Jäger von Falschparkern bekam schon 400 Euro von RTL

Klage von Knöllchen-Horst gegen Dolly Buster abgewiesen

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Knöllchen-Horst hat Dolly Buster verklagt, weil er sich von der Frau beleidigt fühlt. Nun scheiterte er vor Gericht.

Osterode. Der als Knöllchen-Horst bekanntgewordene Jäger von Falschparkern ist mit einer Klage gegen Dolly Buster gescheitert. Das könnte ihn nun teuer zu stehen bekommen.

Der streitlustige Frührentner aus Osterode hat damit erneut eine gerichtliche Schlappe erlitten. Das Amtsgericht Osterode wies am Donnerstag seine Schmerzensgeldklage gegen den früheren Erotikstar ab.

Der 61-Jährige hatte sie verklagt, weil er sich durch eine Äußerung in der 2011 ausgestrahlten RTL-Sendung „Die 10 verrücktesten Deutschen“ beleidigt fühlte. Die Ex-Pornodarstellerin hatte sein Treiben als Jäger von Falschparkern und anderen Verkehrssündern mit den Worten kommentiert: „Ich glaube, das macht ihn geil.“

Der Frührentner hätte nur dann einen Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn eine schwerwiegende Verletzung des Persönlichkeitsrechts vorliege, sagte Richter Patrick Wiemann. Dieser Fall liege hier aber nicht vor. Der Richter begründete seine Entscheidung damit, dass der Ausdruck „geil“ aus dem Mund eines Pornostars keine persönliche Herabwürdigung darstelle, sondern der übliche Tonfall im Rahmen der dargestellten Rolle sei. Außerdem habe der Begriff einen gewissen Wandel erfahren. Das Wort „geil“ sei nicht mehr zwingend negativ besetzt, sondern werde inzwischen sogar für Werbezwecke benutzt.

Ich glaube, das macht ihn geil": Ex-Erotikstar Dolly Buster hatte sich im TV über den Frührentner geäußert.

Außerdem wies der Richter darauf hin, dass der Frührentner bereits in einem anderen Zivilverfahren um die gleiche Sendung ein Schmerzensgeld erstritten habe. Eine weitere Kompensation komme daher nicht in Betracht. Bereits im November 2011 hatte das Amtsgericht Köln den Sender RTL dazu verurteilt, dem Frührentner ein Schmerzensgeld von 400 Euro zu zahlen. „Knöllchen-Horst“ hatte damals 4000 Euro gefordert. Diese Summe hielt das Gericht jedoch für unangemessen. Der Kläger nehme, ohne von jemanden dazu berufen zu sein, in enormem Ausmaß Aufgaben der Ordnungsbehörde wahr und präsentiere sich auch in den Medien als selbst ernannter Ordnungshüter.

Die Klage gegen Dolly Buster könnte ihn teuer zu stehen kommen. Das Gericht hat ihm die Kosten des Rechtsstreits auferlegt

Von Heidi Niemann

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