Deutschland verliert Führungsrolle

Top 10 der Klimaschützer: Wir sind raus!

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Windräder in der Morgensonne: Deutschland verliert seine Führungsrolle im Klimaschutz

Warschau - Sind wir ein Land der Klimamuffel? Erstmals fällt Deutschland aus der Liste der weltweiten Top 10 in Sachen Klimaschutz. Die Gründe für den Abstieg:   

Experten haben der Bundesregierung mangelnden Ehrgeiz beim Klimaschutz vorgeworfen. Durch ein "drastisches Absenken der Ambitionen" habe Deutschland seine Führungsrolle in der europäischen Klimaschutzpolitik verloren, kritisierten die Organisationen Germanwatch und Climate Action Network Europe (CAN-E) in ihrem am Montag veröffentlichten Klimaschutz-Index.

Deutschland fällt in dem jährlich veröffentlichten Index daher erstmals aus den Top Ten heraus und rutschte von Platz acht auf 19. Deutschland habe im vergangenen Jahr eine "wenig konstruktive Rolle" in der europäischen Energiedebatte gespielt, rügten die Experten. Zudem habe die Bundesregierung dringend benötigte Reformen des europäischen Emissionshandelssystems und strengerer EU-Richtlinien für spritsparende Autos blockiert. Die Experten kritisierten die Regierung zudem dafür, die Entwicklung der eigenen Energiewende zu blockieren.

China - das Sorgenkind macht Fortschritte

Fortschritte verzeichneten die Experten dagegen unerwartet beim bisherigen Sorgenkind China. Jüngste Daten zeigten einen langsameren Anstieg der chinesischen Emissionen und eine Entkopplung des CO2-Ausstoßes vom Wirtschaftswachstum, erklärte Germanwatch-Experte Jan Burck. Das Land habe massiv in erneuerbare Energien investiert. Zudem gebe es in China inzwischen viel Kritik an der Kohleverstromung. Beides wecke Hoffnung auf einen zukünftig langsameren Emissionsanstieg.

Auch in den USA ist nach Einschätzung der Experten eine aktivere Politik zu Einschränkung der Kohleverstromung zu beboachten. Mitte kommenden Jahres sollten zudem strengere Grenzwerte für bestehende Kohlekraftwerke in Kraft treten. Polen, das derzeit Gastgeber der UN-Klimakonferenz ist, konnte seine Bewertung im Klimaschutz-Index nicht substanziell verbessern. Das Land gehört weiterhin zu den zwei schlechtesten EU-Staaten und stieg lediglich um einen Platz auf Rang 45 auf. Kritik äußerten die Experten erneut an Kanada: Das Land zeige weiterhin "keinerlei Ansätze", seine Klimapolitik zu verbessern und verharre deshalb auf Rang 58 von 61. Noch schlechter schneiden nur noch der Iran und Kasachstan, gefolgt vom Schlusslicht Saudi-Arabien ab. Die drei ersten Plätze des Index blieben leer: Den Experten zufolge unternimmt kein Land genug, um eine gefährliche Klimaerwärmung zu verhindern.

Klimakiller? Was es aus dem Auspuff bläst 

Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Autos stoßen bei laufendem Motor giftige und klimaschädliche Stoffe aus. Deshalb hat der Gesetzgeber Grenzwerte für Kohlenmonoxid (CO), Stickoxide (NOX), Kohlenwasserstoffe (HC) und Rußpartikel (PM) festgelegt. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Ab September 2009 müssen Hersteller bei der Entwicklung neuer Autos die Abgasnorm Euro 5 einhalten. Seit Januar 2011 müssen auch alle neu zugelassenen Wagen Euro 5 erfüllen. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Konkret heißt das: Benziner dürfen zum Beispiel maximal 1 Gramm CO (Kohlenstoffmonoxid) pro Kilometer ausstoßen, Diesel nur die Hälfte. Der Grenzwert für Rußpartikel beim Diesel liegt bei 5 Milligramm je Kilometer. Übrigens, die Euro-4-Norm hatte noch das Fünffache 25 Milligramm zugelassen. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Anfang September 2011 wurde als Zwischenschritt die Rußmenge, die ein Auto ausstoßen darf, weiter reduziert - auf 4,5 Milligramm. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Ab September 2014 müssen alle neu zugelassenen Autos Euro 6 erfüllen. Diese Norm betrifft laut dem TÜV Nord in erster Linie Diesel: Der Grenzwert für Stickoxide, die neue Fahrzeugtypen mit Selbstzündern ausstoßen dürfen, wird auf weniger als die Hälfte des derzeitig gültigen Werts gesenkt - nämlich von 180 Milligramm pro Kilometer (Euro 5) auf 80 Milligramm (Euro 6). © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Kohlenmonoxid (CO): Kohlenmonoxid ist ein Gas, das schon in geringen Mengen sehr giftig ist. Es entsteht bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Verbindungen, wenn nicht genügend Sauerstoff vorhanden ist. Die meisten Abgase entstehen im Leerlauf, also wenn ein Auto an einer Ampel wartet. Während des Fahrens wird hingegen wieder genügend Sauerstoff zugeführt und die CO-Konzentration sinkt wieder. © dpa
Stickoxide (NOX): Die Partikel sind u.a. schädlich für das Ozon. Stickoxid ist ein Sammelbegriff für Verbindungen aus Stickstoff und Sauerstoff, die besonders bei hohen Brennraumtemperaturen und -drücken im Motor entstehen. NOX war der Hauptgrund für die Erfindung des Katalysators. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Kohlenwasserstoffe (HC): In den Autoabgasen befinden sich neben den Verbrennungsprodukten unverbrannte Bestandteile des Benzins, wie das krebserregende Benzol, ein sogenannter "Kohlenwasserstoff". © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Rußpartikel (PM) gelangen vor allem aus den Auspuffrohren von Dieselmotoren. Durch die Einführung der sogenannten Feinstaubverordnung wird die Kennzeichnung von Kraftfahrzeugen nach der Höhe ihrer Partikelemission bundesweit einheitlich geregelt. © dpa
Auspuff Auto Schadstoffe
Übrigens ist während der morgendlichen Rush-hour zwischen sieben und acht Uhr der Kohlenmonoxidgehalt der Luft am höchsten. Autofahrer auf stark frequentierten Pendler-Routen atmen mehr Kohlenmonoxid, Benzol und Dieselruß ein als etwa ein erwachsener Fußgänger. © dpa
Die Konzentration der Schadstoffe ist nämlich im Auto um ein mehrfaches höher als auf dem Fußgängerweg. Sie gelangen durch die Lüftung in das Wageninnere, im Stau werden von der Klimaanlage sogar die Abgase des eigenen Autos angesaugt. © dpa

afp

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