Kleines Mädchenaus Roma-Siedlung

Jetzt sucht auch Interpol nach Marias Eltern

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Jetzt sucht auch Interpol nach den Eltern der kleinen Maria.

Lyon - Wer sind die Eltern der kleinen Maria, die in einer griechischen Roma-Siedlung entdeckt wurde? Dieser Frage geht nun auch Interpol nach. So laufen die Ermittlungen ab:

Auf Bitten der griechischen Behörden verbreitete die internationale Polizeibehörde eine Aufforderung an alle 190 Mitgliedstaaten, ihre Datenbanken mit den Informationen über das Mädchen abzugleichen. In einem ähnlichen Fall um ein anderes Kind in Irland sollte ein DNA-Abgleich für Klarheit sorgen.

Interpol-Generalsekretär Ronald Noble sagte am Dienstag in Kolumbien, die zentrale Interpol-Datenbank habe bei der Suche nach Verwandten des Mädchens keinen Treffer ergeben. Deshalb sei die Suche ausgeweitet worden. In der sogenannten Gelben Notiz, einer Vermisstensuche, schickte die Organisation neben dem Foto auch das DNA-Profil der kleinen Maria um die Welt. Außerdem veröffentlichte Interpol eine Blaue Notiz, mit der weitere Informationen über das Paar, bei dem das Mädchen gefunden wurde, gesammelt werden sollen.

Die griechische Polizei hatte die kleine Maria vor einer Woche in einem Roma-Lager in der Stadt Farsala entdeckt. Sie war den Beamten aufgefallen, weil sie mit ihren blonden Haaren und hellen Augen ihren angeblichen Eltern überhaupt nicht ähnelte. DNA-Tests bestätigten, dass es sich bei dem Paar nicht um die leiblichen Eltern handelte.

Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern

Die neunjährige Corinna wurde am 29.07.2009 tot in einem Seitenarm des Flusses Mulde unweit ihres Elternhauses in Eilenburg gefunden. Sie fiel vermutlich einem Gewaltverbrechen zum Opfer. Die Ermittlungen dauern noch an. © ap
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
Der neunjährige Dennis aus Scharmbeckstotel wurde am 05. September 2001 aus dem Schullandheim Wulsbüttel entführt. Am 19.09.2001 wurde die Leiche von Dennis in einem Waldstück bei Kirchtimke entdeckt. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
Die achtjährige Michelle aus Leipzig wurde am 17. August 2008 auf dem Heimweg entführt. Am 21. August wurde ihre Leiche in einem Teich gefunden. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
Der heute 73-Jährige Josef Fritzl hielt seine Tochter Elisabeth Jahrzehnte in einem Kellerverlies unter seinem Haus gefangen. Immer wieder vergewaltigte er sie und zeugte in der Zeit mit ihr sieben Kinder. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
In diesem Kellerverlies wurden die Opfer von Fritzl gefangen gehalten. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
Im Jahr 2006 gelang Natascha Kampusch die Flucht von ihrem Peiniger Wolfgang Priklopil. Er begann daraufhin Selbstmord. © dpa
Die 6-jaehrige Ayla aus Zwickau wurde 17. Mai 2005 in der Naehe ihrer Wohnung von einem Mann in ein Auto gezogen worden.
Die sechsjährige Ayla aus Zwickau wurde am 17. Mai 2005 in der Naehe ihrer Wohnung von einem Mann in ein Auto gezogen, sexuell missbraucht und ermordet.. © dpa
Der Mörder von Ayla, Michael L. hat die Tat wenig später gestanden.
Der Mörder von Ayla, Michael L. hat die Tat wenig später gestanden. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
Der jüngste traurige Fall: Die achtjährige Kardelen aus Paderborn wurde seit 12. Januar 2009 vermisst. Vier Tage später die traurige Gewissheit. Kardelen wurde sexuell missbraucht und getötet. © dpa
Die zehnjährige Adelina aus Bremen verschwand am 26. Juni 2001 nach dem Besuch beim Ur-Großvater. Ihre Leiche wurde später in einem Wald gefunden.
Die zehnjährige Adelina aus Bremen verschwand am 26. Juni 2001 nach dem Besuch beim Ur-Großvater. Ihre Leiche wurde später in einem Wald gefunden. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
Die achtjährige Levke aus Cuxhaven wurde seit dem 6. Mai 2004 vermisst. Dreieinhalb Monate später wird ihre Leiche in einem Waldstück in Attendorn gefunden. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
Die vier Jahre alte Madeleine McCann war am 3. Mai 2007 spurlos aus einer Ferienwohnung in Südportugal verschwunden. Bis heute ist der Fall ungelöst. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
Gestanden hat der Mörder des neunjährigen Mitja vor Gericht in Leipzig. Der damals 43-Jährige hat den neunjährigen Buben mit in seine Wohnung genommen, vergewaltigt und erdrosselt. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
Immer noch auf freiem Fuß sind die Täter, die das Leben des damals fünfjährigen Pascal auf dem Gewissen haben. Der Bub wurde 2001 in einer Kneipe in Saarbrücken vergewaltigt und erstickt. Seine Leiche wurde nie gefunden. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
In Riekofen im Landkreis Regensburg wird 2007 bekannt, dass der örtliche Pfarrer sich an einem Kind vergangen haben soll. Wie sich herausstellte war es nicht der erste Fall: Der Geistliche war bereits wegen sexuellen Missbrauchs vorbestraft. Das Ordinariat schweigt zu den Vorwürfen. © dpa
Am 15. September 1981 wird die zehnjährige Ursula Herrmann aus Eching am Ammersee entführt.
Am 15. September 1981 wurde die zehnjährige Ursula Herrmann aus Eching am Ammersee entführt. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
In dieser Kiste wurde sie von dem Täter gesteckt, in der sie qualvoll erstickte. © dpa

Der 39-jährige Mann und die 40 Jahre alte Frau wurden am Montag wegen des Vorwurfs der Kindesentführung in Untersuchungshaft genommen. Ihren Angaben zufolge wurde ihnen das Kind von der Mutter, einer bulgarischen Roma-Frau, übergeben. Laut einer zahnärztlichen Untersuchung ist Maria fünf bis sechs Jahre alt.

Als erste Konsequenzen aus dem Fall hatte Athens Bürgermeister Georgios Kaminis unter anderem den Leiter des Geburtenregisters vom Dienst suspendiert. Das Oberste Gericht ordnete am Dienstag eine Überprüfung aller Geburtsurkunden der vergangenen sechs Jahre an.

Ähnlicher Fall in Irland: Eltern stimmen DNA-Test zu

In Irland erhitzt ein ähnlicher Fall derzeit die Gemüter. Dort hatten die Behörden in einem Vorort von Dublin einer Roma-Familie ein kleines Mädchen weggenommen, das sich mit seinen blauen Augen und blonden Haaren ebenfalls auffällig von seinen Eltern unterschied. Noch für Mittwochnachmittag wurde das Ergebnis einen DNA-Vergleichs erwartet.

Eine Sozialarbeiterin, die in Kontakt mit der Familie steht, warnte jedoch vor vorschnellen Schlüssen. Die Familie sei "sehr bestürzt", sagte Gabby Muntean der „Irish Times“. Sie beteuere, die Siebenjährige sei ihre Tochter und hätten freiwillig Blut- und DNA-Tests zugestimmt.

Der Fall der kleinen Marie in Griechenland hat bei tausenden Paaren weltweit die Hoffnung geweckt, ihr vermisstes Kind wiederzufinden. Allein in Europa verschwinden jährlich rund 250.000 Kinder, wie die Organisation Missing Children Europe unter Berufung auf Daten der EU-Kommission berichtet. Ein Großteil sei von zu Hause weggelaufen oder von getrennt lebenden Elternteilen entführt worden, sagte Vize-Generalsekretärin Delphine Moralis AFP. Zwei bis fünf Prozent - zwischen 5000 und 12.500 Kinder - aber verschwänden unter „besorgniserregenden Umständen“.

Bis heute gibt es kein Zentralregister für verschwundene Kinder. 25 europäische Länder haben jedoch eine Hotline für Angehörige eingerichtet - unter der Nummer 116000 können sie dort jederzeit anrufen.

AFP

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