Neue Bedingungen

Kambodscha lockert Leihmutter-Gesetz

Phnom Penh - Die Regierung in Kambodscha will das im vergangenen November erlassene Verbot zum kommerziellen Geschäft mit Leihmüttern wieder lockern.

Kambodscha will das Geschäft mit Leihmüttern für Ausländer wieder zulassen - allerdings nur noch unter strengeren Bedingungen. Nach Angaben der Regierung vom Mittwoch, 5. April, sollen Männer künftig mit einem DNA-Test vor Gericht nachweisen, dass sie der leibliche Vater eines Neugeborenen sind. Nur dann sollen ausländische Paare das südostasiatische Land mit dem Adoptivkind verlassen können.

In der Regel werden Leihmütter von westlichen Paaren angeheuert, die keine eigenen Kinder bekommen können. Meist tragen die Frauen eine befruchtete Eizelle aus. Möglich ist aber auch, dass sie selbst mit einer Samenspende schwanger werden. Nach der Geburt wird das Kind dann zur Adoption freigegeben. Nach Zeitungsberichten werden dafür Summen bis zu mehreren zehntausend Dollar gezahlt. In Deutschland sind solche Praktiken grundsätzlich verboten.

Bislang vermittelten 50 Kliniken Leihmütter

Im November hatte dann auch Kambodscha das kommerzielle Geschäft mit Leihmüttern untersagt. Die Staatssekretärin im Innenministerium, Chou Bun Eng, bestätigte in der Tageszeitung „Cambodia Daily“ (Mittwoch) nun jedoch, dass das Verbot gelockert werden soll. In Kambodscha gab es bislang etwa 50 Kliniken, die Leihmütter vermittelten. Andere Länder der Region - wie Thailand, Indien oder Nepal - hatten diese Praxis in letzter Zeit ebenfalls eingeschränkt oder ganz untersagt. Der Europäische Gerichtshof hatte erst im Januar die Position von Ländern gestärkt, in denen eine Leihmutterschaft verboten ist.

Genaue Zahlen, wie viele Kinder in Kambodscha von Leihmüttern ausgetragen wurden, gibt es nicht. Der Leiter des australischen Vereins „Families Through Surrogacy“ („Familien durch Leihmutterschaft“), Sam Everingham, nannte am Mittwoch eine Zahl von etwa 300. Die Gegner eines Verbots argumentieren auch, dass Frauen dadurch in die Illegalität getrieben würden.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.