Jungen gestehen Prügelattacke auf Erzieherin

+
Das Justizzentrum Mühlhausen mit Landgericht und Staatsanwaltschaft: Wegen eines brutalen Übergriffs auf ihre Heimerzieherin müssen sich seit Dienstag (01.11.2011) zwei 15-Jährige vor dem Landgericht Mühlhausen verantworten.

Mühlhausen - Zwei Teenager knüppeln ihre Erzieherin mit der Eisenstange nieder. Sie hören erst auf, als sie sich tot stellt. Jetzt haben die Jungen ihre Tat gestanden - und sich bei ihrem Opfer entschuldigt.

Gut fünf Monate nach der brutalen Prügelattacke auf eine Kinderheim-Erzieherin haben zwei Jugendliche die Tat vor Gericht gestanden. Die Teenager im Alter von 15 und 16 Jahren hätten sich zum Prozessauftakt bei der Frau entschuldigt, sagte einer der Verteidiger am Dienstag. Der Prozess wegen versuchten Mordes, schweren Raubs und gefährlicher Körperverletzung wird aufgrund des Alters der Angeklagten vor dem Landgericht Mühlhausen (Thüringen) in nichtöffentlicher Sitzung verhandelt.

Die Jungen aus Meiningen und dem hessischen Reiskirchen sollen die damals 56 Jahre alte Erzieherin bei der Flucht aus dem Kinderheim mit einer Eisenstange brutal niedergeknüppelt haben. Laut Polizei hatte sich die Frau gerettet, indem sie sich tot stellte. Sie habe die Jugendlichen überhaupt nicht bei ihrer Flucht aus dem Heim aufhalten wollen, sagte sie später aus. Obwohl ihre schweren Kopfverletzungen inzwischen geheilt sind, kann die Erzieherin wegen der seelischen Belastung nicht an ihren Arbeitsplatz zurückkehren.

Laut Staatsanwaltschaft wollten die Teenager “auf Reisen gehen“. Dafür hätten die Jungen auch eine Geldkassette mit 1000 Euro aus dem Heim gestohlen. Auf ihrem Fluchtweg sollen die damals 15-Jährigen mit dem heimeigenen Auto im Straßengraben steckengeblieben sein. Wenige Stunden später wurden sie am Bahnhof in Gießen gefasst. Seit der Tat sitzen sie in Untersuchungshaft.

Die Anklage geht von gemeinschaftlichem versuchten Mord aus. Beide Jugendliche sollen bis zum Vorfall völlig unauffällig gewesen sein. Wegen des Übergriffes sind sie psychiatrisch begutachtet worden. Neben Jugendgerichtshilfe und Gerichtsmedizin sind deshalb zwei psychiatrische Sachverständige im Prozess vertreten. Am ersten Verhandlungstag waren zehn Zeugen geladen, darunter Erzieher und weitere Heimkinder.

Die Verhandlung wird am 7. November fortgesetzt, das Urteil soll am 11. November verkündet werden.

dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.