Kommentar zu den Gaffern in Hagen: Einfach nur sprachlos

Was stimmt mit den Menschen nicht, die in Hagen Rettungskräfte massiv behindert haben, die ein verletztes Kind versorgen wollten?Ein Kommentar von Philipp David Pries.

Was stimmt mit diesen Menschen nicht? Mit diesen hunderten Menschen in Hagen, die die Rettungskräfte massiv bei ihrer Arbeit behindert haben, während ein schwer verletztes Kind versorgt werden musste. Die allen Ernstes Polizisten aufgefordert haben, ihnen Platz zu machen für ein besseres Video.

Es ist die rücksichtslose Sucht nach ein paar Minuten Aufmerksamkeit im Bekanntenkreis und in sozialen Netzwerken. Es ist der Voyeurismus, der hier alle Grenzen des Anstands überschreitet.

Sicher gab es früher schon Fälle, in denen Schaulustige Unfälle verursacht oder Unglücke auf fragwürdige Weise fotografiert haben. Doch dass ein riesiger Pulk glotzt und filmt, während nebenan ein Kind mit dem Leben kämpft, macht sprachlos. So bereichernd Handys in vielen Lebensbereichen sind: Hier sind sie der verlängerte, hässliche Arm der Sensationsgier.

Gaffer wie in Hagen gehören verfolgt und hart bestraft. Um ihnen und der Gesellschaft deutlich zu zeigen: Es gibt Grenzen, die wir um unserer selbst Willen einhalten müssen.

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