnson/dpa

Der nächste Impfstoff gegen das Coronavirus ist in der Pipeline: Janssen, die Pharma-Sparte von Johnson & Johnson, präsentiert einen Zwischenstand der Phase-III-Studie. Gesundheitspolitiker reagieren verhalten. Die EU hat aber schon bestellt.

New Brunswick/Neuss (dpa) - Bei der Herstellung eines Corona-Impfstoffes, der nur einmal verabreicht wird, hat die Firma Janssen einen wichtigen Schritt gemacht.

Die Pharmasparte des US-Konzerns Johnson & Johnson gab am Freitag ein Zwischenergebnis ihrer Phase-III-Studie mit rund 44.000 Probanden bekannt, demzufolge der Impfstoff vier Wochen nach Verabreichung einen 66-prozentigen Schutz vor mittleren oder schweren Covid-19-Krankheitsverläufen biete. Die Wirksamkeit gegenüber schweren Erkrankungen wurde mit 85 Prozent angegeben. Die Prozentzahlen bedeuten, dass es in der geimpften Probandengruppe entsprechend weniger Fälle gab als in der Placebo-Probandengruppe.

Die Chefetage des Konzerns äußerte sich zufrieden, Anfang Februar will der Hersteller eine Notfallzulassung in den USA beantragen. Die Veröffentlichung der Daten ist notwendig, um die Zulassung bei den Behörden zu beantragen. Die Studie läuft in den USA, Lateinamerika und Südafrika. Es ist bisher der einzige auch für die EU vorgesehene Impfstoff, der nur einmal gespritzt werden müsste - das gilt als großer Vorteil.

Die EU-Kommission hat 200 Millionen Dosen vorbestellt plus Option auf weitere 200 Millionen Dosen. Im Gegensatz zu den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und von Moderna handelt es sich um einen Vektorimpfstoff, der bei Kühlschranktemperatur transportiert und gelagert werden kann. Bei den Konkurrenzprodukten, die in der EU bereits verimpft werden und im Abstand von mehreren Wochen zwei Mal gespritzt werden, ist die Wirksamkeit Studienergebnissen zufolge allerdings höher.

Unter Gesundheitspolitikern war die Reaktion verhalten. «Leider sind die Daten von Janssen nicht so überzeugend, dass man gleich jubeln kann», sagte der gesundheitspolitische Sprecher der EVP-Fraktion im Europaparlament, Peter Liese. Unter anderem die Experten der europäischen Arzneimittelagentur müssten das ganze nun «sehr genau prüfen und dann muss entschieden werden, ob und in welcher Form der Impfstoff eingesetzt werden kann», so der CDU-Politiker.

© dpa-infocom, dpa:210129-99-225534/5

Mitteilung von Johnson & Johnson mit der Pharmasparte Janssen

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