Riesen Wirbel

Jäger wollen Seehunde in der Nordsee abschießen

Kiel/Wilhelmshaven - Der Landesfischereiverband und der Landesjagdverband Schleswig-Holstein haben mit einer Forderung nach dem Abschuss von Seehunden für Wirbel gesorgt.

Der Bestand sei derzeit viel zu groß, sagte der Vorsitzende der Kutter- und Küstenfischer, Lorenz Marckwardt, am Dienstag. Die hohe Zahl sei dafür verantwortlich, dass die Fischer im Watt kaum noch Plattfische oder Kabeljau fingen. Nach Ansicht der Jäger ist die Gefahr einer Seuche höher, wenn es viele Seehunde gibt. Tier- und Umweltschützer sowie das zuständige Ministerium in Kiel lehnen den Vorstoß ab.

Hätten Sie es gewusst? So alt werden Tiere

Ameisen werden bis zu sieben Jahre alt. © dpa
Bären werden bis zu 50 Jahre alt. © dpa
Eintagsfliegen werden nur einen Tag alt. © dpa
Elefanten werden bis zu 85 Jahre alt. © dpa
Enten werden bis zu 22 Jahre alt. © dpa
Füchse werden bis zu 15 Jahre alt © dpa
Hirsche werden bis zu 35 Jahre alt. © dpa
Hunde werden bis zu 15 Jahre alt. © dpa
Kakadus werden bis zu 100 Jahre alt © dpa
Kanarienvögel werden bis zu 22 Jahre alt. © dpa
Karpfen werden bis zu 120 Jahre alt. © dpa
Katzen werden bis zu 15 Jahre alt © dpa
Kröten werden bis zu 40 Jahre alt. © dpa
Krokodile werden bis zu 50 Jahre alt. © dpa
Löwen werden bis zu 35 Jahre alt © dpa
Maikäfer werden bis zu sechs Wochen alt. © dpa
Mäuse werden bis zu drei Jahre alt. © dpa
Nashörner werden bis zu 50 Jahre alt. © dpa
Pferde werden bis zu 40 Jahre alt. © dpa
Regenwürmer werden bis zu zehn Jahre alt. © dpa
Riesenschildkröten werden bis zu 180 Jahre alt. © dpa
Schimpansen werden bis zu 40 Jahre alt. © dpa
Manche Schmetterlinge werden nur einen Tag alt. © dpa
Steinadler werden bis zu 100 Jahre alt. © dpa
Uhus werden bis zu 70 Jahre alt. © dpa
Wale werden bis zu 120 Jahre alt. © dpa
Wespen werden bis zu einem Jahr alt. © dpa
Wildgänse werden bis zu 80 Jahre alt. © dpa

Nach Angaben des Wattenmeersekretariats in Wilhelmshaven wurden im vergangenen Jahr im gesamten Wattenmeer mehr als 24 000 Seehunde gezählt. Der tatsächliche Bestand sei jedoch um ein Drittel größer. “15 000 Seehunde würden reichen, um den Bestand zu sichern“, betonte Fischer Marckwardt. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet, dass sich neben dem Landesfischereiverband und dem Landesjagdverband auch der dänische Seehundexperte Thyge Jensen für eine Jagd auf Seehunde stark mache.

Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) lehnt das ab: “Dafür gibt es keine fachliche biologische Begründung. Die Jagd auf Seehunde wäre politisch falsch und rechtlich nicht möglich.“ Dass der Bestand nach der Einstellung der Jagd Mitte der 1970er Jahre und nach zwei Epidemien 1988 und 2002 wieder so gewachsen sei, sei ein großer Erfolg der Schutzgebiete in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Dänemark.

Nach Ansicht des Landesjagdverbandes könnte der Abschuss von Seehunden verhindern, dass sich wieder ein verheerendes Staupevirus ausbreitet. “Je größer der Bestand, desto größer die Gefahr, dass eine Seuche ausbricht“, sagte Geschäftsführer Andreas Schober. Sollten viele Kadaver am Strand liegen, sei das auch kein schöner Anblick für die Touristen, meint Marckwardt. “Das gibt kein gutes Bild ab.“ Der Leiter des Wattenmeersekretariats, Jens Enemark, kann die Argumente der Verbände nicht nachvollziehen: “Das ist kompletter Unsinn“, sagte er. Beweise für die Thesen der Fischer und Jäger gebe es nicht.

dpa

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