So., 19.15 Uhr, Vox

Der gebürtige Kasseler Mario Kotaska über die neue Staffel „Küchenchefs“

Scharfes Messer und scharfe Zunge: Der Sternekoch Mario Kotaska ist wieder als Küchenchef unterwegs. Foto: vox/nh

Am Sonntag startet die neue Staffel der „Küchenchefs“ auf Vox. Mit dabei ist auch wieder Mario Kotaska. Wir sprachen mit ihm über die neue Staffel, den Erfolg von Kochsendungen und die nordhessische Küche.

Warum essen Sie so gern schlechtes Essen?

Der bekannte TV-Koch kommt aus Kassel und hat 1994 am Friedrichsgymnasium sein Abitur gemacht.

Mario Kotaska: Unsere Show fängt ja immer mit einem Probeessen an. Das lässt tatsächlich sehr häufig zu wünschen übrig. Aber dabei handelt es sich ja nur um eine erste Bestandsaufnahme. Denn wir wollen ja helfen. Und da gehört das Essen dazu. Eine erste Selbstreflexion durch die Köche oder Restaurant-Betreiber hat in diesem Moment bereits stattgefunden. Sonst hätten sie uns nicht gerufen. Sonst wären wir nicht gekommen. Und für uns zählt ab diesem Moment dann das Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe.

Was erwartet die Zuschauer in der neuen Staffel?

Kotaska: Eine Menge Speck im Topf! Wir haben in Koblenz ein Restaurant komplett geschlossen, das Konzept überarbeitet und dann neu eröffnet. Der Besitzer hat sich hundertmal bedankt. Und bei einem Koch lag eine große Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Dem haben wir die Flügel gestutzt. Jetzt betreibt er mit großem Erfolg einen Imbiss und hat sein Restaurant aufgegeben.

Wie lange sind Sie für eine Folge unterwegs?

Kotaska: Beim ersten Besuch sind wir immer drei Tage unterwegs. Erst wird Probe gegessen, dann das Problem analysiert und anschließend mit Stadtmarketing, Radio und Co. gesprochen. Am dritten Tag wird dann mit einem großen Essen oder Ähnlichem Aufmerksamkeit erzeugt. Dann lassen wir den Leuten erst mal Zeit, um unsere Vorschläge umzusetzen. Nach vier bis sechs Wochen kommen wir zurück und überprüfen, ob sich etwas verbessert an. Wenn ja, dann bekommt der Betrieb unser kleines Gütesiegel.

Warum gibt es so viele Fälle für Sie?

Kotaska: Das fragen wir uns auch immer wieder. Ein Problem ist die Selbstüberschätzung. Nur weil ich Autos gut finde, mache ich ja auch keine Tankstelle auf. Die stellen sich das alles viel zu einfach vor und versuchen, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Koch ist nicht ohne Grund ein Ausbildungsberuf. Auch der wirtschaftliche Faktor wird unterschätzt. Da wird täglich Geld verbrannt. Uns wäre es lieber, wenn die Leute vorher besser überlegt hätten, auf was sie sich einlassen. Dann hätten wir zwar keinen Job mehr, aber dann wäre die Gastronomie vielleicht besser.

Warum sind Kochsendungen so erfolgreich?

Kotaska: Keine Ahnung. Die einzig richtige Kochsendung ist ja „Lanz kocht“. Wegen unserer Sendung fangen ja nicht mehr Menschen mit dem Kochen an. Da geht es wohl vor allem um die Schicksale. Wir bedienen den Voyeurismus der Menschen. Ich persönlich gucke zum Beispiel keine Kochsendungen. Mir fehlt dazu einfach die Zeit.

Ganz ehrlich: Was halten Sie von der nordhessischen Küche?

Kotaska: Ich bin ja mit der nordhessischen Küche groß geworden. Schließlich habe ich dort meine Wurzeln. Mit meiner Mutter habe ich früher geübt, Speckkuchen zu machen. Sie hat mir auch den Unterschied zwischen Speckkuchen und grünem Kuchen beigebracht. Aber als ich versucht habe, Weckewerk mit Rote-Bete-Salat und Kartoffeln in ein Restaurant nach Köln zu exportieren, war das leider nicht mehrheitstauglich beim Personal.

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