Eichenbäume kahl gefressen

Klimawandel ein Grund für Schwammspinner-Raupenplagen

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Die Raupe des Schwammspinners (Lymantria dispar) in einem Wald am Cospudener See südlich von Leipzig. Foto: Sebastian Willnow

Gotha (dpa) - Die Raupen des Schwammspinners sind derzeit in einigen deutschen Regionen eine Plage - nach Ansicht eines Experten liegt das auch am Klimawandel.

"Die Insekten brauchen Wärme, Licht und Sonne, dann klappt das mit der Vermehrung besser", sagte der Insektenforscher Ronald Bellstedt aus dem thüringischen Gotha. "Wie beim Wetter werden die Extreme durch den Klimawandel immer größer."

Der Schwammspinner (Lymantria dispar) ist ein wärmeliebender Nachtfalter, dessen Raupen bevorzugt Eichenblätter fressen. Die Raupen sind für den Menschen zwar lästig, aber gewöhnlich nicht gesundheitsgefährdend. Derzeit fressen teils Hunderttausende dieser Raupen in Teilen Thüringens, Sachsens und Bayerns Eichenbäume und andere Pflanzen kahl. Andere Bundesländer haben zwar keinen derart drastischen Befall, melden aber auch steigende Zahlen, etwa Hessen und Rheinland-Pfalz.

Sobald sich die Raupen verpuppen, sei das Problem erst einmal erledigt, betont Konrad Nickschick, Fachdienstleiter Umwelt im ostthüringischen Gera. Dort färben Schwammspinner-Raupen gerade einen ganzen Ortsteil dunkel ein. Bellstedt zufolge entwickeln gesunde Eichen beim sogenannten Johannistrieb, einem zweiten Blattaustrieb Ende Juni, neues Laub. Die Raupen verpuppen sich gewöhnlich bis spätestens Anfang Juli.

Seit dem heißen und trockenen Jahr 2015 steige die Populationsdichte des Schwammspinners, schreibt die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF). Eine länderübergreifende Ausbreitung in Europa gab es demnach zwischen 1992 und 1995.

LWF zu Schwammspinner

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