Sie schlug wieder zu

Juwelendiebin mit 85: Serientäterin hält die Polizei auf Trab

Doris Payne: Mit 23 stahl sie das erste Mal wertvollen Schmuck, unzählige weitere Diebstähle sollten folgen. Foto: Polizei/nh

Atlanta. Seit vielen Jahrzehnten ist sie als Juwelendiebin weltweit berüchtigt und hält Justiz und Polizei auf Trab. Nun hat die mehrfach vorbestrafte Doris Payne in den USA erneut zugeschlagen.

Und das mit 85 Jahren: Innerhalb der Juwelier-Innung und weit darüber hinaus hat sie es zu einiger Berühmtheit geschafft. Die Anzahl ihrer Taten kann sie noch nicht einmal mehr selbst zählen.

Jetzt wird Payne vorgeworfen, in einem Luxuskaufhaus in Atlanta Ohrringe des Designers Christian Dior im Wert von umgerechnet 625 Euro gestohlen zu haben, wie die örtliche Webseite AJC.com gestern berichtete. Derzeit werde Payne in einem Gefängnis im Bundesstaat Georgia festgehalten, hieß es weiter. Sie werde auch in North Carolina gesucht, wo sie einen Verlobungsring im Wert von umgerechnet 32 000 Euro gestohlen haben soll.

Doris Payne eine Wiederholungstäterin zu nennen, wäre eine Untertreibung. Seit über 60 Jahren ist sie für ihre flinken Finger berühmt-berüchtigt. Dafür saß sie insgesamt fünf Jahre im Gefängnis. Im Alter von 23 fing alles an: Damals marschierte sie mit einem Diamanten im Wert von 22 000 Euro aus einem Juwelier. Dies war der Beginn einer außergewöhnlichen Kriminellenlaufbahn. Ihr Erfolgsmodell: Sich gehoben kleiden, eine Designer-Handtasche tragen und eine gute - erfundene - Lebensgeschichte bei der Hand zu haben. So gelang es Payne oftmals, dass ihr Angestellte extrem wertvolle Stücke auf dem Tresen zeigten. Dies war dann der Moment, wo Payne zur Diebin wurde und mit dem wertvollen Schmucks fliehen konnte.

Im Jahr 2013 war in den USA sogar der Dokumentarfilm „The Life and Crimes of Doris Payne“ (Das Leben und die Verbrechen von Doris Payne) herausgekommen, der die Lebensgeschichte der Diebin erzählt. Oft genug gelang es ihr aber selbst danach, unerkannt ihre Betrugsmasche bei Juwelieren zu vollführen. Ihren Beteuerungen, ihre Kriminellenkarriere an den Nagel zu hängen, folgten stets neue Diebstähle. „Meine Motivation ist nicht das Geld, sondern die Tat“, sagte sie einmal in einem Interview. Ein Polizeibeamter dazu: „Wenn Sie in diesem Alter sind und es immer noch machen, dann werden Sie auch nicht mehr aufhören.“ Filmszenen aus der Payne-Dokumentarfilm gibt es hier:

Hintergrund: Die Rentner-Gang

Zu einiger Berühmtheit in Deutschland hat es im Jahr 2005 ein Trio geschafft, das als Rentner-Gang Schlagzeilen machte. Die drei Männer aus NRW erbeuteten in 16 Jahren mehr als eine Million Euro. Das besondere dabei: Damals war der jüngste der Täter schon 64 Jahre alt. Die Männer waren teilweise brutal vorgegangen. Nach ihnen hatte eine eigens gegründete „Soko Opa“ gefahndet. (rpp)

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.