Kurt Felix: Komisch, nicht hämisch

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„Idealste Zweisamkeit“: Moderatoren-Traumpaar Paola und Kurt Felix.

Nur 71 ist Kurt Felix geworden, schon vor mehr als 21 Jahren, vor seinem 50. Geburtstag, hat er sich als Moderator von „Verstehen Sie Spaß?“ verabschiedet. Sporadisch nur tauchte er seither auf dem Bildschirm auf.

Trotzdem löst sein Tod große Betroffenheit aus: Der Showmaster ist bereits am vorigen Mittwoch in St. Gallen gestorben und wurde am Samstag bestattet, wie seine Familie erst nach der Beisetzung bekannt machte.

Vor allem tat er das in den 250 Filmen nie schadenfroh. Häme, wie sie manche Show der Dieter-Bohlen-Ära auszeichnet, war Felix fremd. Ihm war wichtig, „dass wir keine Gürtellinie und auch keine Schmerzgrenze unterschreiten. Das Opfer muss mitlachen können.“

Felix’ Beliebtheit beruhte auch darauf, dass er mit seiner Frau, Sängerin Paola Del Medico („Blue Bayou“), ein ideales Moderatorengespann bildete. „Wir sind seelenverwandt, glücklich verheiratet, ohne Zoff in idealster Zweisamkeit“, schwärmte Felix. Die Zuschauer meinten das zu spüren. 31 Jahre waren die beiden verheiratet.

Sympathien brachte dem Vater eines Sohnes aus erster Ehe auch ein, wie er seine 2003 erstmals auftretende Krebserkrankung anpackte: „Die ganzen Jahre hindurch hatte er mit allen Kräften und einer stets eindrücklich positiven Einstellung dagegen gekämpft“, teilte seine Familie zu Felix’ Tod mit, der am Ende eine Erlösung gewesen sei.

Als „großartigen Entertainer und beeindruckende Persönlichkeit“ würdigte die ARD den Showmaster. Schon als Junge hatte der vor dem Schaufenster eines Radiogeschäfts beschlossen: „In diesen Kasten möchte ich auch mal rein.“ In den 50ern hatte Chris Howland Gags mit versteckter Kamera gezeigt, Felix jedoch machte daraus große Shows. In den 70ern bescherte der ausgebildete Lehrer mit „Teleboy“ der Schweiz die bis heute meistgesehene Sendung. Ab 1981 folgten 53 Ausgaben „Verstehen Sie Spaß?“, seither war er hinter den Kulissen tätig: „Die Arbeit hinter der Kamera hat mich tiefer beglückt als der bloße Beifall.“

„Mein Lebensmotto war immer: 25 Jahre lernen, 25 Jahre arbeiten, 25 Jahren genießen“, sagte Felix. Er hat die 75 Jahre nicht geschafft. Der Krebs bestimmte zuletzt sein Leben. Seine Streiche werden unvergessen bleiben.

Von Mark-Christian von Busse

Für Kurt Felix’ anhaltende Popularität gibt es viele Gründe. Als Showmaster hatte er seine größten Erfolge in den 80ern, als die öffentlich-rechtlichen Samstagabendshows konkurrenzlos waren. Bis zu 23 Millionen (Marktanteil 48 Prozent) schalteten ein und lachten sich schlapp, wenn Felix Prominente und Menschen wie dich und mich hereinlegte, für Reinhold Messner einen Kiosk am Matterhorn aufbaute oder mit einem Schnittmuster als Stadtplan nach dem Weg fragen ließ.

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