Kind für Missbrauch gezeugt - Eltern verurteilt

Essen - Ein Paar, dass eigens zum späteren Missbrauch ein Kind gezeugt haben soll, ist vom Landgericht Essen zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

Die Tat mache fassungslos, sagt der Richter.

Das Paar aus Nordrhein-Westfalen hat nach Überzeugung des Landgerichts Essen ein Kind gezeugt, nur um es später sexuell zu missbrauchen. Der 27-jährige Mann aus Gelsenkirchen wurde am Montag zu acht Jahren, seine ein Jahr jüngere Partnerin aus Mönchengladbach zu fünf Jahren Haft verurteilt (AZ.: 23 KLs 148/11). Die beiden hatten sich in einem Internet-Chat für Anhänger von Gewaltsex kennengelernt. Die Altenpflegerin und ihr Partner hatten im Prozess umfangreiche Geständnisse abgelegt. Dem Gericht lagen außerdem Protokolle der Chat-Sitzungen vor, aus denen das Motiv für die Zeugung des Kindes eindeutig hervorging.

Der Mann hatte den gemeinsamen Sohn im Alter von gerade einmal fünf Wochen missbraucht - und dabei sich und den Jungen fotografiert. Das Bild zeigte er später im Internet anderen Sexualpartnerinnen. Die Mutter des Jungen hatte die Tat mit angesehen.

„Die Angeklagten haben einen schutzlosen Säugling zum bloßen Objekt ihrer sexuellen Begierde degradiert und seine Menschenwürde mit Füßen getreten“, sagte der Vorsitzende Richter Heinz-Günter Busold in der Urteilsbegründung. Die Richter hätten im Verlauf des Prozesses in Abgründe menschlichen Handelns und Denkens geblickt, die sie „fassungslos und betroffen machen“, so der Vorsitzende.

Der fünf Wochen alte Säugling erlitt bei dem Missbrauch keine körperlichen Verletzungen. Die Richter gehen derzeit nicht davon aus, dass das Kind psychische Schäden davongetragen hat. Das Kind steht seit der Entdeckung der Tat unter Betreuung des Jugendamts. Die Mutter hatte sich zuletzt noch um das Sorgerecht für ihr Kind bemüht.

Mit dem Urteil für die Frau entsprachen die Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Für den Mann hatte die Anklagebehörde zehn Jahre Haft beantragt. Die Verteidiger hatten auf konkrete Strafanträge verzichtet.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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