Japan: Greenpeace misst hohe Strahlung

Tokio - Greenpeace hat in bewohnten Gebieten rund um die Atomruine von Fukushima deutlich erhöhte Strahlenwerte gemessen. Jetzt fordert die Organisation eine Ausweitung der Evakuierungszone.

Experten der Umweltschutzorganisation hätten rund 60 Kilometer von dem havarierten Kraftwerk entfernt gesundheitsgefährdende Radioaktivität im Boden festgestellt, teilte Greenpeace am Montag mit. Die Organisation forderte deshalb erneut eine Ausweitung der Evakuierungszone. Die japanische Regierung hält dagegen an der 20 Kilometer-Evakuierungszone um das Atomkraftwerk fest.

Auf einem Spielplatz in Fukushima City fand ein Team demnach Werte von bis zu vier Mikrosievert pro Stunde. In der Stadt Koriyama seien es 2,8 Mikrosievert pro Stunde gewesen. Laut Greenpeace ist die Kontamination so hoch, dass die maximal tolerierbare Dosis für die Bevölkerung von 1000 Mikrosievert pro Jahr in wenigen Wochen aufgenommen würde. Eine Analyse der Bodenproben habe ergeben, dass 80 Prozent der Radioaktivität von Cäsium-Isotopen stamme. Cäsium 137 hat eine Halbwertzeit von rund 30 Jahren, Cäsium 134 von zwei Jahren.

“Die Menschen in Fukushima City und in Koriyama müssen Langzeitfolgen befürchten, Kinder sind besonders gefährdet“, erklärte der Leiter des Klima- und Energiebereichs von Greenpeace, Thomas Breuer. “Die japanische Regierung muss endlich handeln. Es fehlen klare Informationen und ausreichende Maßnahmen, um die Bevölkerung zu schützen. Die Regierung kann nicht so tun als gehe das Leben einfach weiter“, fügte Breuer hinzu.

Die Greenpeace-Teams entdeckten auch in Gemüseproben aus Gärten und in einem Supermarkt in Fukushima City, Koriyama und Minamisoma radioaktive Belastungen, die die behördlichen Grenzwerte überschritten. Auch in Ortschaften wie Iitate und Namie seien derart hohe Kontaminationen gemessen worden, dass sie sofort evakuiert werden sollten. Greenpeace stellt seit dem 26. März an verschiedenen Orten rund um die Atomanlage Fukushima Daiichi unabhängige Strahlenmessungen an.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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