Unbekannte haben bei Moringen ihre Haustiere einfach im Wald entsorgt

Einfach abgekippt: Jäger retten Meerschweinchen

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Das ausgesetzte Meerschweinchen Hubertus hat bei Heiko Hartmann (Mitte) ein neues zu Hause gefunden, links sein Mitjäger Michael Detloff mit Dackel Murphy (2) und Jan Hartmann mit Dackel Giovanni (14). 

Moringen. Die beiden Moringer Jäger Heiko Hartmann und Michael Detloff wollten am Dienstag dieser Woche auf der Ahlsburg einen Keiler erlegen. Doch statt mit einem Wildschwein kamen sie mit einem Meerschwein nach Hause.

Einen Tag später fanden Heiko Hartmann und sein Sohn Jan (14) noch ein ausgesetztes Zwergkaninchen.

Die Geschichte, die die beiden Jäger erlebten, klang zunächst fast nach einem Witz, der einem allerdings im Hals stecken bleibt: Am Dienstagabend fuhren die beiden auf den Parkplatz unterhalb der Ducksteinquelle. Sie stellten ihren Wagen ab, um das Bächlein Bölle abzulaufen. „Zwischen Wald und dem angrenzenden Weizen wechseln Wildschweine, die Sauen haben im Weizen schon beträchtlichen Schaden verursacht.“ Dem Fährtenbild nach muss sich unter den Sauen auch ein stärkeres Stück befinden, wahrscheinlich ein Keiler.

Einfach abgekippt

Die Kontrolle verlief ergebnislos, wie so oft im Jägerleben. Als sich Michael Detloff kurz vor der Rückfahrt kurz erleichtern wollte, entdeckte er das Meerschweinchen. „Da ist jemand auf den Parkplatz gefahren und hat das Meerschweinchen samt Heu und Stroh einfach abgekippt“, schimpften die beiden. „Das Meerscheinchen saß ganz verschüchtert auf seinem Heuhaufen. Wir hatten überhaupt keine Mühe, es einzufangen. Es ließ sich ohne Probleme streicheln.“

„Das zahme Meerschweinchen muss von seinem Eigentümer erst kurz zuvor ausgesetzt worden sein, vielleicht wollte er in den Urlaub fahren und wusste nicht wohin damit“, vermuten die beiden. „Er hat möglicherweise gehofft, dass es von einem Fuchs gefressen wird.“

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Die beiden Jäger nahmen das Meerschweinchen mit zu Heiko Hartmann, dessen Söhne Julius und Jan bereits drei Meerschweinchen und ein Kaninchen besitzen. Julius baute dem Meerschweinchen sofort aus einer alten Hundehütte und einem Drahtverschlag einen Stall. Mutter Uschi meldete den Fund am nächsten Morgen der Polizeistation in Moringen und erkundigte sich nach den Kosten für die Sterilisation für das männliche Meerschweinchen. Denn ohne die darf es nicht zu den anderen, weil sich darunter ein Weibchen befindet. „Nachwuchs wäre nicht so gut.“ Die Kosten dafür betragen immerhin 55 Euro.

„Wir haben das Meerschweinchen bei der Jagd gefunden und werden es deshalb Hubertus nach dem Schutzheiligen der Jagd nennen“, sind sich die beiden Jäger einig, genauso darüber, dass Hubertus Glück im Unglück gehabt hat.

Am nächsten Tag fuhr Heiko Hartmann mit seinem Sohn noch einmal zu der Fundstelle des Meerschweinchen. Nicht weit entfernt hoppelte ihnen plötzlich ein zahmes Zwergkaninchen entgegen. „Das war wohl eine Komplettentsorgung.“ Auch das Zwergkaninchen nahmen sie mit nach Hause. Sie sind fassungslos: „Niemand darf Tiere einfach wie eine Mülltüte wegwerfen. Das geht gar nicht.“

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