Kommentar zum tödlichen Sprungturm-Unfall: Aus dem dritten Stock

Schotten. Wochen nach ihrem Sturz von einem Freizeit-Sprungturm im Vogelsberg ist eine Zwölfjährige aus dem Kreis Fulda gestorben. Ein Kommentar von Wolfgang Riek.

Würden Sie Ihr Kind mal so zum Spaß aus dem dritten Obergeschoss springen lassen? Wohl eher nicht. Der Sprungturm im Vogelsberg, der vom Sommerferienspaß zum Schauplatz eines grausigen Unfalls wurde, reichte in diese Höhe.

Dass der Stahlgerüstbau unterhalb von zehn Metern Höhe keine Baugenehmigung braucht, muss man erstmal verkraften. Dass Sicherheitsfachleute große Fragezeichen hinter die Anlage setzen, muss aber die Staatsanwaltschaft aufmerken lassen.

Eines sei betont: Nicht jede Nachlässigkeit wird im tragischen Fall der verunglückten Zwölfjährigen zu strafrechtlichen Konsequenzen führen. Eltern würden sich aber wohler fühlen, wenn solche Anlagen so gebaut sein müssen, dass auch Falschreaktionen neun Meter über Grund schreckhafte Kinder nicht neben das Fangkissen befördern. Aber warum sollten Kinder eigentlich aus dem dritten Stock springen?

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