Juni war sonniger als sonst und viel zu trocken

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Der Juni ist zwar kühl gestartet, dann aber richtig auf Sommertemperaturen hochgefahren: Er verwöhnte die Bundesbürger nach dem kühlen und nassen Mai mit Sonnenschein.

Frankfurt/Main - Der Juni ist zwar kühl gestartet, dann aber richtig auf Sommertemperaturen hochgefahren: Er verwöhnte die Bundesbürger nach dem kühlen und nassen Mai mit Sonnenschein.

Mit 16,5 Grad lag die Monatsdurchschnittstemperatur bundesweit um 1,1 Grad über dem vieljährigen Klimawert von 15,4 Grad, wie der Deutsche Wetterdienst am Dienstag mitteilte. Fast überall, vor allem im Osten und Nordwesten Deutschlands, war der Juni extrem trocken. Allerdings gab es im süddeutschen Raum auch starke Regenfälle. Das Sonnenschein-Soll von 198 Stunden wurde deutlich überschritten mit durchschnittlich 246 Stunden, das sind 124 Prozent des vieljährigen Klimamittels. Der Mai hatte noch ein großes Sonnenschein-Defizit. Die Schafskälte zu Beginn des kalendarischen Sommeranfangs führte vielerorts noch einmal zu Bodenfrost. An der Messstation in Ostheim in der Rhön wurden minus 1,3 Grad angezeigt.

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Am 22. Juni registrierte der Wetterdienst in Bad Königshofen in der Rhön einen deutschlandweiten Tiefstwert von 0,9 Grad. Was der Mai zu viel hatte, hatte der Juni zu wenig: Es fielen nur 49 Liter Regen pro Quadratmeter, das sind 42 Prozent des Soll-Werts von 85 Litern. Im Osten Deutschlands, in Teilen Sachsens, in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen wurden vielerorts neue Juli-Negativrekorde aufgestellt. So fielen im Großraum Berlin mit etwa 4 Litern gerade einmal 6 Prozent des vieljährigen Solls von 69 Litern. Extrem trocken war es auch im Raum Magdeburg, Angermünde, Wittenberg, Leipzig und Cottbus. Wasser in rauen Mengen fiel dagegen über dem süddeutschen Raum, vor allem im Stau der Alpen. In Siegsdorf-Höll südöstlich vom Chiemsee schütteten die Regenwolken am 2. Juni 106 Liter pro Quadratmeter aus. Vom 8. bis 10. Juni gingen Unwetter über dem Westen nieder. In Nordrhein-Westfalen - Warendorf und Hille - richteten Tornados beträchtliche Schäden an.

Angaben für die Bundesländer

Bei den folgenden Angaben steht der vieljährige Klimawert jeweils in Klammern: Schleswig-Holstein war das kälteste Bundesland mit durchschnittlich 15,0 Grad (15,0), Sonnenschein: 253 Stunden (228), Regen: 49 Liter (68), 70 Prozent des Solls. Hamburg: 16,0 Grad (15,7), 252 Stunden Sonne (220), 36 Liter, das sind 50 Prozent des Solls (73). Niedersachsen: 16,1 Grad (15,4), 274 Stunden Sonne (205), 27 Liter (78). Bremen: 16,0 Grad (15,5), 277 Stunden Sonne (202), 21 Liter (71) Mecklenburg-Vorpommern: 15,6 Grad (15,4), 285 Stunden Sonne (243), 34 Liter (60). Berlin war mit 18,1 Grad (17,1) das wärmste Bundesland mit 285 Stunden Sonne (228) und hatte so wenig Regen wie kein anderes: 4 Liter (69). Berlin-Dahlem meldete weniger als 2 Liter (65) und unterschritt damit das bisherige Minimum von 5,1 Litern aus dem Jahre 1883.

Brandenburg: 17,1 Grad (16,5), aber in Klettwitz südwestlich von Cottbus wurde am 16. Juni das bundesweit tiefste Erdbodenminimum von minus 1,9 Grad erreicht. 282 Stunden Sonne (223), 12 Liter. Sachsen-Anhalt: 16,8 Grad (16,1), 286 Stunden Sonne (198), 20 Liter (66). Sachsen: 16,5 Grad (15,6), 254 Stunden Sonne (194), 39 Liter (78). Thüringen: 16,4 Grad (14,9), 267 Stunden Sonne (196), 19 Liter (80). Nordrhein-Westfalen: 16,7 Grad (15,4), 265 Stunden Sonne (183), 24 Liter (86). Hessen: 16,6 Grad (15,2), 279 Stunden Sonne (193), 55 Liter (78). Rheinland-Pfalz: 16,9 Grad (15,3), 263 Stunden Sonne (190), 47 Liter (73). Saarland: 17,1 Grad (15,6), 259 Stunden Sonne (211), 45 Liter (78) Baden-Württemberg: 16,5 Grad (15,1), 217 Stunden Sonne (207), 69 Liter (102). Bayern: 16,2 Grad (14,9), 212 Stunden Sonne (201), 92 Liter (107), das war die deutschlandweit größte Regenmenge.

dapd

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