Juli und Bosse heute bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest

Haben gute Chancen: der Niedersachse Bosse singt mit Anna Loos (Silly).

Wer dem Braunschweiger Musiker Axel Bosse und seiner Duett-Partnerin Anna Loos zuhört, wird erkennen, dass der Bundesvision Song Contest ein Witz ist. Seit 2005 lässt Stefan Raab auf Pro 7 in Anlehnung an den Schlager-Grand-Prix Künstler aus 16 Bundesländern gegeneinander antreten.

Doch in der sehr schönen Midtempo-Pop-Nummer „Frankfurt Oder“ singen Bosse und Loos von einer Liebe in der brandenburgischen Provinzstadt und davon, dass es eigentlich egal ist, wo man lebt.

Bosse, der am Donnerstag, 20.15 Uhr, bei der siebten Auflage in der Kölner Lanxess Arena für Niedersachsen ins Rennen geht, hätte auch für Hamburg, Köln oder Berlin antreten können –auch dort war oder ist er zu Hause. Doch trotz des albern wirkenden föderalen Charakters ist der von Raab und Johanna Klum moderierte Musikwettbewerb, bei dem die Zuschauer abstimmen, nicht mehr wegzudenken aus dem Popgeschäft.

Als Bosse im Februar mit seiner gleichnamigen Band sein viertes Album „Wartesaal“ herausbrachte, bekam der 31-Jährige von seiner Plattenfirma einen Zettel, auf dem alle TV-Sendungen standen, in denen man noch live spielen kann. „Die konnte man an einer Hand abzählen“, sagt Bosse. Eine Sendung war „Inas Nacht“ (ARD), wo Bosse schon gesungen hat, dann kamen Raab-Formate wie „Schlag den Star“, die „Wok-WM“ und eben der Song Contest.

Bei dem kann Bosse vor einem Millionenpublikum auftreten, das aus potenziellen Plattenkäufern und Konzertbesuchern besteht, und vielleicht sogar weit vorn landen. Seine Duett-Partnerin Loos wurde im vergangenen Jahr, als Unheilig für Nordrhein-Westfalen gewannen, mit Silly Dritte.

Diesmal sind mit Tim Bendzko (Berlin), Frida Gold (Nordrhein-Westfalen) und Jupiter Jones (Rheinland-Pfalz) die Aufsteiger des Jahres dabei. Dazu kommen Bekannte wie Tomte-Sänger Thees Uhlmann (Hamburg) und die Gießener Band Juli, die 2005 mit „Geile Zeit“ die Premiere gewann und nun mit der Ballade „Du lügst so schön“ „nicht wahnsinnig heiß auf den Sieg“ ist, wie Sängerin Eva Briegel sagt: „Wir machen mit, damit wir uns nicht vor dem Fernseher fragen, warum wir nicht dabei sind.“

Eva Briegel

Das Quintett, das 2004 mit der „Perfekten Welle“ den Durchbruch schaffte, macht mittlerweile elektronisch angehauchten Gitarren-Pop, und Frontfrau Briegel lebt in Berlin. Der Rest der Band ist ebenfalls nicht mehr in Hessen zu Hause. Es scheint also tatsächlich egal zu sein, wo man wohnt – nur für Kraftklub nicht. Die sächsischen Starter aus Chemnitz gehen mit dem programmatischen Titel „Ich will nicht nach Berlin“ ins Rennen.

Von Matthias Lohr

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