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„Café Mohrenkopf“ im Netz-Visier: Betreiber wehrt sich mit emotionalem Statement – „Der Name bleibt!“

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Von: Felix Herz

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Das Café Mohrenkopf kämpft um die Daseinsberechtigung seines Namens – und sieht sich heftiger Kritik aus dem Netz ausgesetzt (Symbolbild).
Das Café Mohrenkopf kämpft um die Daseinsberechtigung seines Namens – und sieht sich heftiger Kritik aus dem Netz ausgesetzt (Symbolbild). © Gerhard Leber / IMAGO

Ein Café wird im Netz mit negativen Bewertungen bombardiert. Auslöser ist der Name: Café Mohrenkopf. Der Wirt wehrt sich nun gegen die Kritik.

Ingolstadt – Für die einen ist es nicht mehr zeitgemäß, für die anderen eine übertriebene Reaktion der heutigen Zeit: Um das Café Mohrenkopf, gelegen in der Innenstadt von Ingolstadt, entbrannte jüngst eine heftige Diskussion. Im Mittelpunkt steht der Wirt, der sich nun in einem emotionalen Facebook-Post Luft machte.

Diskussionen um Café Mohrenkopf: Shitstorm auf Google

Das ist passiert: Viele User im Netz störten sich zuletzt am Namen des Ingolstädter Cafés, „Mohrenkopf“. Die Kritik: Der Name sei nicht mehr zeitgemäß und rassistisch. Dies äußerten die Nutzer im Netz durch negative Bewertungen auf Google, eine beliebte Protestmaßnahme im Internet. Es entwickelte sich ein regelrechter Shitstorm, wie das Bombardieren mit negativen Nachrichten und Bewertungen auch genannt wird, die Sterne-Bewertung des Cafés nahm rapide ab.

In den Rezensionen schrieben die User zum Beispiel, der Name sei nicht mehr zeitgemäß, rassistisch und gehöre nicht ins 21. Jahrhundert. Eine Nutzerin schrieb: „Der Name des Cafés ist super unangebracht und diskriminierend“, eine andere vermutet eine Taktik: „Nicht nur, dass der Name des Lokals alles andere als zeitgemäß ist, wird auf Facebook ein Post mit unter anderem einem Schokokuss geteilt, der natürlich entsprechend „denkende“ Menschen anlockt, die ihren Frust über die sich wandelnde Sprachbewusstheit unter Zuhilfenahme sämtlicher Klischees und Beleidigungen kundtun. Dass der Inhaber dieser Seite nichts dagegen unternimmt, lasse ich einfach mal so stehen.“

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Shitstorm gegen Café Mohrenkopf: Wirt wehrt sich auf Facebook

Gegen die Kritik aus dem Netz setzte sich der Wirt nun auf Facebook zur Wehr. Dabei geht es ihm vor allem um den Schutz seiner Mitarbeiter. „Die Mädels und Jungs bei uns leisten mega tolle Arbeit, reißen sich den Allerwertesten fürs Café und unsere Gäste auf, putzen, kochen, servieren, halten das Café am Laufen, und dabei sind sie alle zusammen immer noch gut drauf. Und diese Leistung wird von Einigen die NIE im Cafe waren schlecht bewertet weil der Name unangebracht ist“, schreibt der Betreiber.

Die Kritiker sollen doch lieber ihn ins Visier nehmen und nicht seine Mitarbeiter, fügt der Wirt noch hinzu. Und dann, um es ganz deutlich zu sagen, in Großbuchstaben, schreibt er: „Und zum Xten Mal: DER NAME BLEIBT!!!!“

Politische Diskussion um Café Mohrenkopf: Zustimmung für den Wirt

Im Netz finden sich nun viele Verfechter des umstrittenen Namens, die den negativen Bewertungen positive entgegensetzen. Auch da geht es, wie bei der Kritik, inhaltlich eher selten um die tatsächliche Beschaffenheit des Cafés sowie dessen Service, sondern vielmehr um die politische Dimension des Namens. Ein User schreibt bei Google zum Beispiel: „Bitte knickt nicht vor den Hass zerfressen Gutmenschen, die uns terrorisieren, ein!“ „Der Name ist Kult und muss bleiben“, schreibt ein anderer.

Auch der Facebook-Post des Wirts macht in dem sozialen Netzwerk die Runde. Fast 170.000 Likes sammelte der Beitrag, in knapp 30.000 Kommentaren drücken die Facebook-Nutzer überwiegend ihre Zustimmung für die Worte des Wirts aus. (fhz)

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