Kalinka-Prozess: Deutscher Arzt bleibt in Haft

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Kalinka, eine Französin polnischer Abstammung, war 1982 im Haus ihrer Mutter und ihres Stiefvaters in Lindau am Bodensee unter unklaren Umständen gestorben.

Paris - Der im Pariser “Kalinka-Prozess“ angeklagte deutsche Arzt Dieter K. ist erneut mit einem Antrag auf Haftaussetzung gescheitert. Das Gericht sehe keine gesundheitlichen Gründe für eine Entlassung, hieß es.

Dieb Entscheidung gab eine Justizsprecherin am Dienstag bekannt. Die Kammer folgte damit der Sicht der Staatsanwaltschaft. Diese hatte den Zustand des 76-Jährigen als vereinbar mit einem Gefängnisaufenthalt bezeichnet.

Dieter K. steht unter Verdacht, vor fast drei Jahrzehnten seine französische Stieftochter Kalinka getötet zu haben. Der leibliche Vater des Mädchens, André Bamberski, hatte den deutschen Mediziner Ende 2009 nach Frankreich verschleppen lassen. Damit wollte er erreichen, dass dieser dort noch einmal vor Gericht gestellt wird.

Der spektakuläre neue Prozess begann Ende März, wurde aber wegen Herzproblemen des Angeklagten bereits wenige Tage später wieder abgebrochen. Als voraussichtlicher Termin für den Beginn der zweiten Verhandlung ist derzeit der 3. Oktober festgesetzt. Das Urteil könnte dann am 21. Oktober fallen.

Der Deutsche Dieter K., der aus dem Landkreis Lindau am Bodensee kommt, war bereits 1995 in Abwesenheit in Frankreich zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht sah es damals als erwiesen an, dass er den Tod seiner Stieftochter verursacht habe. Die Bundesrepublik lieferte Dieter K. aber nie aus, weil die deutsche Justiz zuvor ein Ermittlungsverfahren aus Mangel an Beweisen eingestellt hatte.

dpa

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