"Ich bin die Lea, die ich immer schon war"

Lea aus Kassel bei "Sing meinen Song" auf Vox: Sängerin war sofort "schockverliebt"

Nach Milky Chance ist Lea Kassels erfolgreichster Pop-Star. Vor Erscheinen ihres dritten Albums nimmt die Sängerin an "Sing meinen Song" auf Vox teil. Im Interview erklärt sie das Vox-Erfolgsformat. 

  • Sängerin Lea wurde in Kassel (Nordhessen) geboren, sie lebt in Berlin
  • In der neuen Staffel von Sing meinen Song auf Vox ist sei eine von sieben Teilnehmern 
  • Ihr drittes Album "Treppenhaus" erscheint am 29. Mai 

Kassel - Mit ihrer Stimme bringt Sängerin Lea aus Kassel sogar Männer zum Weinen. In der neuen Staffel von „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ (dienstags, 20.15 Uhr, Vox) hat ihr Kollege Nico Santos nach ihrem Auftritt Tränen in den Augen. 

Lea aus der nordhessischen Stadt Kassel, die schon mit 15 einen Youtube-Hit landete, ist einer von sieben Stars in dem Erfolgsformat. Wir telefonierten mit der 27-jährigen aus Kassel, die mittlerweile in Berlin lebt.

Lea aus Kassel wird von Millionen bei Sing meinen Song auf Vox gesehen 

Derzeit lernen Millionen TV-Zuschauer Sie bei „Sing meinen Song“ kennen. Ende Mai erscheint Ihr drittes Album. Im Herbst soll es auf große Tour gehen. Ohne Corona würde 2020 sicher das Jahr von Lea.

Sängerin Lea aus Kassel berichtet von ihrer Teilnhame bei Sing meinen Song auf dem Sender Vox

Das weiß ich nicht. Aber natürlich hat sich auch für mich alles verändert. Zu Beginn des Lockdowns war ich total müde. Ich brauchte richtig viel Schlaf. Meine Gedanken mussten sich erst an die neue Situation gewöhnen und daran, dass vieles abgesagt wird – etwa die Festivals, auf denen ich jetzt gespielt hätte. Mittlerweile habe ich aus der Krise gelernt, dass man nicht allein ist. Wir sitzen alle in einem Boot. 

Wie waren die vergangenen Wochen für Sie?

Ich wohne in Berlin in einer 40-Quadratmeter-Wohnung. Mittlerweile kenne ich jede Ecke in der Wohnung in- und auswendig. Und ich habe endlich Sachen gemacht, für die ich früher immer Ausreden hatte. Ich war sehr viel Laufen und habe endlich meinen Kleiderschrank aussortiert.

Wir dachten, Sie leben in einer großen Villa am Wannsee, wie Pop-Stars sie gern bewohnen.

(lacht) Nee, ich bin die Lea, die ich schon immer war. Ich habe nicht mal ein Auto.

Lea aus Kassel: Sing meinen Song für Vox wurde in Südafrika gedreht 

Vor Corona haben Sie in Südafrika noch die neue Staffel von „Sing meinen Song“ gedreht. Was macht das Format so besonders?

Das habe ich erst so richtig begriffen, als ich als Teilnehmerin dabei war. Der Drehort in der Walker Bay ist ein magischer Ort. Wir waren alle sofort schockverliebt. Die Gruppe hatte eine unglaubliche Dynamik. Ich habe noch nie erlebt, dass in so kurzer Zeit so tiefe Freundschaften entstanden sind. Niemand war egoistisch. Die erste Folge hatten wir eigentlich zusammen schauen wollen. Das ging nicht wegen Corona. Aber wir schreiben uns täglich in die WhatsApp-Gruppe.

Was lernt man von so unterschiedlichen Kollegen wie Michael Patrick Kelly und Jan Plewka?

Unglaublich viel. Das sind beides Legenden. Als Jan mit seiner Band Selig 1994 seinen ersten großen Hit „Ohne dich“ hatte, war ich zwei Jahre alt. Wenn man seine spannenden Geschichten hört, kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus.

Lea aus Kassel bei Sing meinen Song auf Vox: Reisen wegen Corona schwierig

Auch sonst reisen Sie gern. In den letzten drei Jahren haben Sie jeweils sieben Wochen am Stück an fremden Orten verbracht. Das wird nun schwierig.

Das stimmt. Aber wegen Corona kann ich diese Freiheit nun noch mehr schätzen. Ich sehe das nicht als Selbstverständlichkeit an. Vielleicht nehme ich mir auch in Deutschland eine Auszeit und miete in den Bergen eine Hütte. Wenn ich auf Reisen bin, schalte ich das Handy und den Computer aus.

Wie groß sind dann die Entzugserscheinungen?

Sehr groß. Im Alltag habe ich deswegen einige Tricks. Manchmal lösche ich eine App, die ich häufig benutze, oder ich schiebe sie an einen anderen Ort, damit ich sie erst einmal nicht finde. Instagram ist auf der letzten Bildschirmseite meines Handys. Und trotzdem überschreite ich jeden Tag die 15-Minuten-Grenze, die ich mir selbst gegeben habe.

Sing meinen Song auf Vox: Lea aus Kassel veröffentlicht drittes Album 

Ihre neue Single „Treppenhaus“ handelt von einem Menschen, der Ihnen nicht gutgetan hat, von dem Sie aber nicht loskamen. Klingt nach einer anstrengenden Liebesbeziehung.

Nicht jeder meiner Songs ist eins zu eins von einer Situation runtergeschrieben. Von Menschen, die meine Lieder hören, bekomme ich manchmal zu hören: „Du hast aber mit vielen komischen Typen zu tun.“ Dabei kann es auch sein, dass es in zehn Songs um denselben Menschen geht. Man erzählt dann aus verschiedenen Blickwinkeln von ihm. Ein Treppenhaus fand ich als Bild spannend: Man ist nicht mehr auf der Straße, aber auch noch nicht zuhause, sondern dort, wo sich hinter jeder Tür ein anderer Mikrokosmos auftut.

Das dritte Album sei das schwierigste, heißt es oft. Wie kompliziert war es, sich auf „Treppenhaus“ treu zu bleiben und doch etwas Neues zu machen?

Das ist eine gute Frage. Bei „Zwischen meinen Zeilen“ hat sich es sich angefühlt, als sei ich bei mir angekommen. Darum habe ich mir gesagt: Ich knüpfe daran an, wie ich bislang Geschichten erzählt habe. Ich hatte auch keine Krise, wegen der ich mich hätte neu erfinden müssen. Auf „Treppenhaus“ gibt es nicht plötzlich ganz andere Sounds, aber trotzdem die eine oder andere Überraschung – zum Beispiel mit unerwarteten Features.

Sing meinen Song auf Vox: Lea aus Kassel würde gerne in ihrer Heimatstadt auftreten 

Voriges Jahr mussten Sie Ihren Auftritt in Kassel krankheitsbedingt absagen. Bislang fehlt Ihre Heimatstadt auch auf dem neuen Tour-Plan.

Es ist nicht einfach, einen Termin zu finden. Ursprünglich hatten wir für Frühjahr 2021 bereits die nächste Tour geplant. Nun müssen wir wegen Corona noch warten. In Kassel würde ich am liebsten sofort spielen. Von allen Absagen hat mir die am meisten das Herz gebrochen.

Wie oft sind Sie noch in Ihrer Heimatstadt?

Bestimmt einmal im Monat. Die zentrale Lage macht es einfach. Ich besuche meine Familie und Freunde. Aber ich gehe auch gern durch Aue und Bergpark. Ich bin ein Riesen-Fan dieser Parks. Und ich mag es, melancholisch durch die Stadt zu gehen und dabei an meine Kindheit und Jugend zu denken.

Lea aus Kassel: Album Treppenhaus erscheint am 29. Mai

Geboren: am 9. Juli 1992 in Kassel* als Lea-Marie Becker 

Ausbildung: Abitur an der Kasseler Jacob-Grimm-Schule, Sonderpädagogikstudium in Hannover 

Karriere: Lea stammt aus einer musikalischen Familie. Ihr Vater ist Musiktherapeut, ihre Mutter spielt Cello. Mit sechs begann Lea, Klavier zu lernen. Als sie 15 war, landete sie mit der Pianoballade „Wo ist die Liebe hin“ einen Youtube-Hit. Ihr Debütalbum „Vakuum“ mit dem Hit „Leiser“ erschien 2016. Bei Spotify hat sie mehr als drei Millionen monatliche Hörer. 

Privates: Lebt in Berlin 

Das Album: „Treppenhaus“ erscheint am 29. Mai bei Four Music.

Von Matthias Lohr 

Im Jahr 2019 veröffentlichteLea einen Song mit bekannten Gangsterrappern*. Ihrzweites Album* „Zwischen meinen Zeilen“ erscheint 2018 und für den Kinofilm „Das schönste Mädchen der Welt“ sang sie den Song „Immer wenn wir uns sehn“.

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Rubriklistenbild: © Jens Koch

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