HNA-Meinung

Kommentar zur Loveparade-Anklage: "Große lässt man laufen"

Duisburg. 2010 starben bei dem Loveparade-Unglück in Duisburg 21 Menschen. Die Staatsanwaltschaft macht dafür jetzt zehn Menschen verantwortlich. Ein Kommentar von HNA-Redakteur Tibor Pézsa.

Es ist ja nicht so, dass ein Fisch, der vom Kopf her stinkt, unten herum appetitlicher sein muss. So hat die Staatsanwaltschaft im Loveparade-Verfahren sicher gute Gründe für ihre Anklage gegen Mitarbeiter von Stadt und Veranstalter. Warum aber geht es nur gegen die Kleinen und nicht gegen die Großen?

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War es nicht etwa Duisburgs damaliger Oberbürgermeister Adolf Sauerland, der in der Stadtverwaltung auf die Genehmigung der Loveparade drängte? War es nicht der Chef des Veranstalters Lopavent, Rainer Schaller, der die Massen auf die Loveparade lockte, obwohl seine Firma mit der Organisation einer Veranstaltung dieser Größenordnung offenbar völlig überfordert war? Und warum muss sich kein Duisburger Polizeiverantwortlicher dafür rechtfertigen, dem Drängen von Sauerland und Schaller nicht Einhalt geboten zu haben?

Archiv-Fotos: Katastrophe auf der Loveparade

Bilder: Massenpanik auf der Loveparade

Angeklagt ist ausgerechnet Bau-Dezernent Jürgen Dressler, obwohl der vier Wochen vor der Loveparade jede Verantwortung dafür abgelehnt hatte. Wer hat ihn denn wie noch umgedreht?

Absurd: Es ist, als ob eine halbe Million Menschen von einem führungslosen Rathaus und ein paar Partyservice-Angestellten an der Polizei vorbei in die Katastrophe gelockt wurden. Aber so kann es nicht gewesen sein.

E-Mail an den Autor: tpa@hna.de

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