Kältewelle in Europa: Temperaturen sinken weiter

Berlin - Schneemassen und Blitzeis machen Europa immer mehr zu schaffen. Rund 290 Menschen starben bisher in der Kälte. Die Temperaturen sinken weiter, auch bei uns in Deutschland.

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Starker Schneefall löste vor allem in Serbien und Italien ein Verkehrschaos aus. Serbien rief am Sonntag im ganzen Land die “Ausnahmesituation“ aus. Ähnlich betroffen war auch Bosnien. In Rumänien und Bulgarien kam nach dem Schnee der Regen und sorgte für tückisches Glatteis. Zehntausende blieben ohne Strom.

In Deutschland brach am Samstag ein Eisangler in einen gefrorenen Brandenburger See ein und starb. Ein Frachter fuhr sich in der Nacht zum Montag bei schwerem Eisgang in einem Kanal nahe Magdeburg fest. Deutschland erlebte die bisher kälteste Nacht des Winters mit minus 28 Grad in der Nacht zum Sonntag. Es soll noch kälter werden. Auch neuer Schnee und Stürme sind angekündigt.

Kältewelle: So frieren Deutschland und die Welt

Einmalige Bilder gibt es aus der Schweiz vom Genfer See. © dapd
Der Brunnen vor dem IOC Museum in Lausanne (Schweiz) ist zugefroren. © dapd
Genfer See Eis
Es sieht aus wie Zuckerguss: Am Genfer See in der Schweiz blieb nichts von der dicken Eisschicht verschont. © dapd
Genfer See Eis
Es sieht aus wie Zuckerguss: Am Genfer See in der Schweiz blieb nichts von der dicken Eisschicht verschont. © dapd
Kälte Deutschland Welt
Am Genfer See in der Schweiz sind ganze Autos von einer dicken Eisschicht bedeckt. © dpa
Genfer See Eis
Es sieht aus wie Zuckerguss: Am Genfer See in der Schweiz blieb nichts von der dicken Eisschicht verschont. © dapd
Genfer See Eis
Am Genfer See in der Schweiz sind ganze Autos von einer dicken Eisschicht bedeckt. © dapd
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Auch die Segelboote wurden nicht verschont. © dpa
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So etwas sieht man nicht alle Tage. © dpa
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Das darunter ein echtes Auto steckt, ist kaum zu glauben. © dpa
Auf den Scheiben der Autos in Stralsund liegt  Schnee, während ein Radfahrer sich durch die Flocken kämpft. © dpa
Fußgänger spazieren am Donnerstag durch eine Winterlandschaft im Hafen am Strelasund in Stralsund. © dpa
Fußgänger spazieren am Donnerstag durch eine Winterlandschaft am Strelasund in Stralsund. © dpa
Zwei Langläufer tragen bei schönstem Winterwetter in Willingen ihre Skier zur Loipe. © dpa
Schnee bedeckt bei Hermsdorf im sächsischen Erzgebirge die Landschaft. © AP
Die aufgehende Sonne über der "Gorch Fock I" taucht den Himmel im Hafen von Stralsund in ein warmes Licht. © dpa
Mitarbeiter der Flughafentechnik Portground enteisen in Dresden auf dem Flughafen bei Temperaturen von minus 15 Grad Celsius eine Boeing 737. © dpa
Mitarbeiter der Flughafentechnik Portground enteisen in Dresden auf dem Flughafen bei Temperaturen von minus 15 Grad Celsius eine Boeing 737. © dpa
Mitarbeiter der Flughafentechnik Portground enteisen in Dresden auf dem Flughafen bei Temperaturen von minus 15 Grad Celsius eine Boeing 737. © dpa
Mitarbeiter der Flughafentechnik Portground enteisen in Dresden auf dem Flughafen bei Temperaturen von minus 15 Grad Celsius eine Boeing 737. © dapd
Mitarbeiter der Flughafentechnik Portground enteisen in Dresden auf dem Flughafen bei Temperaturen von minus 15 Grad Celsius eine Boeing 737. © dapd
Mitarbeiter der Flughafentechnik Portground enteisen in Dresden auf dem Flughafen bei Temperaturen von minus 15 Grad Celsius eine Boeing 737. © dapd
Zwei Schwäne bewegen sich auf der teils zugefrorenen Spree in Köpenick. © dapd
Eine Möwe klaut in Schwedt einem Schwan der auf dem Eis eines zugefrorenen Seitenarms der Oder sitzt eine Brotkrume. © dapd
Ein Heizlüfter steht im mit Eisblumen bedeckten Schaufenster eines Blumengeschäfts in Weimar und sorgt so für "Durchblick". © dapd
Ein Kegel aus Eis hängt vor dem Schillerhaus in Weimar an einer Schwanenskulptur am Gänsemännchenbrunnen. © dapd
Ein Kegel aus Eis hängt vor dem Schillerhaus in Weimar an einer Schwanenskulptur am Gänsemännchenbrunnen. © dapd
Eisblumen bedecken das Schaufenster eines Blumengeschäfts in Weimar. © dapd
Boote von Ostseefischern liegen auf dem mit Eisschollen bedeckten Alten Strom in Rostock-Warnemünde. © v
Eisschollen treiben auf dem Alten Strom in Rostock-Warnemünde. © dapd
Eisstücke hängen am Pier vom Alten Strom in Rostock-Warnemünde an Festmachseilen von Booten. © dapd
Boote von Ostseefischern liegen auf dem mit Eisschollen bedeckten Alten Strom in Rostock-Warnemünde. © dapd
Boote von Ostseefischern liegen auf dem mit Eisschollen bedeckten Alten Strom in Rostock-Warnemünde. © dapd
Boote von Ostseefischern liegen auf dem mit Eisschollen bedeckten Alten Strom in Rostock-Warnemünde. © dapd
Auch Berlin friert. Das Bild zeigt die Spree. © dpa
Auch Berlin friert. Das Bild zeigt die Spree. © dpa
Auch Berlin friert. Das Bild zeigt die Spree. © dpa
Die Kälte hat auch München im Griff. Ein Bild aus dem Tierpark Hellabrunn. © dpa
Die Kälte hat auch München im Griff. Ein Bild aus dem Tierpark Hellabrunn. © dpa
Die Kälte hat auch München im Griff. © dpa
Die Kälte hat auch München im Griff. © dpa
Die Kälte hat auch München im Griff. © dpa
Die Kälte hat auch München im Griff. © dpa
Die Kälte hat auch München im Griff. Ein Bild aus dem Tierpark Hellabrunn. © dpa
Die Kälte hat auch München im Griff. Ein Bild aus dem Tierpark Hellabrunn. © dpa
Die Kälte hat auch München im Griff. © dpa
Die Kälte hat auch München im Griff. © dpa
Ein Mann und eine Frau stehen am zugefrorenen Aasee in Münster. © dpa
Ein Mann steht am zugefrorenen Aasee in Münster. © dpa

In Mittel- und Süditalien herrschte Winterchaos. Zwei Menschen starben, als Dächer unter der Last des Schnees zusammenbrachen. Bis zu 120 000 Menschen waren zeitweise ohne Strom. Tausende blieben in Zügen oder Autos stecken. In Rom und anderen Städten befreiten Soldaten die Straßen von Schnee und Eis.

Angesichts einer bis zu zwei Meter hohen Schneedecke galt in Serbien am Samstag in fast 30 Gemeinden der Ausnahmezustand. Alle Grund- und Mittelschulen sowie Kindergärten sollten diese Woche geschlossen bleiben. Die Regierung in Belgrad rief die Bürger zur Hilfe beim Schneeräumen auf. 70 000 Menschen waren durch die Schneemassen von der Umwelt abgeschnitten. Ähnlich war die Lage in Montenegro, im kroatischen Dalmatien und in Bosnien.

Erst Schneestürme, dann Regen in Teilen Bulgariens, Rumäniens und Griechenlands. In zwei Gemeinden im Süden wurde der Notstand ausgerufen. Ein Stausee drohte überzulaufen. In Nordgriechenland beschädigten die Fluten Hunderte Geschäfte und Häuser. Eine 80-jährige Frau ertrank in ihrem Haus.

Dem harten Winter fallen europaweit vor allem Obdachlose zum Opfer. Allein in der Ukraine fanden bislang insgesamt 131 Menschen den Kältetod. In Rumänien waren es seit Ausbruch der Kältewelle insgesamt 34, in Polen 53 Menschen. Im Baltikum kostete der Frost weiteren fünf Menschen das Leben.

In Rom und Umgebung erfroren drei Frauen und ein Mann. Aus Frankreich wurden insgesamt vier Tote gemeldet. Zudem kam ein elfjähriger Junge ums Leben, als er durch das Eis in einen See einbrach. Auch in Deutschland starben schon mehrere Menschen den eisigen Tod. Weitere kamen beim Wintersport ums Leben. Von zwei eingebrochenen Eisläufern wurde am Samstag einer tot geborgen, die Suche nach dem anderen wurde eingestellt. In Südtirol riss eine Lawine zwei Skifahrer in den Tod.

Die Kälte lähmt zudem den Schiffsverkehr. Auf der Elbe bildete sich so viel Eis, dass der Fluss von Magdeburg bis Hamburg unbefahrbar war, wie die Wasserschutzpolizei mitteilte. Auch der Elbe-Havel-Kanal und Teile des Main-Donau-Kanals waren dicht. Ein festgefrorener Frachter nahe Magdeburg wartete am Montagmorgen auf Hilfe von Eisbrechern.

In Italien rammte ein Fährschiff in Civitavecchia nordwestlich von Rom im Schneesturm einen Hafendamm und wurde dabei schwer beschädigt. Das Schiff mit mehr als 300 Passagieren und Besatzung an Bord wurde evakuiert. In Großbritannien reichten rund zehn Zentimeter Schnee aus, um ein Verkehrschaos auszulösen. Auch der Flugverkehr von mehreren europäischen Flughäfen war stark eingeschränkt.

Tipps für kalte Tage

Tipps für kalte Tage
Reichlich Wasser trinken gilt im Winter genauso wie in den heißen Sommermonaten. Der Kreislauf braucht bei tiefen Temperaturen genauso viel Flüssigkeit wie bei höheren Temperaturen. © dpa
Tipps für kalte Tage
Kaffee wärmt zwar für kurze Zeit, verschlechtert aber auf lange Sicht die Durchblutung. Die Folge: man friert weiter. © dpa
Tipps für kalte Tage
Schnaps soll angeblich gegen die klirrende Kälte helfen - ein Irrglaube. Alkohol ist bei Minus-Temperaturen sogar gefährlich, weil er die Blutgefäße weitet. Wer getrunken hat, merkt oft nicht, dass der Körper auskühlt. © dpa
Tipps für kalte Tage
Mal abgesehen von den vielen giftigen Stoffen in Zigaretten, verengt das Rauchen auch die  Blutgefäße und lässt die Hauttemperatur sinken. Raucher frieren also schneller. © dpa
Tipps für kalte Tage
Rohkost ist gesund - in der kalten Jahreszeit kühlt sie den Körper allerdings aus. Wer es warm haben will, greift lieber zu Suppen und Eintöpfen . © dpa
Tipps für kalte Tage
Wichtig für die Körperwärme von innen ist Vitamin E. Es ist zum Beispiel in Vollkornprodukten, Nüssen, Weizen- und Maiskeimöl enthalten. Auch heiße Schokolade hilft. © dpa
Tipps für kalte Tage
Warm einpacken hilft Menschen zwar gegen die Kälte, Hunde sollten aber nur dann Kleidung tragen, wenn sie entweder sehr klein oder krank sind. © dpa
Tipps für kalte Tage
Kaum Sorgen müssen sich Katzenliebhaber um ihre Vierbeiner in den kalten Monaten machen: Die Tiere wissen genau, wie viel Kälte sie vertragen. © dpa
Tipps für kalte Tage
Kinder spielen in der kalten Jahreszeit gerne im Schnee. Da sie oft jedoch nicht merken, dass sie auskühlen, sollten die Eltern darauf achten, dass ihre Sprösslinge nicht zu lange draußen bleiben. © dpa
Tipps für kalte Tage
Frische Luft ist für Kleinkinder gesund - auch bei Minustemperaturen. Wenn die Kinder über vier Wochen alt sind, steht einem ausgedehnten Spaziergang nichts im Wege. Allerdings sollte man das Kind warm anziehen und das Gesicht mit einer Wetterschutzcreme einfetten. © dpa
Tipps für kalte Tage
Wer auch bei sibirischen Temperaturen Schmuck tragen will, sollte wissen, dass Metall bei Minustemperaturen an der Haut festfrieren kann. Also lieber auch mal ohne Ohrringe auf die Straße gehen. © dpa

Deutschland stehen indes weitere Wetterextreme ins Haus. “Am Dienstag wird es noch frostiger“, sagte Meteorologe Christoph Hartmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Von Mittwoch an sollen die Werte dann deutlich steigen. Zugleich soll es vor allem im Südosten kräftig zu schneien beginnen.

Die Kältewelle drang selbst bis Nordafrika vor. In höheren Lagen der algerischen Hauptstadt Algier fiel seit Jahren wieder richtig Schnee. Zahlreiche Kinder, die noch nie weiße Flocken gesehen hatten, stürzten sich nach Augenzeugenberichten begeistert nach draußen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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