Nach Kritik an Maßnahmen

Jan Josef Liefers nach Besuch auf Corona-Intensivstation schockiert: „Dem Tod näher als dem Leben“

Jan Josef Liefers
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Schauspieler Jan Josef Liefers, bekannt aus der „Tatort“-Reihe, schildert seine Eindrücke von einem Einsatz auf einer Corona-Intensivstation.

Mit #allesdichtmachen zog Jan Josef Liefers noch über die Corona-Maßnahmen her. Nun schildert der Schauspieler seine Einblicke in eine Intensivstation.

Kassel – Mit der Initiative #allesdichtmachen* im Frühjahr hatten etwa 50 Schauspielerinnen und Schauspieler die Corona-Politik der Bundesregierung kritisiert. Mit ironischen Videobeiträgen wurde die Aufklärung über das Coronavirus zur Panikmache erklärt. Der wohl bekannteste Name dabei war Jan Josef Liefers, bekannt durch die Rolle des Rechtsmediziners Prof. Dr. Dr. Karl-Friedrich Boerne in der Krimi-Reihe „Tatort“.

Nach heftiger Kritik an diesen Videos hatte Liefers verkündet, sich bei der Gegenaktion #allemalneschichtmachen angemeldet zu haben. Medizin-Bloggerin Carola Holzner, auch als „Doc Caro“ bekannt, hatte die Schauspielerinnen und Schauspieler aufgerufen, für eine Schicht im Rettungsdienst oder auf einer Intensivstation mitzuarbeiten.

Jan Josef Liefers berichtet von Corona-Intensivstation: Patienten „dem Tod näher als dem Leben“

Mit teils drastischen Worten hat Schauspieler Jan Josef Liefers nun von seinem Einsatz auf einer Corona-Intensivstation berichtet. „Alle Covid-Patienten hier auf Intensiv waren schwer erkrankt, dem Tod näher als dem Leben. Alle jung, von 28 bis 48 Jahre alt. Alle ungeimpft“, schrieb der 57 Jahre alte Tatort-Star in einem Gastbeitrag, der am Freitag (08.10.2021) bei bild.de zu lesen war. „Auch die beiden hochschwangeren Frauen, deren Kinder per Not-OP geholt wurden und leben, während die Mütter es nicht geschafft haben, wie ich inzwischen weiß.“

Jan Josef LiefersSchauspieler, Musiker, Regisseur, Produzent
Geboren8. August 1964 in Dresden (DDR)
Bekannteste RolleProf. Dr. Dr. Karl-Friedrich Boerne (Tatort)
EhefrauAnna Loos (verh. 2004)
Auszeichnungenu.a. Goldene Kamera, Bambi

Jan Josef Liefers Einsatz als „Praktikant“ liege bereits zwei Wochen zurück. „Helfen konnte ich nicht viel, nur beim Umlagern konnte ich mich nützlich machen, eingepackt in zusätzliche Schutzkleidung, mit FFP2-Maske und einer Art Taucherbrille auf den Augen.“ Warum Corona* manche so schwer treffe, sei noch unklar, schrieb der Tatort-Star. „Allerdings, da waren sich Pfleger wie Ärzte einig, wäre keiner hier gelandet mit einer Impfung.“

Jan Josef Liefers besucht Intensivstation: „Lotterie des Lebens“ für Corona-Patienten

Einen direkten Impfaufruf wollte Jan Josef Liefers nicht starten: „Ist das nun doch ein Impfaufruf? Tja, was soll ich sagen? Ich befürworte die Impfung Erwachsener, absolut klarer Fall. Aber ich gebe keine medizinischen Ratschläge, ich erzähle hier nur meine Geschichte. Die Entscheidung liegt bei jedem selbst.“ Dem Beitrag des Schauspielers lässt sich entnehmen, dass sich Liefers einen mRNA-Impfstoff verabreichen ließ.

Liefers schließt mit den Worten: „Wenn ich nun zurückdenke an meinen Tag auf der ITS und daran, wie die seltsame und bisweilen unbarmherzige Lotterie des Lebens für die Sieben dort ausgegangen ist, dann weiß ich jedenfalls, ich habe keinen Fehler gemacht“, heißt es, wohl mit Hinblick auf seine vermutete Corona-Impfung.

Etwas anders sieht es hingegen bei Volker Bruch aus. Der „Babylon Berlin“-Schauspieler nahm kürzlich an der umstrittenen Aktion #allesaufdentisch* teil. „Bekannte Schauspieler und Künstler sprechen mit Experten, die bisher in der öffentlichen Meinungsbildung zu wenig Gehör gefunden haben. Die Themen sind breitgefächert, doch alle verbindet eine handfeste Forderung: Es muss endlich #allesaufdentisch“, wird das Projekt erläutert. Gesammelt werden bei der Aktion angeblich „kaum gehörte“ Positionen zum Coronavirus.

Zuvor hatte Bruch einen Mitgliedsantrag bei der Partei „Die Basis“ gestellt, die sich entschieden gegen die Corona-Maßnahmen der Politik positioniert. Sie wurde Anfang Juli 2020 gegründet und gilt als politischer Arm der „Querdenken“-Bewegung. Kritische Medienberichte weisen auf Verschwörungstheorien, Falschmeldungen und teils rechtsradikale Gesinnungen führender Mitglieder hin. (lrg/dpa) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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