Katastrophale Zustände in Indiens Heimen

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24 Einrichtungen für behinderte Frauen wurden für die HRW-Studie untersucht. Fazit: unhygienisch, überbelegt, Personal kaum geschult. Foto: Shantha Rau Barriga/Human Rights Watch

Neu Delhi (dpa) - Behinderte Frauen und Mädchen werden nach Recherchen von Menschenrechtlern in Indien oft eingesperrt und misshandelt. In staatlichen und privaten Einrichtungen seien sie oft unzureichend medizinisch versorgt und würden zwangsbehandelt.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) stellte am Mittwoch in Neu Delhi ihren neuen Bericht mit dem Titel "Schlechter behandelt als Tiere" vor.

Die Einrichtungen seien oft völlig überbelegt und unhygienisch. In allen hätten die Patientinnen Läuse gehabt, und in einem mussten sie laut HRW ihr Geschäft draußen auf der Erde verrichten. Außerdem seien viele Frauen körperlicher, verbaler und auch sexueller Gewalt ausgesetzt. Wollten sie sich dagegen wehren, höre ihnen keiner zu, sagte Studienleiterin Kriti Sharma. Für die Untersuchung wurden mehr als 200 Menschen in sechs indischen Städten interviewt und 24 Einrichtungen besucht.

In Indien sei geschlechtsspezifische Diskriminierung sehr weit verbreitet, und behinderte Frauen gehörten zu denjenigen, die am häufigsten geschlagen und vernachlässigt würden. "Seit der Gruppenvergewaltigung in Neu Delhi diskutiert das Land zwar über Gewalt gegen Frauen, aber behinderten Frauen verschwinden hinter verschlossenen Türen und werden nicht gehört", sagte Sharma.

HRW-Report zu behinderten Frauen in Indien

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