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Gletscherbruch in den Dolomiten: Weiterer Abbruch droht – Kleidungsstücke am Unglücksort gefunden

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Von: Tobias Utz, Karolin Schäfer, Sarah Neumeyer, Alina Schröder

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In Italien gibt es bei einem Gletscherbruch in den Dolomiten mehrere Tote, zahlreiche werden noch vermisst. Zwei Deutsche befinden sich unter den Verletzten.

+++ 16.28 Uhr: Die Rettungskräfte an der Marmolata in Norditalien haben nach der Gletscher-Lawine vom Sonntag (3. Juli) Kleidungsstücke an dem Unglücksort gefunden. Unklar sei jedoch, ob es sich um Kleidung von Opfern handle, erklärte ein Mitglied der Helikopter-Einheit des Trentinos, wie die Nachrichtenagentur Ansa am Dienstag berichtete. Ihm zufolge wird nun geprüft, ob und wie die Kleidung geborgen werden kann und ob dort möglicherweise Opfer liegen. Die Einsatzkräfte setzten am Dienstag die Suche in dem Gebiet fort, nachdem sie am Montag wegen eines Unwetters ihre Arbeit unterbrochen hatten. Bei der Suche waren hauptsächlich Drohnen im Einsatz, da eine Suche am Boden noch zu gefährlich war.

Die Zahl der Vermissten ist von dreizehn auf fünf gesunken. Am Nachmittag bestätigten die Behörden, vier vermisste Ausländer kontaktiert zu haben, die gesund seien. Außerdem habe man die Identität eines verletzten Mannes ermitteln können, der in einem Krankenhaus in Treviso liegt. Zudem ermittelten die Behörden den Halter eines Fahrzeugs mit deutschem Kennzeichen, das oben auf dem Parkplatz stand, den in der Regel die Wanderer nutzen, die Richtung Gipfel der Marmolata laufen. Am Dienstag erklärte die Polizei auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur, der Halter sei ausfindig gemacht worden und befände sich außer Gefahr.

Ein Rettungshubschrauber überfliegt den Gletscher Punta Rocca in der Nähe von Canazei in den italienischen Alpen.
Ein Rettungshubschrauber überfliegt den Gletscher Punta Rocca in der Nähe von Canazei in den italienischen Alpen. © Luca Bruno/dpa

Gletscherbruch in den Dolomiten: Weiterer Abbruch droht – Smartphones von Vermissten werden geortet

+++ 09.30 Uhr: Rettungskräfte versuchen derzeit Signale von Smartphones Vermisster zu orten. Immer noch werden 13 Bergsteiger vermisst.

Der Marmolata-Gletscher ist offenbar sehr instabil. Ein „schwebender“ Bock droht einzustürzen. Vorerst dürfen keine Retter mehr die Flanke des Berges betreten. Die Untersuchungen, warum der Gletscher am Sonntag (3. Juli) gegen 14.00 Uhr plötzlich in die Tiefe stürzten, laufen noch. Ein möglicher Grund ist laut übereinstimmenden Medienberichten die klimatische Veränderung in der Region. Unter dem Gletscher muss sich eine gigantische Menge an Schmelzwasser gebildet haben, vermuten Fachleute. Das berichtet der italienische TV-Sender RAI.

Gletschersturz in Dolomiten
Ein Rettungshubschrauber überfliegt den Gletscher Punta Rocca in der Nähe von Canazei in den italienischen Alpen. © Luca Bruno / dpa

Update vom Dienstag, 5. Juni, 08.00 Uhr: Offenbar droht ein weiterer Gletscherbrocken einzustürzen. Die Marmolata sei noch nicht fertig „zerbröckelt“, warnte Walter Cainelle, der Präsident der Bergrettung von Trentino gegenüber der italienischen Zeitung La Stampa. Ein weiterer Teil des Gletschers sei „bereit zum Einsturz“, so Cainelli. Demnach sei dieses Stück ähnlich groß, wie das, welches zuvor zum Tod von mehreren Bergsteigern geführt hatte. „Es wird sicherlich zusammenbrechen, auch wenn nicht festgestellt werden kann, wann“, so der Experte. Dies sei der Grund, warum die Suche nach Vermissten aktuell ausgesetzt werde. Man müsse die Bergretter selbst schützen.

+++ 17.30 Uhr: Nach dem Gletscherbruch in den norditalienischen Dolomiten werden noch 14 Menschen vermisst. Angehörige hätten die Vermissten den Behörden gemeldet, weil sie keine Nachrichten mehr von ihnen erhielten. Das erklärte der Regionalpräsident von Trentino-Südtirol, Maurizio Fugatti, am Montag in Canazei. Die Zahl der Todesopfer lag am Montagnachmittag bei sieben, weitere werden befürchtet.

Update vom Montag, 4. Juli, 16.00 Uhr: Auch zwei Deutsche wurden am Sonntag von der Lawine erwischt, die nach dem Gletscherbruch auf rund 3000 Metern Meereshöhe ins Tal raste. Das sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes der Deutschen Presse-Agentur. Beide Personen seien schwer verletzt und würden in einem Krankenhaus von Belluno, südöstlich des Unglücksortes, behandelt. Nach Angaben der Klinik handelt es sich um einen 67-jährigen Mann und eine 58-jährige Frau.

Auf dem Parkplatz unterhalb des Bergs Marmolata stand Polizisten zufolge am Montag ein Camper mit bayerischem Kennzeichen. Dieser sei bereits am Sonntag dort geparkt worden. Der Parkschein hinter der Windschutzscheibe lief am Montagmorgen um 09.30 Uhr ab. Ob es sich um das Auto der zwei verletzten Deutschen handelte, ist bislang noch unklar. Am Montag wurde zudem eine weitere Leiche entdeckt, wie die Polizei in Trient bestätigte. Damit stieg die Zahl der Todesopfer auf sieben. Mehr als ein Dutzend Personen werden noch vermisst.

Derzeit wird sich verstärkt mit der Ursache des tragischen Gletscherbruchs in Norditalien beschäftigt. Nach Einschätzung von Klimaexperten und Forschern ist das Unglück unter anderem auf die steigenden Temperaturen zurückzuführen. Diese lassen die Gletscher immer weiter schmelzen und bröckeln. Wegen des geringen Niederschlags in diesem Winter fehlte Schnee, der den Gletscher zusätzlich vor der Sonne hätte schützen können.

Tragischer Gletscherbruch in Italien: Dutzende Menschen werden vermisst

Update vom Montag, 4. Juli, 11.30 Uhr: Das Auswärtige Amt geht nach dem folgenschweren Gletscherbruch im Norden Italiens davon aus, dass Menschen aus Deutschland involviert sind. Eine Sprecherin erklärte, dass es um zwei Personen gehe. Ob sie zu den Toten oder den Vermissten zählen, blieb unklar. Das Honorarkonsul in Bozen und die deutsche Botschaft in Rom stünden im ständigen Austausch mit den italienischen Behörden, hieß es.

Der italienische Ministerpräsident Mario Draghi will gegen Montagmittag in der Nähe des Unglücksortes eintreffen, wie sein Büro mitteilte. In der Gemeinde Canazei im Trentino, wo die Behörden ein Lagezentrum eingerichtet haben, wolle er sich zusammen mit dem Chef des Zivilschutzes über die Lage informieren. Die Bergrettung der Region Venetien veröffentlichte einen Aufruf an Angehörige und Freunde möglicher Vermisster: Auf den Parkplätzen, an denen üblicherweise die Normalroute auf den Marmolata-Gipfel startet, stünden derzeit noch 16 Autos, die nicht zugeordnet werden könnten.

+++ 18.00 Uhr: Mindestens fünf Menschen sind bei einem Gletscherbruch in den Dolomiten in Norditalien ums Leben gekommen. Acht weitere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Mit fünf Helikoptern und mehreren Hundestaffeln wurde am Nachmittag nach weiteren Bergsteigern unter den Eis-, Schnee- und Felsmassen gesucht. Über die Nationalität der Opfer ist bislang nichts bekannt.

Am 3343 Meter hohen Bergmassiv Marmolata hatte sich ein großer Gletscherbrocken gelöst und war ins Tal gestürzt. Dabei wurden zwei Seilschaften getroffen. „Wir haben ein lautes Geräusch gehört, typisch für einen Bergsturz“, erklärte ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur Ansa. „Danach sahen wir eine Lawine von Schnee und Eis in hoher Geschwindigkeit in Richtung Tal stürzen und wir wussten, dass etwas Schlimmes passiert ist.“

Die Such- und Rettungsaktion kann nur unter erschwerten Bedingungen stattfinden, da weitere Eis- und Felsstürze folgen könnten. Nach Angaben der Rettungsleitstelle der Region Venetien befanden sich 18 Menschen oberhalb der abgebrochenen Stelle und warteten auf Hilfe. Ein Schwerverletzter wurde in ein Krankenhaus nach Treviso geflogen. Zwei weitere Verletzte kamen ins Krankenhaus Belluno, fünf nach Trient.

Gletscherbruch in Italien: Fünf Menschen ums Leben gekommen

Erstmeldung vom Sonntag, 3. Juli, 17.30 Uhr: Bozen – Bei einem Gletscherbruch in den norditalienischen Dolomiten sind mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Das teilte die Rettungsleitstelle der Region Venetien am Sonntag (3. Juli) mit.

Von der infolgedessen ausgelösten Lawine aus Eis, Schnee und Fels wurden acht weitere Menschen verletzt. Die Suche nach weiteren Menschen dauere nach Angaben der italienischen Behörden noch an.

Italien: Zwei Seilschaften von Gletscherbrocken getroffen

Das Unglück soll sich am Marmolata-Gletscher ereignet haben. Dort soll ein großes Stück vom Gletscher abgebrochen und in der Nähe der Aufstiegsroute in die Tiefe gestürzt sein. Ersten Erkenntnissen zufolge sollen zwei Seilschaften getroffen worden sein. Wie viele Bergsteiger in der Region unterwegs waren, ist derzeit unklar, sagte Bergrettungssprecher Walter Milan. (kas/tu/asc mit AFP/dpa)

Unglück in Deutschland: Bei einer Bergtour an der Zugspitze im April stürzte ein Ehepaar in den Tod.

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