Woher das Tier kommt, ist nicht bekannt

Jetzt ist er da: Fotofalle nimmt Wolf in Nordhessen auf

Schnappschuss einer Fotofalle: Dieses Bild eines Wolfes entstand im Wald bei Söhrewald-Wellerode (Kreis Kassel). Foto: nh

Söhrewald. In Nordhessen gibt es wieder (mindestens) einen Wolf. Womit Wissenschaftler und Forstleute schon seit langem gerechnet haben, ist nun gesichert. Eine Fotofalle hat das große Tier im Wald bei Söhrewald-Wellerode (Landkreis Kassel) aufgenommen.

Die Kamera schoss das Bild bereits am 3. März. Erst bei einer Kontrolle der Anlage durch einen Wissenschaftler wurde es jetzt entdeckt. Wo genau sich der Wolf zurzeit aufhält, ist nicht bekannt, es gilt jedoch als wahrscheinlich, dass er noch durch den Wald bei Wellerode streift. Das Bild des Wolfes entstand in einem Gebiet, in dem sich bereits Luchse und Wildkatzen wieder angesiedelt haben. Woher der Wolf kam, ist nicht bekannt.

Die Fotofalle soll Wissenschaftlern eigentlich Aufschluss darüber geben, wie sich Luchse in unseren heimischen Wäldern ausbreiten und welche Räume sie dort genau nutzen. Dafür gibt es ein Monitoring-Projekt der Universität Göttingen, das von dem Verhaltensökologen Dr. Markus Port betreut wird. Kooperationspartner ist das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie. Die in diesem Amt angesiedelte Wolfsbeauftragte des Landes Hessen, Susanne Jokisch, bestätigte, dass es sich bei dem aufgenommenen Tier auf jeden Fall um einen Wolf handelt.

Bereits im August 2015 wurde in Hessen ein Wolfsmanagement eingerichtet. Das Umweltministerium hat für den Fall, dass sich wieder ganze Wolfsrudel in Hessen ansiedeln, bereits Vorbereitungen getroffen. Es kooperiert mit Schafhaltern vor allem wegen des Herdenschutzes. Bei den Regierungspräsidien gibt es elektrische Schutzzäune, die ausgeliehen werden können, allerdings nur, wenn bereits Schafe gerissen worden, so das Ministerium.

Die Chance, Wölfe im Wald zu Gesicht zu bekommen, ist nur gering. Die Tiere gelten als sehr scheu im Umgang mit Menschen. Bei Begegnungen laufen sie in der Regel weg. Das Umweltministerium rät aber dringend davon ab, die Tiere zu füttern. Wölfe, die daran gewöhnt sind, können neues Futter aggressiv einfordern. Auch Hunde sollten in jedem Fall an der Leine geführt werden. Sie können, wenn sie unbeaufsichtigt durch die Wälder laufen, von Wölfen angegriffen werden.

Informationen des hessischen Umweltministeriums zum Wolfsmanagement und Verhaltenstipps finden Sie hier.

Hintergrund: Wölfe in Hessen und Niedersachsen

Der Wolf, einst in Deutschland ausgestorben, siedelt sich mehr und mehr an, vor allem in den östlichen Bundesländern. Er steht unter Artenschutz und darf nicht bejagt werden.

• Hessen: In Hessen gab es im Sommer 2015 Hinweise, dass ein Jungtier durch den Schwalm-Eder-Kreis gelaufen sein könnte. Im Reinhardswald hat ein Wolf von 2006 bis 2011 gelebt.

• Niedersachsen: Hier ist der Wolf mehr verbreitet als in Hessen. Mindestens 50 der Tiere sind hier unterwegs. In einem Rudel vom Truppenübungsplatz Munster machte ein verhaltensauffälliger Wolf Schlagzeilen. Er soll einer Spaziergängerin mit Kinderwagen und Hund ohne Scheu gefolgt sein. Mit dem Thema beschäftigte sich der Landtag, es wurde über einen Abschuss debattiert.

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