Archäologen vor einem Rätsel

Riesige „Katze“ in Peru entdeckt: Mysteriöse Geoglyphen aus der Antike geben Rätsel auf

Im Süden Perus entdeckten Forscher eine riesiges Scharrbild, das offensichtlich eine Katze darstellt. Bis heute ist ungeklärt, was die mysteriösen Motive bedeuten.

  • Eine riesige Geoglyphe in Form einer Katze wurde von Forschern im Süden Perus entdeckt.
  • Die weltberühmten Nazca-Linien, wo die Katze gefunden wurde, sind uralte Überbleibsel aus der Antike.
  • Auch das peruanische Kultusministerium meldet sich zu dem Fund.

Nazca – Dass die Katze schon immer ein beliebtes Tier war, bewiesen bereits die alten Ägypter. Doch nun entdeckten Forscher eine mysteriöses Scharrbild im Süden von Peru, welches offensichtlich eine Katze darstellen soll.

Nazca in Peru: „Katze“ doppelt so groß wie Mount Rushmore in den USA

Die Geoglyphe in Peru misst den Wissenschaftlern zufolge etwa 37 Meter und soll zwischen 100 und 200 vor Christus entstanden sein. Damit wäre die Entdeckung etwa doppelt so groß wie die vier in Stein gehauenen US-Präsidenten, die den Mount Rushmore in South Dakota schmücken. Diese sind jeweils „nur“ 18 Meter hoch.

Wie der „Guardian“ berichtet, wurden die kaum mehr sichtbaren Linien während Arbeiten an einem Hügel entdeckt. Weiter zitiert das britische Nachrichtenmagazin aus einem Statement des peruanischen Kultusministeriums, dass die „Katze“ zu verschwinden droht, da sich die Geoglyphe an einem recht steilen Hang befindet, der anfällig für natürliche Erosionen ist.

Führender Archäologe aus Peru hält Nazca-„Katze“ für „bemerkenswert“

Gegenüber der spanischen Nachrichtenagentur Efe, erklärt Johny Isla, führender Archäologe im Bereich Geoglyphen in Peru, dass solche Funde immer wieder „bemerkenswert“ sind und man sich sicher sei, neben der Katze noch weitere Figuren entdecken zu können.

Der aktuelle Fund ist nur eines von mehr als Tausend jener sogenannten Scharrbilder, die in einem Bereich von sage und schreibe 500 Quadratkilometern bisher gefunden wurden. Darunter befinden sich auch Abbildungen von Vögeln, Hunden, Spinnen, Affen und sogar einem Orca. Verantwortlich dafür sind die Völker der Paracas und Nazca, zwei indigene Kulturen Perus, die bereits beide vor über 1000 Jahren untergegangen sind.

Nazca-Linien bilden Katze und andere Tiere – Indigine Völker aus Peru kreierten die Motive

Einem der beiden indigenen Völker verdanken die Geoglyphen daher den Namen „Nazca-Linien“. Was genau die Linien, die bereits seit 1994 Teil des Unesco-Weltkulturerbes sind, zu bedeuten haben, ist allerdings nicht genau geklärt. Manche Forscher glauben, dass die in den Boden eingeritzten Pflanzen, Muster oder auch Tiere, wie im Falle der Katze, bei Fruchtbarkeitsritualen eine Rolle gespielt haben könnten.

Andere Experten vermuten hingegen, dass es sich bei den aufwendigen Motiven in Peru um Markierungen für Reisende und Nomaden gehandelt hat.

Die neuste Nazca-Entdeckung in Peru: Eine 37 Meter lange „Katze“.

Peru: Entdeckung trotz Corona-Pandemie – Zutritt zur „Katze“ aber verboten

Die meisten Touristenattraktionen in Peru haben aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen. Nahe der Aussichtsplattform Mirador Natural, etwa 400 Kilometer südlich von Lima, setzten Forscher und Mitarbeiter ihre Arbeit jedoch fort. Dabei stießen sie auf erste Linien, die nach und nach den Körper der riesigen Katze ergaben.

Trotz der fortgesetzten Entdeckungs- und Restaurierungsarbeiten sind Touristen allerdings weiterhin nicht erlaubt. Aber auch vor der Pandemie war der Zutritt zu den Nazca-Linien verboten, da bereits wenige Schritte die riesigen Motive irreparabel zerstören beziehungsweise verändern könnten. Wer die beeindruckenden Überreste aus der Antike also eines Tages besichtigen möchte, muss mit einer der vielen Aussichtsplattformen Vorlieb nehmen – oder fliegen. (Nail Akkoyun)

Rubriklistenbild: © Peruvian Ministry of Culture / AFP

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