Kalinka-Prozess: Gericht verurteilt Stiefvater

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ARCHIV - Der Arzt Paul Christian Dieter K. wartet im Landgerichts in Coburg auf den Prozessbeginn (Foto von 16.07.2007).

Paris - Ein französisches Gericht hat den deutschen Arzt Dieter K. für schuldig gesprochen, seiner Stieftochter Kalinka 1982 vorsätzlich Gewalt angetan und sie damit unbeabsichtigt getötet zu haben.

Es verurteilte ihn zu 15 Jahren Haft. Als erschwerende Umstände sah das Gericht die Minderjährigkeit von Kalinka und ihre Abhängigkeitsverhältnis von Dieter K. an.

Nach zuletzt dreieinhalbstündiger interner Beratung waren drei Richter und neun Geschworene am Freitagabend zu dieser Mehrheitsentscheidung gelangt.

Kalinka, eine Französin polnischer Abstammung, war 1982 im Haus ihrer Mutter und ihres Stiefvaters in Lindau am Bodensee unter unklaren Umständen gestorben

Das Gericht in Paris folgte damit im Wesentlichen der Staatsanwaltschaft, die 15 Jahre Haft für den Stiefvater des damals 14 Jahre alten Mädchens gefordert hatte. Staatsanwalt Pierre Kramer war in seinem Plädoyer davon ausgegangen, dass Dieter K. geplant habe, seine Stieftochter zu vergewaltigen. Um sie gefügig zu machen, habe er ihr Beruhigungsmittel gespritzt - die Medikamente jedoch töteten das Mädchen.
Dieter K. habe sich der vorsätzlichen Körperverletzung mit Todesfolge schuldig gemacht, ohne dass ein Tötungsvorsatz vorgelegen habe, hatte Kramer in seinem Plädoyer am Freitagabend gesagt. Die Verteidigung hatte einen Freispruch für den Arzt gefordert, der aus dem Kreis Lindau am Bodensee stammt.

Der leibliche Vater von Kalinka, André Bamberski, hatte Dieter K. vorgeworfen, seine Tochter 1982 vergewaltigt und mit einer Spritze getötet zu haben. Nachdem in Deutschland ein Ermittlungsverfahren gegen Dieter K. eingestellt worden war und die Bundesrepublik den Arzt nicht an Frankreich auslieferte, hatte Bamberski den Arzt 2009 nach Frankreich entführt.

dpa

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