Kinder- und Jugendarzt Peter Eberle hilft Überschwemmungsopfern in Manila

Aus Kassel ins Krisengebiet

Wasser, wo man hinschaut: Auf den Philippinen wird medizinische Hilfe dringend benötigt. Foto: nh

Kassel. Eigentlich arbeitet der Kinder- und Jugendarzt Dr. Peter Eberle in seiner eigenen Praxis in der Wilhelmshöher Allee in Kassel. Doch seit Samstag ist der 53-Jährige auf den Philippinen, genauer gesagt in Manila. Dort unterstützt er in den vom Tropensturm Ketsana überschwemmten Krisengebieten das lokale medizinische Personal und versorgt die Verletzten. Keine leichte Aufgabe.

Seit vier Jahren ist der vierfache Vater nun bei der Hilfsorganisation Humedica mit Sitz in Kaufbeuren Mitglied. Mit zwei Vorbereitungsseminaren hat er sich qualifiziert, um in Krisengebiete fahren und medizinische Hilfe leisten zu können. „Ich hatte schon lange im Auge, diese Art von Hilfe leisten zu wollen“, sagt Eberle. Für zwei Wochen schließt der Mediziner jetzt seine Praxis in Kassel und arbeitet erstmals in einem Krisengebiet.

Doch das nicht ganz ohne Bedenken: „Klar habe ich ein wenig Angst davor. Es muss schrecklich sein, wie es dort gerade aussieht. Das ganze Elend und der Gestank.“ Ein Kollege, der gerade erst aus Manila zurückkehrte, hat den Kasseler Helfer bereits darüber informiert. Und dennoch: Eberle ist gewillt zu helfen.

Medizinische Hilfe vor Ort

Zu sechst wird das Team um den Kasseler in einem überwachten Zeltlager wohnen. Täglich werden die zwei Ärzte und vier Schwestern oder Sanitäter dann mit einem Jeep und einer mobilen Klinik - die aus Camptischen, Pritschen und einem Paravent als Blickschutz besteht - in die Krisengebiete gefahren. Dort werden die Verletzten untersucht und behandelt.

„Man kann nicht jeden retten, das wird hart, denn das kennt man als Mediziner in unserem Land nicht“, ist sich Eberle im Klaren. Vor Ort müsse man sich jeweils entscheiden, ob dem Verletzten noch zu helfen ist oder nicht. Operieren kann er mit der mobilen Klinik allerdings nicht. „Braucht ein Patient eine OP, müssen wir ihn an eine lokale Klinik weiterleiten.“

Am meisten wird das Team um Eberle es mit Infektionen zu tun haben, schätzt der Arzt die Situation ein. Durch das tropische Klima seien offene Wunden besonders gefährdet, sich zu entzünden.

„Ich habe Respekt vor der Tätigkeit, aber ich habe auch den festen Willen, Gutes zu tun und die Leute dort glücklich zu machen.“ Mit dieser Einstellung ist Eberle am Samstag abgeflogen. Im Gepäck hat er eine Menge Medikamente.

Und noch bevor er seinen ersten Kriseneinsatz begonnen hat, weiß Peter Eberle, dass er in Zukunft mindestens einen Urlaub im Jahr dieser Arbeit widmen wird.

Von Gwendolyn Träger

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.