Klassiker für den Herbst - Den passenden Trenchcoat finden

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Der klassische Trenchcoat hat Schulterklappen, eine zweite Lage Stoff am Rücken sowie Ärmelriegel, Bindegürtel und eine doppelreihige Knöpfung. Hier ein Modell von Burberry (1495 Euro). Foto: Burberry

Wiesbaden (dpa/tmn) - Herbst in Deutschland bedeutet, dass es die meiste Zeit regnet und nebelig ist. Für diese Wochen sind Übergangsmäntel ideal. Sie sind nicht zu warm, schützen aber vor Wind und Regen und halten die Kälte etwas ab. Der Klassiker ist der Trenchcoat.

Wann immer ein Modedesigner oder Fashion-Profi gefragt wird, was unbedingt in den Kleiderschrank gehört, wird der Trenchcoat genannt. Er gilt als echter Allrounder unter den Mänteln und hat modisch eine einzigartige Karriere gemacht: Ursprünglich war dieser Mantel für die Schützengräben im Ersten Weltkrieg erfunden worden. "Trench" bedeutet im Englischen Graben.

Eines der wesentlichen Merkmale dieses Manteltyps waren von Anfang an die Schulterklappen, an denen damals militärische Rangabzeichen befestigt werden konnten. Dieses Detail zeichnet den Trench auch heute noch aus. Ebenso hat er den sogenannten Koller. Das ist eine zweite Lage Stoff über der Schulterpartie, die dafür sorgt, dass Regenwasser besser vom Mantel ablaufen kann. Weitere Merkmale: Ärmelriegel, Bindegürtel und doppelreihige Knöpfung.

Seinen Sprung ins zivile Leben schaffte der Trench nicht zuletzt durch den Film: Allen voran war es natürlich Humphrey Bogart, der ihn in "Casablanca" (1942) berühmt machte. Audrey Hepburn dagegen trug das Stück in ihrem Welterfolg "Frühstück bei Tiffany" (1961).

Damit wurde der Trenchcoat auch zu einem festen Bestandteil der Frauenmode - allerdings mit der Folge, dass dieser Begriff sehr weit gefasst wird, wie Stilexpertin Katharina Starlay aus Wiesbaden erklärt. "Heute werden unter dem Begriff Trenchcoat oft so ziemlich alle kurzen bis knielangen Mäntel angeboten". Doch ein echter Trench zeichnet sich durch die genannten Merkmale aus, und genau auf diese sollte man beim Kauf auch achten.

Aber nicht nur: "Wenn man den Trench im traditionellen Beige kauft, sollte man unbedingt sehen, ob der Farbton auch zum Ton der eigenen Haut passt", rät die Einkaufsberaterin Maria Hans aus Hamburg. "Beige ist ja eine Farbbezeichnung, innerhalb der es etliche Nuancen gibt. Und nicht jede Nuance passt auch zu jeder Frau."

Doch diese Farbe ist heute kein Muss mehr. "Das Spektrum weicht ja mittlerweile von den klassischen Sahara- oder Schlammtönen sowie Marine und Schwarz ab", erläutert Katharina Starlay. "Heute gibt es den Trench durchaus auch in Rot oder verschiedenen Blaunuancen."

Und es gibt Frauen, für die der klassische Trenchcoat nicht zwingend erste Wahl ist. "Wer zum Beispiel breite Schultern, dazu kurze Arme hat, sollte auf den Manteltyp mit seinen Schulterklappen und Ärmelriegeln verzichten", empfiehlt die Imageberaterin Lydia Maier aus Starnberg in Bayern. "Sie lenken den Blick nämlich ganz bewusst auf diese Zonen. Auch der Gürtel - beim echten Trench ein absolutes Muss - kann problematisch sein, zum Beispiel bei Frauen mit sehr kurzem Oberkörper."

Aber: Aktuell gibt es viele Alternativen, so dass jede Frau ihren passenden Begleiter durch die Übergangszeit von Herbst auf Winter finden kann. "Besonders schön für große Frauen sind beispielsweise die Mantelmodelle im Herrenstil", findet Maier. "Und wer kleine Pölsterchen geschickt kaschieren möchte, ist mit einer der aktuellen Longblousons bestens beraten." Auch Mäntel in A-Linie bleiben in der kommenden Saison angesagt. Relativ neu im Trend sind Mäntel im Empire-Stil, also mit einer hoch angesetzten Taille. "Diese sollten aber immer knielang sein", erklärt die Beraterin.

Wer es bei seinem Mantel für die Übergangszeit ein wenig extravagant mag, setzt auf ein Modell in Eier-Form - bezeichnet mit dem englischen Wort eggshape. Dieser Schnitt erinnert tatsächlich an ein Ei - er ist oval. Wichtig bei diesem Mantel ist das Styling dazu: Die Eierform sieht nur gut aus, wenn Rock oder Hose schmal geschnitten sind. Sonst stimmen die Proportionen nicht mehr.

Maria Hans rät in der Übergangszeit noch zu lässigen Capes und leichten Wolljacken, die es aktuell in Mustern wie großformatigen Karos gibt. Beide sind im Styling unkompliziert und lassen sich gut kombinieren.

Literatur:

Katharina Starlay: Clever konsumieren - Wertvolles Wissen für eine bewusste Wahl, Verlag Frankfurter Allgemeine Buch, 2014, 240 S., 17,90 Euro, ISBN-13: 978-3-95601-058-3

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