Erst am Wochenende wird es wärmer

Es bleibt vorerst eiskalt in der Region - Zweistellige Minusgrade nachts

Bitterkalt, aber sonnig: So zeigte sich die Region das gesamte Wochenende über. Dieses Leserfoto ist am Sonntagvormittag in Kassel entstanden. Gemacht hat es Kirsten Opiolla-Schaub. Das Bild zeigt die Teufelsbrücke im Bergpark Wilhelmshöhe.

Kalte Luft aus dem Norden und Osteuropa lässt uns auch ab Montag weiter zittern. Insbesondere in der Nacht sind Temperaturen im zweistelligen Minusbereich bei uns zu erwarten.

Aktualisiert am 25. Februar 2018 um 16.07 Uhr - Bevor es gegen Ende der neuen Woche endlich etwas wärmer wird, legt der Winter in den nächsten Tagen noch eine Schippe drauf.

Wie kalt wird es in Hessen?

Wind und Kälte ließen die Hessen an diesem Wochenende überall frieren. Besonders in den Nächten war es frostig, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Samstag mit. Der Sonntag war kalt, aber sonnig. Es bleibt auch kalt: Die Temperaturen erreichten Höchstwerte zwischen 0 und minus 3 Grad am Tag. 

Im Rhein-Main-Gebiet und im Bergland werde es noch kälter. Auch die Nacht zu Montag werde mit zweistelligen Minusgraden frostig, in einigen Lagen könnten minus 15 Grad erreicht werden. 

In Kassel bleibt es bis einschließlich Donnerstag insbesondere nachts sehr kalt. -9 bis -11 Grad werden erwartet. Am Tag bleibt es sonnig mit -2 bis -4 Grad. Ab Freitag geht es dann langsam mit den Werten bergauf. Am Wochenende ist mit Temperaturen über 0 Grad zu rechnen.

Der vorläufige Kälterekord in Deutschland wurde laut einem DWD-Sprecher in der Nacht zu Samstag im Erzgebirge mit minus 15,1 Grad gemessen. In Hessen war es in Schlüchtern (Main-Kinzig-Kreis) am kältesten: Dort zeigte das Thermometer minus 9,2 Grad.

Wie kalt wird es in Niedersachsen?

In der letzten Februarwoche bleibt es in Niedersachsen und Bremen eiskalt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach erwartet für die kommenden Tage konstant Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Erst ab dem nächsten Wochenende soll es dann wieder etwas wärmer werden.

Nachts sinken die Werte bis Mittwoch auf minus 5 bis minus 10 Grad im Flachland. Auch tagsüber bleiben sie unter null Grad. Auf dem Brocken erwartet der DWD sogar Temperaturen von bis zu minus 20 Grad am Mittwoch. Dazu komme teils starker Nordostwind, teilte der DWD mit. An der Küste wird es dann besonders ungemütlich.

Im Kreis Göttingen wird es am Dienstag und Mittwoch am kältesten. In den Nächten kann das Thermometer auf -12 Grad fallen. Der Donnerstag wird mit -9 Grad in der Nacht schon etwas wärmer. Am Tag setzt sich die Sonne häufig durch und lässt die Temperaturen auf bis zu -2 Grad ansteigen. Am Samstag wird es richtig warm: Dann werden 7 Grad am Tag erwartet.

Vorm Eislaufen hingegen warnen die Behörden aktuell. Obwohl es vielerorts seit Tagen unter null Grad kalt ist, tragen die Eisflächen auf den Gewässern noch nicht. In Braunschweig brach am Sonntag ein 12-Jähriger in einen Teich ein, konnte sich aber retten.

Gefühlte Temperatur: Müssen wir wegen des Windes zittern?

Schon ein bisschen, denn die Meteorologen sagen auch Wind voraus. Gefühlt wird es also noch einmal kälter. So kommen uns minus fünf Grad bei einer Windgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern wie minus 15 Grad vor.

Zudem sind wir die Kälte durch den Klimawandel nicht mehr gewohnt, wie Klimaforscher Mojib Latif sagt: "Früher gab es viel häufiger Kälteperioden als jetzt. Und die Tatsache, dass wir das jetzt als so außergewöhnlich betrachten, zeigt, dass wir uns auch schon an die milden Temperaturen gewöhnt haben."

Prognose Winter 2018: Wird es Schnee geben?

Ja, aber wahrscheinlich nicht bei uns, sondern Richtung Ostseeküste. Dort ist wegen des Windes auch mit Schneeverwehungen zu rechnen. Hier erklären wir übrigens die Regeln zum Räumen und Streuen bei Schnee und Eis.

Gibt es auch eine gute Nachricht?

Ja, es wird sonnig. "Da haben wir diesen Winter einiges aufzuholen", sagt DWD-Mann Schappert. Wir bekommen also endlich das kalte, klare Winterwetter, das wir uns in den trüben Monaten November, Dezember und Januar so gewünscht haben.

Worauf sollte man achten, wenn man draußen ist?

Auf die richtige Kleidung, denn die ist das A und O. Wer in diesen kalten Tagen, frühmorgens oder spätabends draußen Sport treiben will, sollte sich das zweimal überlegen, warnt Schappert. Die kalte Luft belastet die oberen Atemwege. Darum gilt für Läufer: Wann immer es geht, nach Sonnenaufgang trainieren. Und auch wenn es schwerfällt, sollte man bei kaltem Wind erst gegen den Wind laufen. Andernfalls kann einen der Wind auf dem Heimweg, wenn man geschwitzt und geschwächt ist, sehr schnell auskühlen.

Ansonsten kann man als Läufer von der Zwiebel lernen. Man trägt also mehrere Schichten - wärmende Funktionswäsche, die anders als Baumwolle nicht auf der Haut klebt. Darüber kommen ein oder zwei dünne Laufhemden sowie eine Funktionsjacke, die Wind abweist. Da der Körper die meiste Wärme über den Kopf abgibt, ist eine Mütze unerlässlich.

Schlimmer als sich zu dünn anziehen, ist nur, sich zu warm anziehen. Läufer haben ihre Heizung immer dabei. 75 Prozent der Energie des Körperstoffwechsels werden in Wärme umgesetzt, nur 25 Prozent in Bewegung. Wer zu viel schwitzt, kühlt schnell aus.

Und auch ein Tipp aus dem Sommer ist jetzt nicht schlecht - nicht nur für Ausdauersportler. Zwar ist das subjektive Durstgefühl jetzt geringer als im Juli, aber auch im Winter bleibt viel Schweiß auf der Strecke. Darum sollte man auch jetzt viel trinken. Oder fährt ein Auto im Winter ohne Sprit?

Wann kommt der Frühling?

Das kann noch niemand sagen - auch wenn etwa Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net oft etwas anderes behauptet und mit seinen Prognosen gern in den Medien zitiert wird. "Ein seriöser Meteorologe weiß auf diese Frage derzeit keine Antwort", sagt Schappert.

Wie wird der Sommer 2018?

Auch diese Frage wird bei Google jetzt schon häufig gestellt. Aber verständlicherweise kann man das erst recht noch nicht vorhersagen. Bevor man also einer Langzeitprognose von Dominik Jung glaubt, sollte man sich an Bauernregeln halten. Eine Weisheit zum Tag der heiligen Dorothea von Cäsarea am 6. Februar etwa lautet: "Bringt Dorothee recht viel Schnee, bringt der Sommer guten Klee."

Hier geht es zur Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes für Kassel

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