Trotz Veto

Katalonien will Stierkampfverbot aufrechterhalten

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Die spanische Region Katalonien will das Stierkampfverbot trotz eines richterlichen Verbots aufrechterhalten.

Madrid/Barcelona - Die spanische Region Katalonien will das dort seit 2010 geltende Stierkampfverbot trotz eines richterlichen Vetos aufrechterhalten.

„Wir werden alles tun, damit das Urteil in der Praxis keine Auswirkungen hat“, sagte die Bürgermeisterin der katalanischen Hauptstadt Barcelona, Ada Colau, am Donnerstagabend. Zuvor hatte das Madrider Verfassungsgericht das Verbot gekippt.

Auch die katalanische Regierung kündigte Widerstand an. „Ich kann es lauter, aber nicht deutlicher sagen: Die Stierkämpfe werden nicht nach Katalonien zurückkehren“, versicherte der regionale Umweltminister Josep Rull vor Journalisten. Katalonien sei „ein Land, in dem mit dem Töten von Bullen kein Spektakel gemacht wird“.

Das katalanische Regionalparlament habe mit dem Verbot seine Kompetenzen überschritten, hatte das Verfassungsgericht befunden, wie Medien unter Berufung auf Justizkreise berichteten. Da der Stierkampf 2013 zum Kulturgut erklärt worden sei, könne nur der spanische Staat über ein Verbot entscheiden. Der offizielle Urteilstext soll erst in den nächsten Tagen bekannt werden.

Die Richter waren in der Sache von der Volkspartei (PP) des geschäftsführenden Ministerpräsidenten Mariano Rajoy angerufen worden. Die konservative PP hatte angeführt, die Entscheidung Kataloniens sei verfassungswidrig, weil sie mehrere spanische und europäische Gesetze verletze, die den Stierkampf schützten.

Neben Katalonien hatten auch die Kanaren den Stierkampf verboten. Die in Palma de Mallorca seit 2015 amtierende linke Regierung der Balearen erwägt ebenfalls ein Verbot der sogenannten Corridas.

dpa

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