IW-Studie

Jedes zehnte Kind unter drei ohne Kita-Platz

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Bundesweit fehlen laut IW-Studie rund 228 000 Kita-Plätze. Foto: Rolf Vennenbernd

In Deutschland werden wieder mehr Kinder geboren, gleichzeitig wollen mehr Eltern möglichst schnell wieder zurück in den Job. Die Nachfrage nach Kita-Plätzen ist daher groß - und kann bei weitem nicht gedeckt werden, wie neue Zahlen zeigen.

Berlin (dpa) - Etwa jedes zehnte Kind unter drei Jahren bekommt in Deutschland keinen Kita-Platz. Derzeit fehlen bundesweit rund 228 000 Betreuungsplätze, wie aus einer unveröffentlichten Studie des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervorgeht.

Demnach finden Eltern von 10,4 Prozent aller Kinder, für die wegen der Erwerbstätigkeit der Eltern ein Bedarf besteht, derzeit keinen Betreuungsplatz in einer Kita oder bei einer Tagesmutter.

Am größten ist die Betreuungslücke nach IW-Berechnungen auf Grundlage von Zahlen des Statistischen Bundesamtes und des Familienministeriums in Bremen mit 14,2 Prozent, gefolgt von Nordrhein-Westfalen (13,4 Prozent), Schleswig-Holstein (12,7 Prozent) und Rheinland-Pfalz (12,5 Prozent). Am besten ist die Versorgung in den östlichen Bundesländern. In Brandenburg fehlen nur für 4,1 Prozent der unter Dreijährigen Kita-Plätze. Dicht dahinter folgen Thüringen (4,4 Prozent) und Sachsen-Anhalt (5,2 Prozent).

Seit 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für ihr Kleinkind. Doch viele Eltern sehen von einer Klage ab, weil sie nicht irgendeinen Platz vom Jugendamt zugewiesen bekommen möchten. Laut IW-Studie wünschen sich 43 Prozent der Eltern vor dem dritten Geburtstag des Kindes eine Betreuung durch Kita oder Tagesmutter.

Nach Darstellung des Bundesfamilienministeriums ist der Ausbau der Kindertagesbetreuung eine Erfolgsgeschichte. Es sei gelungen, binnen weniger Jahre rund 400 000 zusätzliche Plätze in Kitas oder Kindertagespflege zu schaffen, erklärte eine Sprecherin. Bis zum Jahr 2020 sollten zusätzliche 100 000 Betreuungsplätze für Kinder bis zum Schuleintritt geschaffen werden. Für dieses neue Programm wolle der Bund insgesamt 1,1 Milliarden Euro zur Verfügung stellen.

Derweil erfreut sich das vor zehn Jahren eingeführte Elterngeld wachsender Beliebtheit. Seit 2007 haben acht Millionen Mütter und Väter diese Leistung bezogen, der Bund gab dafür 41,1 Milliarden Euro aus, wie das Familienministerium in Berlin am Freitag berichtete. Das Elterngeld steht Eltern in den ersten 14 Monaten nach der Geburt zu, wenn sie ihr Kind zuhause betreuen. Es ersetzt das Einkommen vor der Geburt zu 65 Prozent, bei niedrigen Einkommen unter 1000 Euro bis zu 100 Prozent.

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