Vor 50 Jahren: Die bis heute rätselhafte Flucht von Alcatraz

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Heute ist das frühere Gefängnis Alcatraz in der Bucht von San Francisco eine Touristenattraktion. Vor 50 Jahren saßen hier noch verurteilte Verbrecher. Dreien von ihnen gelang im Juni 1962 eine spektakuläre Flucht, die mit Clint Eastwood verfilmt wurde.

Washington. Hollywoodreifes Ereignis: 50 Jahre ist es diesen Juni (11.6.) her, dass drei Häftlinge von der Gefangeneninsel Alcatraz in der Bucht von San Francisco verschwanden. Die Flüchtlinge wurden nie wieder gesehen. Bis heute sind viele Menschen von dieser geheimnisumwitterten Geschichte fasziniert.

Die Justizbehörden zeigten sich fest überzeugt davon, dass die drei Männer im eiskalten Wasser mit seinen gefährlichen Strömungen ertranken und ihre Leichen unter der Golden-Gate-Brücke hinweg in den Pazifik getrieben worden sind.

Krimifreunde sind sich da nicht so sicher. Bis heute halten sich Spekulationen, dass Frank Lee Morris sowie die Brüder Clarence und John Anglin die Flucht aufs Festland schafften und womöglich heute noch leben.

Auch der berühmte Film "Flucht von Alcatraz" mit Clint Eastwood als Morris spielt mit dieser Fantasie.

"The Rock" (der Felsen) wurde das als fluchtsicher geltende Hochsicherheitsgefängnis auf der steinigen Insel genannt. Zwischen 1934 und 1963 - dem Jahr der Schließung - waren hier legendäre Kriminelle eingekerkert: von Al Capone bis zu "Machine Gun Kelly".

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Bericht der New York Times

Im Laufe der Jahre versuchten etwa 40 Gefangene, zu entkommen. Die meisten von ihnen wurden gefasst, einige auf der Flucht erschossen, andere ertranken. Nur in fünf Fällen, so die "New York Times", klärte sich das Schicksal der Gefangenen nie auf. Darunter ist das Trio um Morris.

An jenem Juni-Abend 1962 waren die Gefangenen wie immer in ihren Zellen eingeschlossen worden. Wärter, die ihre üblichen Runden machten, sahen ihre Köpfe - oder was sie für ihre Köpfe hielten. Am nächsten Morgen waren die drei verschwunden.

Wie sich herausstellte, hatten die verurteilten Bankräuber - vermutlich mit Unterstützung von mehreren Mithäftlingen - seit Ende 1961 an ihrer Flucht gearbeitet.

Mit Löffeln und einem improvisierten Bohrer gruben sie sich durch dicke Betonwände einen Weg durch Belüftungsschächte in einen Korridor. Sie machten sich mit einem Floß, das sie unter anderem aus Gummiregenmänteln zusammengebaut hatten, auf den Weg.

In der Zelle führten sie die Wärter mit Kissen unter der Bettdecke und aus Klopapier gebastelten Pappmaché-Köpfen in die Irre.

Überreste des Floßes und eine Plastiktüte mit persönlichen Habseligkeiten der Anglin-Brüder wurden am Tag nach der Flucht auf einer Insel gefunden, gut drei Kilometer von Alcatraz entfernt. Das machte die Behörden sicher, dass die Männer ertranken.

In den Jahren danach war die Flucht Gegenstand zahlreicher Analysen, von TV-Dokumentarfilmen, einem Buch sowie vor 33 Jahren dem Hollywood-Film.

Wenn es so wäre, wie in Don Siegels Film von 1979 - und die drei hätten es tatsächlich in die Freiheit geschafft, und sie würden noch heute leben - dann wären die Männer jetzt in ihren Achtzigern.

Von Gabriele Chwallek, dpa

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