Rassismus-Eklat

Jens Lehmann nennt Dennis Aogo „Quotenschwarzen“ – und wird bei Hertha BSC entlassen

Jens Lehmann
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Jens Lehmann verliert seinen Posten bei Hertha BSC Berlin. (Archivfoto)

Jens Lehmann steht derzeit heftig in der Kritik. Der Ex-Nationaltorwart bezeichnete Sky-Experte Dennis Aogo als „Quotenschwarzen“. Das hat nun Konsequenzen.

+++ 12.30 Uhr: Sky-Sportchef Charly Classen zeigte sich „sehr enttäuscht“ über Lehmanns Verhalten. Der Sender plane, ihn nicht mehr als Gast einzuladen. „Wir bei Sky verurteilen jegliche Form von Rassismus und geben Rassismus keinen Raum und keine Plattform,“ betonte Classen.

+++ 11.14 Uhr: Hertha BSC Berlin hat sich zur Personalie Jens Lehmann geäußert. Werner Gegenbauer, Präsident des Hauptstadtklubs, teilte auf Twitter mit: „Solche Einlassungen entsprechen in keiner Weise den Werten, für die Hertha BSC steht und sich aktiv einsetzt. Wir distanzieren uns von jeglicher Form des Rassismus und begrüßen den Schritt der TENNOR Holding.“

Rassismus-Eklat um Jens Lehmann – Hertha BSC zieht Konsequenzen

Lehmann hatte im Mai 2020 den Posten im Aufsichtsrat übernommen und die Nachfolge von Jürgen Klinsmann angetreten. Der frühere Bundestrainer Klinsmann war im Februar 2020 mit einem öffentlichen Rundumschlag als Trainer der Berliner zurückgetreten. Kurz darauf hatte Investor Windhorst angekündigt, dass Klinsmann seinen Posten im Aufsichtsrat verlieren werde.

Hertha hatte zuletzt schon bei der Freistellung von Torwarttrainer Zsolt Petry hart durchgegriffen. Hintergrund waren Petrys Aussagen in einem Interview. Darin hatte der 54-jährige Ungar den Einsatz vom Leipzig-Torhüter Peter Gulacsi für das Ehe-Recht gleichgeschlechtlicher Paare in Ungarn kritisiert. Außerdem äußerte sich Petry höchst fragwürdig über die Migration in Europa („Ist für mich Ausdruck des moralischen Niedergangs“).

Erstmeldung vom Mittwoch, 05.05.2021, 10.45 Uhr: München – Dem früheren Fußball-Nationaltorhüter Jens Lehmann droht nach einer von ihm an Dennis Aogo verschickten WhatsApp*-Nachricht gehörig Ärger. „Ist Dennis eigentlich euer Quotenschwarzer?“, stand in der mit einem lachenden Smiley versehenen Nachricht, die Sky-Experte Aogo bei Instagram veröffentlichte. „WOW, dein Ernst? Die Nachricht war wohl nicht an mich gedacht!!!“, schrieb Aogo dazu.*

Lehmann entschuldigte sich inzwischen bei Aogo. „In einer privaten Nachricht von meinem Handy an Dennis Aogo ist ein Eindruck entstanden, für den ich mich im Gespräch mit Dennis entschuldigt habe. Als ehemaliger Nationalspieler ist er sehr fachkundig und hat eine tolle Präsenz und bringt bei Sky Quote“, twitterte Lehmann.

Jens Lehmann: Dennis Aogo der „Quotenschwarze“ – Hertha BSC feuert Ex-Torwart

Gegenüber der Bild-Zeitung versicherte der 51-Jährige zudem, die Nachricht sei „überhaupt nicht so gemeint“ gewesen, „sondern positiv“. Es sei von ihm „unglücklich ausgedrückt“ gewesen: „Da die WhatsApp von meinem Handy rausging, übernehme ich die Verantwortung dafür. Es war eine private Nachricht.“

Ex-Nationalspieler und Sky-Experte Dennis Aogo. (Archivfoto)

Für wen Lehmanns Meldung gedacht war, ist weiter unklar. Lehmann sitzt als Vertreter von Investor Lars Windhorst im Aufsichtsrat des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC.

Der Ex-Nationalspieler verliert seinen Posten beim Hauptstadtklub. „Der Berater-Vertrag mit Herrn Lehmann wird aufgelöst. Damit entfällt die Entsendung in Herthas Aufsichtsrat“, wird Andreas Fritzenkötter, Sprecher der Tenor-Gruppe von Hertha-Investor Lars Windhorst, zitiert. (tu mit SID/AFP/dpa) *hna.de und tz.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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