Ermittler: "Unfassbare Bilder"

Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern aufgedeckt: Hat ein Mann aus Kassel seinen Neffen missbraucht?

Wegen des Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern werden elf Tatverdächtige festgenommen. Unter ihnen ist auch ein Mann aus Kassel.

  • Bundesweiter Kindesmissbrauchsfall von Ermittlern in Münster aufgedeckt
  • Die Polizei nimmt mehrere Tatverdächtige fest
  • Mann aus Kassel soll Neffen missbraucht haben

Kassel/ Münster – In dem bundesweit agierenden Pädophilen-Netzwerk, dem mindestens drei Kinder zum Opfer fielen, soll nach Angaben der Ermittler aus Münster auch ein 43-Jähriger aus Kassel aktiv gewesen sein. Er soll seinen zwölfjährigen Neffen ebenfalls missbraucht und sich dabei gefilmt haben. Dies soll die Auswertung einer bereits gelöschten Festplatte ergeben haben.

Kassel: Sexueller Missbrauch an Kindern aufgedeckt - Taten  in Gartenlaube in Münster

Die Taten haben sich zum Teil in einer Gartenlaube in Münster ereignet. Entsprechende Videos wurden über das Darknet verbreitet. Insgesamt nahm die Polizei elf Verdächtige fest, wie die zuständige Staatsanwaltschaft und Polizei in Münster mitteilten. Die Festgenommenen müssen sich nun wegen schwerem sexuellen Missbrauch an Kindern verantworten.

Kopf des Pädophilen-Netzwerkes soll ein 27-jähriger IT-Techniker aus Münster sein. Unter den zehn weiteren Beschuldigten sind auch zwei Männer aus Hessen: Einer lebt in Kassel und ein weiterer stammt aus dem Ort Staufenberg bei Gießen. Das fünfjährige Opfer ist der Sohn des Beschuldigten aus dem südhessischen Staufenberg. Der Mann aus Münster soll den zehnjährigen Sohn seiner Lebensgefährtin zum Kauf angeboten haben.

Kassel: Sexueller Missbrauch an Kindern aufgedeckt -  Mann auf Video zu sehen

Auf den von der Polizei sichergestellten Videos sind unter anderem vier Männer zu sehen, die wechselseitig die fünf- und zehnjährigen Kinder über mehrere Stunden in der Gartenlaube sexuell missbrauchten. Die Ermittler hatten von „unfassbaren“ Bildern gesprochen. Ob auf dem Material aus der Gartenlaube auch der Mann aus Kassel zu sehen ist, ist bislang nicht bekannt. Die drei Kinder wurden inzwischen in die Obhut des Jugendamtes gegeben.

In einem Keller in Münster hatten die Ermittler einen komplett eingerichteten, klimatisierten Serverraum gefunden, der offenbar dem IT-Techniker aus Münster gehört. Das Speichervolumen der sichergestellten Daten liege nach ersten Erkenntnissen bei über 500 Terabyte. Die Datenträger seien hochprofessionell verschlüsselt worden. Den Ermittlern sei es bis heute nicht gelungen, alle Daten zu entschlüsseln.

Kassel: Sexueller Missbrauch an Kindern aufgedeckt - Auch Haftbefehl für Kita-Erzieherin 

Zu den weiteren Festgenommenen neben den Männern aus Staufenberg und Kassel gehören Männer aus Hannover, Köln und Schorfheide in Brandenburg. Auch gegen die Mutter des 27-Jährigen wurde Haftbefehl erlassen. Die Kita-Erzieherin soll ihrem Sohn ihre Hütte überlassen und den sexuellen Missbrauch der Kinder in Kauf genommen haben. Der Hauptverdächtige war bereits Mitte Mai festgenommen worden. 

Sexueller Missbrauch von Kindern: Schwere Fälle aus der Region

In den vergangenen Jahren gab es in der Region mehrere Fälle von schwerem sexuellen Missbrauch an Kindern. Zwei Beispiele: Ein 33-Jähriger aus Kassel hatte zwischen Januar 2016 und Dezember 2018 in Hofgeismar und Kassel Kinder in 58 Fällen sexuell missbraucht und die Taten mit dem Handy gefilmt. Ein 55-Jähriger aus Wolfhagen (Landkreis Kassel) wurde wegen 141 Missbrauchs-Fällen im Februar 2014 zu zwölf Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

Von Bastian Ludwig

Der Missbrauchsfall auf dem Campingplatz in Lügde schockte Deutschland. Nun sind die Ermittler auf einen weiteren schweren Missbrauchsfall in Südniedersachsen* gestoßen. *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Marcel Kusch/dpa

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